Über den Kamm des Walmendinger Horns

Auf Heuberg (1793m), Walmendinger Horn (1999m), Lüchlekopf (1989m), Ochsenhofer Köpfe - Ostgipfel (1960m), Ochsenhofer Köpfe - Westgipfel (1950m), Grünhorn (2039m) und Steinmanndl (1981m)






Von der Straße aus dem Kleinwalsertal ins Schwarzwassertal zweigt am zwischenzeitlich höchsten Punkt nach links eine kurze Seitenstraße nach Oberschöntal/Schöntalhof ab und kurz danach ein Ziehweg, der mit "Schöntal Waldweg" beschildert ist. An dieser Stelle besteht am rechten Straßenrand beschränkte Parkmöglichkeit - im Gegensatz zu den weiteren Park- bzw. Ausweichbuchten bis zur Auenhütte habe ich hier kein Parkverbotsschild entdeckt. Alternativ kann man auch bis zum großen Parkplatz an der Auenhütte fahren, so verlegt man den am Ende nötigen Fußmarsch an diesem Teil der Straße entlang an den Beginn der Tour.
Wichtig ist auch noch zu beachten, dass der Anstieg über den Heuberggrat an manchen Stellen leichte Kletterei im ersten Schwierigkeitsgrat erfordert und gleichzeitig zu den Seiten hin steil abfällt. Auch beim Anstieg zum Beginn des Grats am Heuberg gibt es zum Teil bereits nur einen fußbreiten Steig in sehr steilem Gelände, wenn auch noch keinerlei technischen Schwierigkeiten. Aufgrund dieser Anforderungen ist Bergerfahrung und Sicherheit im Steilgelände für die Begehung dieser Aufstiegsvariante zum Walmendinger Horn unbedingte Voraussetzung. Als Alternative kommt ein Anstieg über die Walmendinger Alpe in Frage.
Nach wenigen Minuten auf dem Waldweg weist ein Wegzeiger scharf nach links auf einen zunächst äußerst steilen Teerweg, der zum Schöntalhof führt. Der Hof und das ihn umgebende kleine Skigebiet liegen bereits am Nordostausläufer des Heubergs, über den der Aufstieg zum Heuberggrat im Wesentlichen verläuft. Dabei ist es wichtig, den nicht beschilderten Beginn des Steigs am oberen Ende der Skihänge zu finden. Zunächst führt aber noch ein Fahrweg über den freien Hang, der bald links und rechts von Wald begrenzt ist. Der Fahrweg führt schließlich nach links bis weit in den Hang über dem Breitachtal hinein. An der nächsten Wegkreuzung wendet man sich wieder scharf nach rechts und gelangt so zurück in den freien Hang mit dem Skilift. Der Fahrweg führt quer über den freien Hang, den man nun am einfachsten auf halber Strecke zwischen den Waldrändern verlässt, um kurz über den Gras- und Heidelbeerhang aufzusteigen. In diesem Bereich beginnt der Steig zum Heuberggrat. Er führt direkt rechts an den untersten hohen Bäumen am Hang zwischne den Waldrändern vorbei, biegt oberhalb nach links ab und quert oberhalb einiger jüngerer Bäume vorbei. Genau hier ist dieses Orientierungsfoto aufgenommen, auf dem links die erwähnten untersten hohen Bäume und rechts der Fahrweg quer durch den Skilifthang zu sehen sind. Spätstens jetzt prägt sich der Steig deutlich aus und führt nach dem Ende der Linksquerung zunächst immer einige Meter links vom Bergrücken an der Kante zum Breitachtal, dann direkt auf dem Rücken bis zu einer flachen Zone ca. 200 Höhenmeter unter der Gipfelhöhe hinauf.
Hoher Ifen beim Aufstieg zum Heuberg
 
Hoher Ifen beim Aufstieg zum Heuberg
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Der flachen Zone folgt ein ziemlich steiler Hang. Eine Trittspur könnte dazu verleiten, hier gerade hochzusteigen, was sich allerdings nicht empfiehlt. Stattdessen ist die Steilstufe besser mittels einer nach rechts ausholenden Kehre zu überwinden. Anschließend wird das Gelände wieder ziemlich flach und steigt dann nochmals - allerdings deutlich weniger steil - zum Gipfel des Heubergs an. Hier beginnt nun der eigentliche Heuberggrat, eine oft schmale Gratschneide, die mit nur geringer zwischenzeitlicher Einsenkung etwa einen Kilometer weit bis zur Gipfelflanke des Walmendinger Horns hinüberführt.
Vom Heuberg aus schaut man genau auf die Nordwand des Großen Widdersteins, davor der Bärenkopf
 
Vom Heuberg aus schaut man genau auf die Nordwand des Großen Widdersteins, davor der Bärenkopf
 
Blick über den Heuberggrat zum Walmendinger Horn
 
Blick über den Heuberggrat zum Walmendinger Horn
Weiteres Foto: Größere Ansicht des letzten Gratteils

 
Kurz nach dem Heuberggipfel folgt ein Warnschild (Foto), ab dem der Weiterweg für Wanderer gesperrt ist und das außerdem den Hinweis enthält, dass der Heuberggrat nur mit Kletterausrüstung begehbar sei. In der Tat ist der Grat oft schmal, fällt zu den Seiten hin sehr steil ab und der Steig ist oft nur fußbreit. Zudem gibt es einzelne kurze Grataufschwünge, wobei an drei steileren und etwas felsigen Stellen auch etwas Kletterei notwendig ist (Schwierigkeit I, aber immer optimal gestuft). Deshalb ist es durchaus richtig, dass Wanderer mit weniger Bergerfahrung den Grat keinesfalls begehen sollten. Es lohnt sich allerdings meiner Meinung nach nicht, Sicherungsausrüstung mitzunehmen, da es an keiner Stelle Drahtseile oder Haken gibt. Eine Seilsicherung wäre daher nur an Bäumen oder direkt am Fels möglich. Wer schon ähnliche Touren mit etwas ausgesetzter Kletterei im ersten Schwierigkeitsgrad gemacht hat, wird darauf aber auch verzichten können. Übersichtliche Fotos von den schwierigsten Stellen sind leider kaum möglich, da dafür zu viele Bäume im Gratbereich stehen. Allgemein lässt sich aber noch sagen, dass die Gratbegehung in der beschriebenen Richtung einfacher ist als umgekehrt, da die kurzen Aufschwünge so in Aufstiegsrichtung begangen werden.
Eine der steileren und felsdurchsetzten Gratstellen
 
Eine der steileren und felsdurchsetzten Gratstellen
 
Der gesamte Heuberggrat ist mit kleinen Bäumen bewachsen, das Durchkommen ist aber immer problemlos
 
Der gesamte Heuberggrat ist mit kleinen Bäumen bewachsen, das Durchkommen ist aber immer problemlos
 
Gegen Ende des Heuberggrat erreicht man absteigend die Gratstelle, wo die Walmendingerhornbahn den Heuberggrat überquert. Direkt auf dem Grat steht eine Stütze, deren Betonsockel zum letzten Gratabschnitt hin überschritten wird. Nach einem letzten kurzen Anstieg zur tiefsten Einsattelung vor dem Walmendinger Horn hinab. In diesem Abschnitt ist zu empfehlen, sich im Zweifel eher rechts zu halten, wo nun der Weg von der Walmendinger Alpe heraufkommt.
Rückblick auf den letzten Teil des Heuberggrats mit dem Seilbahnmast
 
Rückblick auf den letzten Teil des Heuberggrats mit dem Seilbahnmast
 
Auf dem Wanderweg geht es hinauf auf den Südostrücken des Walmendinger Horns und kurz danach zu einem planierten Weg, der schnell zur Bergstation der Seilbahn führt. Ein breiter Gipfelweg mit Tafeln zu Alpenblumen verbindet die Station mit dem höchsten Punkt des Walmendinger Horns. Aufgrund der zentralen Lage mitten im Kleinwalsertal ist die Rundschau vom Walmendinger Horn besonders schön - obwohl sich im weiteren Verlauf der Tour mit dem Erreichen der Talumrahumng noch eine besserer Blick auf den Bregenzerwald öffnet, ist das Walmendinger Horn wohl bereits der schönste Aussichtsgipfel der Tagestour. Auch ein Großteil des weiteren Gratverlaufs ist gut zu erkennen - nach Überscheitung des benachbarten Lüchlekopfs führet die Fortsetzung der Tour über die etwas niedrigeren Ochsenhofer Köpfe zum Grünhorn und von dort nach rechts abknickend weiter zum Steinmanndl, unter dem die Schwarzwasserhütte sichtbar ist.
Der Heuberg vom Gipfelbereich des Walmendinger Horns aus gesehen
 
Der Heuberg vom Gipfelbereich des Walmendinger Horns aus gesehen
Weiteres Bild: Fortsetzung des Heuberggrats nach rechts

 
Über den Lüchlekopf und die Ochsenhofer Köpfe (teils verdeckt) verläuft die Gratfortsetzung weiter zum Grünhorn
 
Über den Lüchlekopf und die Ochsenhofer Köpfe (teils verdeckt) verläuft die Gratfortsetzung weiter zum Grünhorn, rechts Steinmanndl und Diedamskopf
 
Der Abstieg vom Walmendinger Horn erfolgt nun allerdings nicht über den direkten Verbindungsgrat Richtung Lüchlekopf, sondern zunächst zurück zur Bergstation der Walmendingerhornbahn und über den planierten Weg, bis man auf einen Fahrweg in Richtung Muttelberscharte, der Einsattelung zwischen Walmendinger Horn und Lüchlekopf, trifft. Dieser geht dann bald in einen Fußweg über und verläuft nun im Wesentlichen immer im Gratbereich - nur eine Zwischenerhebung wird links umgangen - über Lüchlekopf und Ochsenhofer Köpfe bis zur Ochsenhofer Scharte vor dem Grünhorn.
Rückblick beim Aufstieg zum Lüchlekopf zum Walmendinger Horn
 
Rückblick beim Aufstieg zum Lüchlekopf zum Walmendinger Horn
 
Der gesamte Gratübergang ist nicht schwierig, allerdings befindet sich seitlich vom Grat manchmal sehr steiles Gelände - an einigen Stellen ist hier Vorsicht erforderlich - und es kommen auch steilere Wegstellen mit einzelnen Felsen vor. Diese sind für zumindest für alle Wanderer mit etwas Bergerfahrung letztlich aber immer ohne wirkliche Probleme zu überwinden. Die folgenden Fotos von diesem Abschnitt (der sicher beliebtesten Unternehmung von der Walmendingerhornbahn aus) geben einen Eindruck vom Charakter der Gratbegehung und von der interessanten, üppigen Vegetation entlang des Wegs.
Der Schlussteil des Aufstiegs zum Lüchlekopf, darüber wieder das Walmendinger Horn
 
Der Schlussteil des Aufstiegs zum Lüchlekopf, darüber wieder das Walmendinger Horn
 
Der weitere Gratverlauf über die beiden Ochsenhofer Köpfe, darüber das Grünhorn mit seinem nordwestlichen Vorgipfel
 
Der weitere Gratverlauf über die beiden Ochsenhofer Köpfe, darüber das Grünhorn mit seinem nordwestlichen Vorgipfel
Weiteres Foto: Steinmanndl

 
Übergang vom Lüchlekopf zum Ostgipfel der Ochsenhofer Köpfe
 
Übergang vom Lüchlekopf zum Ostgipfel der Ochsenhofer Köpfe
 
Die links umgangene Graterhebung vor dem Westgipfel der Ochsenhofer Köpfe und dem Grat Grünhorn - Steinmanndl
 
Die links umgangene Graterhebung vor dem Westgipfel der Ochsenhofer Köpfe und dem Grat Grünhorn - Steinmanndl
 
Am Hohen Ifen zeigt sich die Gipfelplatte nun in ihrer vollen Länge
 
Am Hohen Ifen zeigt sich die Gipfelplatte nun in ihrer vollen Länge
 
Am Westgipfel der Ochsenhofer Köpfe: Blick über die Ochsenhofer Scharte zum Grünhorn
 
Am Westgipfel der Ochsenhofer Köpfe: Blick über die Ochsenhofer Scharte zum Grünhorn
 
Rückblick nahe der Ochsenhofer Scharte auf die Ochsenhofer Köpfe
 
Rückblick nahe der Ochsenhofer Scharte auf die Ochsenhofer Köpfe
 
In der Ochsenhofer Scharte besteht die Möglichkeit, die Tour zu verkürzen und den nach rechts herabführenden Weg direkt zur Schwarzwaserhütte zu wählen. Wer dagegen noch die Überschreitung von Grünhorn und Steinmanndl anhängen will, umgeht nun auf dem zum Grünhorn führenden Steig zunächst die erste Erhebung des Grünhorn-Ostgrats links. Anschließend empfiehlt es sich, imm er auf dem Steig am Gratrücken zu bleiben, auch dort, wo im oberen Teil ein weiterer Weg in die linke Flanke abbiegt. Dies gilt insbesondere, falls in dieser Flanke Wegstücke abgerutscht sind oder das Ende dieses Wegs am Südrücken noch durch eine Schneewächte versperrt wird. So ist der Aufstieg von der Ochsenhofer Scharte zum Grünhorn mit keinen Schwierigkeiten verbunden. Auch der Übergang vom Grünhorn zu dessen nordwestlichem Vorgipfel (Foto), der fast die gleiche Höhe wie der Gipfel erreicht, bereitet noch keine besonderen Schwerigkeiten.
Grünhorn im Rückblick vom Vorgipfel aus gesehen, links dahinter der Große Widderstein
 
Grünhorn im Rückblick vom Vorgipfel aus gesehen, links dahinter der Große Widderstein
 
Der weitere Gratverlauf zum Steimanndl
 
Der weitere Gratverlauf zum Steimanndl
Weiteres Foto: Rückblick auf den bereits überschrittenen Gratverlauf zwischen Heuberg und Grünhorn

 
Nun folgt allerdings ein sehr steiler Abstieg bis vor den besonders auffallenden, mit einigen Felsköpfen besetzten Teil des Verbindungsgrat zum Steinmanndl. Der Steilabstieg ist immerhin gut gestuft und erfolgt auf einem kleinen Steig. Einzelne felsige Stellen liegen (knapp) im ersten Schwierigkeitsgrad. Der anschließende Gratabschnitt mit den Felstürmen ist leichter zu begehen als er aussieht: Die einzelnen Köpfe werden teils in leichter Kletterei überschritten, teils auf der linken Seite umgangen, wobei der Steig und Markierungen das Finden der leichtesten Möglichkeit problemlos machen.
Am Beginn des felsigen Gratabschnitts
 
Am Beginn des felsigen Gratabschnitts
 
Leichte Kletterei über einen der Felsköpfe hinweg
 
Leichte Kletterei über einen der Felsköpfe hinweg
 
Rückblick auf den zwischenzeitlich sehr steilen Abstieg vom Grünhorn-Vorgipfel
 
Rückblick auf den zwischenzeitlich sehr steilen Abstieg vom Grünhorn-Vorgipfel
 
Am Ende des felsigen Gratabschnitts enden auch die Schwierigkeiten und nach einem relativ kurzen Gegenanstieg ist das Steinmanndl schon bald erreicht. Kurz vorher mündet von links noch der Aufstiegsweg von der Neuhornbachalpe ein.
Der letzte kleine Anstieg der Tour zum Gipfel des Steinmanndls
 
Der letzte kleine Anstieg der Tour zum Gipfel des Steinmanndls
 
Rückblick auf den Gratübergang vom Grünhorn zum Steinmanndl
 
Rückblick auf den Gratübergang vom Grünhorn zum Steinmanndl
 
Blick vom Steinmanndl zum Hohen Ifen; unten im Bild der Ostrücken des Steinmanndls mit dem Abstiegsweg
 
Blick vom Steinmanndl zum Hohen Ifen; unten im Bild der Ostrücken des Steinmanndls mit dem Abstiegsweg
Weiteres Foto: Fortsetzung des Panoramas nach rechts (Schwarzwassertal und -hütte)

 
Das Quellgebiet der Subersach vor dem Diedamskopf
 
Das Quellgebiet der Subersach vor dem Diedamskopf
 
Der Abstieg vom Steinmanndl erfolgt über die am häufigsten benutzte Gipfelroute im Bereich des Ostrückens, der in geringer Entfernung vom Gipfel vom Nordrücken abzweigt und ohne Schwierigkeiten direkt auf die Schwarzwasserhütte zu hinunterführt. Von dort leitet ein unnnötigerweise extrem breit angelegter Weg mit künstlichen Stufen - das ganze erinnert mehr an einen Spazierweg als an den Zustieg zu einer AV-Hütte - weiter hinab in den flachen Teil des Schwarzwassertals, wo zunächst die bewirtschaftete Melköde passiert wird. Ein Fahrweg verläuft nun unter den Hängen des Hohen Ifens talauswärts. Für die Rückkehr zum Ausgangspunkt unterhalb des Schöntalhofs ist es am besten, etwa zwei Kilometer nach der Melköde einen nach rechts abzweigenden Fahrweg zu benutzen (Beschilderung "Hirschegg"), der meist direkt am Schwarzwasserbach entlang führt und schließlich auf die Straße zur Auenhütte trifft. Auf der Straße geht es an einem Klettergarten vorbei in einigen Minuten zum Ausgangspunkt zurück.



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