Gipfelrunde über dem Strindental

Auf Vogelhörnle (1882m), Neunerköpfle (1862m), Lochgehrenkopf (1790m), Lochgehrenspitze (1995m), Sulzspitze (2083m), Strindenschrofen (1937m), Litnisschrofen (2068m) und Krinnenspitze (2002m)






Zunächst etwas zum Wetter bei dieser Tour, das unter normalen Umständen die lange Anfahrt von Ulm aus auf den ersten Blick nicht gelohnt hätte: Wenn ich nicht sowieso an diesem Tag noch nach München hätte fahren müssen, wäre ich kaum auf den Gedanken gekommen, eine Bergtour zu machen. Es gab zwei völlig verschiedene Wettervorhersagen: Die eine versprach gutes Wetter durch Föhn am Vormittag und eine Regenfront am Nachmittag, die andere erst Regen und dann langsame Besserung. Wie sich herausstellen sollte, war die zweite Variante ziemlich genau zutreffend - als ich aber am Morgen um 4 Uhr aus dem Fenster schaute, war der Himmel sternenklar. Es muß wohl die einzige Wolkenlücke im Umkreis von hundert Kilometern gewesen sein, denn auf der Hinfahrt sah es bereits ganz anders aus: Noch bevor ich Ulm verlassen hatte fing es an zu regnen, auf der Strecke bis Memmingen ging dann ein Gewitter mit Platzregen nieder, und abgesehen von einer kurzen Unterbrechung beim Allgäuer Tor regnete es auch während der gesamten weiteren Fahrt bis Haldensee.
Am Beginn des Fahrwegs ins Strindental steht ein großer zweigeteilter Parkplatz zur Verfügung, der für einen Tag 5 Euro kostete (was an diesem Tag aber sicher nicht der Hauptgrund dafür war, daß er komplett leer war). Man erreicht den Parkplatz von Tannheim bzw. Grän her kommend, indem man am Ende des Orts Haldensee kurz vor dem gleichnamigen See nach rechts abbiegt und zunächst dem Wegweiser zum Freibad folgt. Vom rechten Teil des Parkplatzes aus ist dann der Fahrweg ins Strindental beschildert. Nach der Brücke über den Strindenbach gewinnt er zunächst in den Hängen über dem Haldensee mittels einer nach Osten ausholenden Kehre an Höhe, bevor er parallel zum Bach ins Strindental einschwenkt. Es muß auch einen Fußweg geben, der direkt in Bachnähe zum Fahrweg oberhalb der Kehre heraufführt, bei dem Regen war mir der Fahrweg aber deutlich lieber als ein sicher rutschiger Steig. Der Alpweg überquert wenig später den Strindenbach und führt, immer direkt auf die Gipfelhöcker des Strindenschrofens zu, unterhalb der Edenbachalpe vorbei. Neben dem von dieser Stelle aus besonders auffallenden Strindenschrofen, der sich von Süden gesehen dagegen kaum als eigenständiger Gipfel zeigt, kann man auch schon mal einen Blick auf die Sulzspitze und den Litnisschrofen werfen. Für kurze Zeit zwischen der Brücke über den Strindenbach und der Edenbachalpe ist links über einem Seitental auch die Krinnenspitze zu sehen, mit deren Besteigung die Tour später endet.
Auf dem Alpweg kurz vor der Edenbachalpe, hinten der Strindenschrofen
 
Auf dem Alpweg kurz vor der Edenbachalpe, hinten der Strindenschrofen
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Die nächsten Ziele sind nun aber erst einmal die Untere und Obere Strindenalpe. Die untere Alpe ist bald erreicht, dagegen führt der weitere Verlauf des Fahrwegs zur 250 Meter höher gelegenen oberen Alpe zunächst fast genau in die entgegengesetzte Richtung. Erst nachdem er in mehreren Kehren in den Hängen unter Litnis- und Strindenschrofen die richtige Höhe erreicht hat, quert er den Talschluß bis hinüber zur Alpe. Auf der Karte ist auch ein Steig eingezeichnet, der kurz nach der unteren Alpe beginnt und die beiden Alpen auf direktem Weg verbindet. Ich hatte ihn allerdings vorher leider nicht auf der Karte entdeckt, und an einen Wegweiser kann ich mich auch nicht erinnern. Genau wie am Beginn hätte ich wahrscheinlich auch sonst wegen des Regens den Fahrweg gewählt, bei besserem Wetter wird der Steig aber sicher Zeit sparen und abwechslungsreicher sein als die Fahrstraße.
Blick vom Fahrweg zwischen den Strindenalpen zum Litnisschrofen
 
Blick vom Fahrweg zwischen den Strindenalpen zum Litnisschrofen
 
Gipfel der Tannheimer Berge hinter der Krinnenspitze
 
Gipfel der Tannheimer Berge hinter der Krinnenspitze
 
Bei der Oberen Strindenalpe ist die Fahrweg-Etappe dann spätestens beendet, wobei allerdings der Fußweg zum Südrücken des Vogelhörnles immer noch fast einen Meter breit ist. Nach kurzem Anstieg ist bald darauf die Grathöhe erreicht, wo sich der Blick nach Westen auf die Gipfel des nördlichen Rauhhornzugs rund um das Gaishorn öffnet. Neben dem Bild unten gibt es dazu noch ein Foto von der Aussicht über das Tannheimer Tal und zum Einstein. Erfreulicherweise hatten sich die mehrfachen, aber immer nur ein- oder zweiminütigen Regenpausen, die es seit der Unteren Strindenalpe gab, nun zu einer zwischenzeitlichen Wetterbesserung ausgeweitet, so daß ich die folgenden Gipfelanstiege auf Vogelhörnle und Neunerköpfle ohne Schirm in der Hand absolvieren konnte und in den Genuß einer ganz passablen Aussicht kam. Beim Rückblick nach Süden fällt auch schon etwas vor dem Erreichen der Grathöhe der Gipfelaufbau der Leilachspitze über der Strindenscharte auf (dazu hier ein Blick auf das Fahrwege-System rund um die Obere Strindenalpe mit der Leilachspitze im Hintergrund). Da sie ganz isoliert hinter der Strindental-Umrahmung aufragt, wirkt ihr Gipfel aus dieser Perspektive besonders hoch. Tatsächlich übertrifft sie mit 2276m die Sulzspitze (als den höchsten Gipfel über dem Strindental) auch um etwa 200 Meter.
Blick von der Grathöhe auf das Gaishorn und den nördlichen Rauhhornzug
 
Blick von der Grathöhe auf das Gaishorn und den nördlichen Rauhhornzug.
Vorne ist der Gipfel des Lochgehrenkopfs zu sehen, während sich im Hintergrund bereits die nächste Regenfront nähert

 
Rote Flüh, Gimpel (genau dahinter) und Kellespitze
 
Rote Flüh, Gimpel (genau dahinter) und Kellespitze (Tannheimer Berge)
 
Der erste Gipfel des Tages war nun das Vogelhörnle, zu dem es kaum noch mehr als 50 Höhenmeter sind. Wo der bisher benutzte Weg zum Neunerköpfle den breiten Vogelhörnle-Südrücken verläßt, um den Gipfel auf der linken Seite zu umgehen, bleibt man einfach weiter auf dem Grat. Nachdem man sich auf der hier vorhandenen deutlichen Pfadspur dem Gipfel bis auf wenige Meter genähert hat, wird klar, warum das Vogelhörnle trotz der Nähe zur Neunerköpfle-Bahn nicht gerade häufig bestiegen wird: Der höchste Punkt ist dicht mit Latschen bewachsen. Auch die Trittspuren wenden sich einige Höhenmeter unterhalb des Gipfels nach links. Am besten ist es, ihnen noch einige Meter zu folgen und dann von Westen her zum Gipfel anzusteigen. Wo sich dieser genau befindet kann man wegen der Latschen allerdings erst sehen, wenn man schon in seiner unmittelbaren Nähe ist. Ich habe die Variante von Westen her für den Abstieg gewählt und bin von der Stelle aus, wo die Trittspuren nach links abbiegen, vom Südrücken nach rechts gegangen. So kommt man zu einem östlichen "Vorgipfel", der zwar latschenfrei, vom höchsten Punkt aber durch eine langgezogene Vertiefung getrennt ist. Aus der Vertiefung gelangt man wegen der steilen Begrenzung und den darüber befindlichen Latschen nur an einer Stelle wieder nach Westen in Gipfelnähe, und diese Stelle liegt leider einige Latschenbüsche vom höchsten Punkt entfernt. Das Genießen der Aussicht sollte man sich besser für das Neunerköpfle aufheben, da dies dort wesentlich angenehmer möglich ist. Allerdings muß man bei besserem Wetter damit rechnen, daß der Neunerköpfle-Gipfel sehr gut besucht ist und man sicher nicht so wie ich ganz alleine am Gipfel ist.
Beim folgenden, ziemlich kurzen Abstieg vom Vogelhörnle nach Norden in die Einsattelung vor dem Neunerköpfle sollte man sich bald nach dem Gipfel rechts halten, weil es dort keine Latschen gibt. Im Abstieg hat man keinen so guten Überblick, beim Aufstieg in umgekehrter Richtung würde man das automatisch so machen (hier ein Rückblick vom Neunerköpfle auf das Vogelhörnle). Im Sattel ist dann wieder der alte Weg erreicht, und nach nur wenigen Höhenmetern Gegenanstieg ist mit dem Neunerköpfle schon der zweite Gipfel geschafft. Im Norden steht weniger als 100 Meter unter dem Gipfel die Bergstation der Neunerköpfle-Bahn. Sie war zwar in Betrieb, andere Wanderer habe ich aber trotzdem während der gesamten Tour keine gesehen. Im Vergleich zum Vogelhörnle hat man nun einen besseren und schöneren Tiefblick auf das Tannheimer Tal, insbesondere auf Tannheim und den Haldensee.
Leilachspitze und Sulzspitze, in deren rechtem Grat das Horn der Lochgehrenspitze
 
Leilachspitze und Sulzspitze, in deren rechtem Grat das Horn der Lochgehrenspitze
 
Blick zum Lochgehrenkopf über die Weideböden der Usseralp
 
Blick zum Lochgehrenkopf über die Weideböden der Usseralp.
Links im Hintergrund ist am auffallendsten die Rote Spitze

 
Im Südwesten kann man schon einmal den nächsten Gipfel der Tour, den 1790m hohen Lochgehrenkopf, genauer betrachten. Er liegt in einem kurzen Seitenast des Grats, der von der Sulzspitze über die Lochgehrenspitze zu Vogelhörnle und Neunerköpfle führt. Um ihn zu besteigen, geht es zunächst wieder in den Sattel südlich vom Neunerköpfle zurück. Dann folgt man den Wegweisern in Richtung Usseralp, die im Kessel zwischen Vogelhörnle und Lochgehrenkopf liegt. Bei der Querung seiner Westhänge machte das Vogelhörnle seinem Namen übrigens alle Ehre: Gleich vier Birkhähne flogen hier plötzlich aus den Büschen davon, was mich auf dem an anderen Tagen sicher sehr frequentierten Wanderweg doch erstaunt hat. Auch zwei Birkhühner habe ich nicht weit entfernt noch gesehen. Das Birkwild wurde in diesem Gebiet also von der Seilbahn und den Skiliften offensichtlich nicht verdrängt.
Für den Anstieg zum Lochgehrenkopf gibt es im Prinzip zwei sinnvolle Möglichkeiten: Die von mir nicht gewählte wäre, den Weg zur Usseralp bei der letzten Kehre vor der Alpe unterhalb eines Felsabbruchs zu verlassen und zunächst weglos, später aber auf einer von der Alpe her kommenden sehr deutlichen Trittspur (man kann also mit etwas mehr Höhenverlust auch von der Alpe aus noch diese Variante einschlagen) die Hänge über dem Alpkessel bis zur Einsattelung direkt südwestlich des Gipfels leicht ansteigend zu queren. Ich entschied mich aber für einen Anstieg über den Nordrücken, was in Verbindung mit dem Weiterweg zur Lochgehrenspitze abwechslungsreicher ist. Leider hatte es inzwischen wieder zu regnen begonnen und es wurde auch zunehmend neblig. Die Sichtweite war aber noch ausreichend, um immer den günstigsten Anstieg zu finden. Zunächst geht es zu dem Fahrweg, der von der Usseralp kommend noch ein Stück durch die Weideböden in Richtung des Gipfels führt. Nach seinem baldigen Ende bei einer Bachquerung folgt man Tritt- und Kuhspuren weiter nach Westen, wobei man bereits etwas am linken Hang ansteigen kann. Diese Nordosthänge des Lochgehrenkopfs laufen unten in den flachen Alpkessel aus, zum Gipfel hin werden sie aber sehr steil. Es handelt sich dabei um grasige, teilweise auch von erdigen Stellen unterbrochene Steilhänge, die bei Nässe kaum zu überwinden sind und auch bei trockenem, saftigem Gras im Sommer wird wohl jeder den kleinen Bogen zum flacheren Nordrücken hin machen. Dabei bleibt man nun immer unterhalb des Bereichs, wo der Hang seine maximale Steilheit erreicht. Bei dieser Querung gewinnt man schon so viel an Höhe, daß man nach dem Erreichen des Nordrückens nur noch ein kurzes Stück zum höchsten Punkt hin ansteigen muß. Aber auch eine Querung von der Alpe zu diesem Rücken immer auf gleicher Höhe durch sehr flaches Gelände wäre möglich.
Der Rücken biegt im obersten Teil nach Südosten um, und in dieser Richtung geht es dann nach der Überschreitung des langgezogenen Grasgipfels auch weiter in Richtung Gratverzweigung vor der Lochgehrenspitze. Eine Stelle in diesem Gratverlauf (kurz nach der Einsattelung, bei der die andere Aufstiegsvariante zum Lochgehrenkopf die Grathöhe erreicht) sieht von der Usseralp her gesehen etwas schwieriger aus. Dieser Eindruck täuscht aber zum einen, und zum anderen gibt es hier in den Südwesthängen auf der anderen Gratseite auch eine Trittspur. Der grasige Rücken verläuft meist knapp über der Baumgrenze, so daß sich bei nebelfreiem Wetter ein freier Blick zum Vilsalpsee bieten müßte. Ohne Weg, aber auch ohne jede Schwierigkeit gelangt man nach einem nicht besonders langen Anstieg zu den sehr flachen und breiten Grasflächen, wo sich der von der Lochgehrenspitze kommende Grat in zwei Äste teilt, von denen einer zum Lochgehrenkopf und einer zum Vogelhörnle weiterführt. Die Lochgehrenspitze selbst liegt nur wenig von diesem Punkt entfernt im Süden.
Nordrücken der Lochgehrenspitze
 
Nordrücken der Lochgehrenspitze
 
Der zur Lochgehrenspitze hinaufziehende Grasrücken wird in seinem Verlauf zwar kontinuierlich etwas schmaler und steiler, aber selbst auf den letzten Höhenmetern ist er noch einige Meter breit und auch nur mäßig geneigt, also ganz gut begehbar. In Richtung Vilsalpsee bricht der Gipfel dagegen mit einer senkrechten Felswand ab (hier ein Tiefblick zum Vilstal mit dem nördlichen Ende des Sees). Dies sorgt für seine von Südwesten her gesehen auffallende Form, während der Gipfel vom Strindental aus betrachtet nur einen kleinen Grashöcker im Nordgrat der Sulzspitze bildet.
Gratfortsetzung hinter der Lochgehrenspitze
 
Gratfortsetzung hinter der Lochgehrenspitze
 
Der Übergang von der Lochgehrenspitze zur Sulzspitze ist etwas anspruchsvoller als der bisherige Teil der Tour. Er erfordert zwar an keiner Stelle Kletterei, aber der Grat ist teilweise ziemlich schmal und es sind etwas steilere Grashänge als bisher zu überwinden. Zunächst steigt man vom Gipfel der Lochgehrenspitze bis zu dem schmalen und grasigen Gratstück ab, das auf dem Foto oben zu sehen ist. Dabei sind die Grashänge links vom Grat anfangs noch nicht sehr steil und erleichtern den Abstieg. Nach der tiefsten Scharte beginnt das im Schnitt nur wenig ansteigende schmale Gratstück, wo auch die Hänge östlich vom Grat steiler werden. Wirkliche Schwierigkeiten bereitet die Passage keine, wer aber schmale Grate nicht mag, sollte auf diesen Teil der Tour besser verzichten. Ansonsten kann man den interessanten Tiefblick nach Westen auf die von Erosionsrinnen durchzogene Steilflanke genießen. Man gelangt schließlich zu einer felsigen Gratstufe, die links von einem Grashang und in der rechten Flanke von einem steilen Schrofenhang begrenzt wird. Es hatte zwar mittlerweile aufgehört zu regnen - bis auf ein paar Tropfen ganz zum Schluß der Tour glücklicherweise endgültig für diesen Tag -, aber es war immer noch sehr neblig. Auf den Fotos täuscht das vielleicht etwas, weil ich natürlich immer nur zu den günstigsten Zeitpunkten mit akzeptabler Sichtweite Aufnahmen gemacht habe (und nicht umsonst gibt es z.B. vom Abschnitt zwischen Usseralp und dem Gipfelhang der Lochgehrenspitze hier kein einziges Foto). Jedenfalls war für mich wegen des Nebels weder zu erkennen, wie der Grat über dem Aufschwung weitergeht, noch wie weit ich noch vom Gipfelbereich der Sulzspitze entfernt war. Wie schon auf der Karte zu erkennen ist, ändern sich im zweiten Teil des Grats nämlich die Verhältnisse: der Grat selbst bildet zusammen mit der linken Flanke eine Steilwand, rechts dagegen gibt es etwas flachere Hänge. Deshalb und auch weil eine Trittspur in diese Richtung zu führen schien, wollte ich erst eine Umgehung auf der rechten Seite versuchen. Es handelte sich offensichtlich aber nur um einen Gamswechsel, denn schon nach ein paar Metern führte er über einige sehr ausgesetzte, relativ weit voneinander entfernte und bei der Nässe noch dazu rutschige Tritte durch eine extrem brüchige Schrofenwand. Als ich es daraufhin links vom Grat versuchte, stellte ich bald fest, daß die Felsstufe noch nicht zu dem großen Grataufschwung gehört, der rechts umgangen werden muß. Statt dessen kann man den Grashang unterhalb der felsigen Stelle auf gleicher Höhe nach links queren, erreicht dann nach wenigen Metern einen schwach ausgeprägten Seitengrat, auf dem ebenso schnell der Hauptgrat oberhalb der Felsstelle wieder erreicht ist. Die Grasquerung erfordert gerade bei Nässe etwas Vorsicht, da der Hang im Vergleich zu den vorherigen Graspassagen steiler ist und es keinerlei Trittspuren gibt.
Auf dem Grat ist es dann nur mehr ein kurzes Stück, bis er an den hohen Felsaufschwung stößt. Hier führt eine deutliche Trittspur nach rechts in die ziemlich steile Gras- und Geröllflanke, die leicht ansteigend bis zu einer Geländekante gequert wird (hier ein Foto von dieser Passage). Gerade auf den ersten Metern ist dabei etwas Trittsicherheit nötig, schwierig ist es aufgrund der Pfadspur aber nicht. Bei dem Rücken am Ende der Querung ist bereits die breite und nicht mehr so steile Gipfelabdachung erreicht, die Pfadspur endet hier aber wieder. Am schnellsten steigt man nun sich rechtshaltend zum breiten Grat an, auf dem man bequem zum noch ein Stück weiter im Süden gelegenen Gipfel gelangt. Wenige Meter vor ihm kommt von links der markierte übliche Anstieg herauf. Bei einem Abstieg über den Nordgrat müßte man entsprechend den Gratrücken bei dem Felsabbruch oder besser schon in der Scharte vor dem letzten Gratkopf (links in der Grasflanke ein auffallender einzelner Felsblock) nach links verlassen und dann 30 bis 50 Höhenmeter zu der Stelle auf dem kleinen Seitenrücken absteigen, wo die querende Trittspur beginnt.
Die sicherlich lohnende Aussicht von der Sulzspitze war leider fast völlig im Nebel verborgen, deshalb gibt es hier auch nur zwei eigentlich erst beim Abstieg zur Strindenscharte aufgenommene Fotos vom Blick nach Osten:
Strindenschrofen über der Strindenscharte
 
Strindenschrofen über der Strindenscharte
 
Der Litnisschrofen mit seinem langen Südwestgrat
 
Der Litnisschrofen mit seinem langen Südwestgrat
 
Entsprechend schnell machte ich mich dann auch auf den Weiterweg zur Strindenscharte. Über diese führt der Fahrweg zur Gappenfeldalp, der aus dem Strindental kommend zuerst die Strinden- und dann die Gappenfeldscharte überquert. Zwischen diesen beiden Scharten führt er fast eben durch die Südostflanke der Sulzspitze, die auch der Normalanstieg der Sulzspitze benutzt. Wenn man über ihn absteigt, erreicht man den Fahrweg leider sehr viel näher bei der Gappenfeldscharte als beim eigentlichen Ziel. Trotzdem würde ich eher empfehlen, noch ein längeres Stück den markierten Weg zu verfolgen, als so wie ich direkt weglos zu dieser Scharte abzusteigen, denn auf dem Fahrweg ist die Strecke bequem in wenigen Minuten zurückgelegt. Beim direkten Abstieg mußte ich dagegen einem fels- und schotterdurchsetzten Gebiet in der Grasflanke ausweichen, was wegen der von oben schlecht zu erkennenden Felsen Zeit kostet und eventuell auch in Sackgassen enden kann. Entweder sollte man beim Direktabstieg schon sehr früh den Weg verlassen und sich eher links halten, oder man verläßt den Weg erst später nach der ersten unterhalb befindlichen Latschenzone.
Rückblick vom Hang gegenüber der Strindenscharte auf die Sulzspitze
 
Rückblick vom Hang gegenüber der Strindenscharte auf die Sulzspitze
 
An der Strindenscharte setzt der Grat in Richtung Strindenschrofen zunächst mit einem breiten Rücken an. Rechts von ihm ist der Hang dicht mit Latschen bewachsen, während links erst grasige, später schrofige Hänge ins Strindental herabziehen. Bis zum höchsten Punkt des Strindenschrofens hält man sich fast immer unmittelbar am linken Rand der Latschenzone, wo bald auch eine meist deutliche Trittspur zu finden ist (hier ein typisches Foto davon mit dem höchsten Punkt des Strindenschrofens im Hintergrund). Auch wo die Hänge links vom Grat im weiteren Verlauf steiler abfallen, ist mit Ausnahme weniger Stellen noch ausreichend Platz zwischen Latschen und Abgrund. Ansonsten hilft zumindest bis zum Gipfel des Strindenschrofens die Trittspur beim Durchqueren der Latschen rechts vom Grat, wo die relativ flachen Hänge immer ein leichtes Vorankommen ermöglichen.
Leilachspitze und Luchsköpfe über dem wolkenverhangenen Birkental
 
Leilachspitze und Luchsköpfe über dem wolkenverhangenen Birkental
 
Ost- und Westgipfel der Luchsköpfe
 
Ost- und Westgipfel der Luchsköpfe
Dazu noch ein kurz vorher aufgenommenes Foto ihrer Nordabstürze ohne Wolken

 
 
Für so eine Erscheinung (hier eine nicht besonders gut gelungene größe Version davon) ...
 
Grat im Gipfelbereich des Strindenschrofens
 
... ist eine solche Situation notwendig: Von einer Seite her Sonne, auf der anderen unterhalb des eigenen Standpunkts Wolken
 
Wie die obigen Bilder zeigen, können die sonst so störenden Wolken bei einer kurzen Aufhellung durchaus auch für Abwechslung sorgen. Ganz lustig war dabei der Schattenwurf auf der Wolkenbank links vom Grat. Da diese Situation mit einer kleinen Wolkenlücke im Süden ziemlich lange anhielt, spazierte bei einem Großteil des Aufstiegs zum Strindenschrofen mein Schatten auf den Wolken in der Nordflanke mit nach oben. Zusammen mit dem bei einer solchen Konstellation ebenfalls zu sehenden geschlossenen kleinen Regenbogen ergibt sich dann eine eigenartige Figur.
Nach dem vergleichsweise etwas längeren Anstieg auf den ersten wenig ausgeprägten Gratkopf ist es nur noch ein kurzes, fast ebenes Stück bis zum höchsten Punkt. Diesem ist im weiteren Gratverlauf noch ein fast ebenso hoher Vorgipfel vorgelagert, bis sich der Grat zur tiefsten Scharte vor dem Litnisschrofen absenkt. Der Übergang zu diesem Vorgipfel ist der schwierigste Teil der Tour, weil im Bereich der Einschartung vor ihm nun auch die Südflanke von einer steilen Fels- und Geröllzone unterbrochen wird. Diese zieht in Form einer sehr breiten Steilrinne ins Birkental herunter. Dadurch wird auch der Grat selbst bei der zweigeteilten Scharte felsig und schmal.
Grat zum östlichen Vorgipfel des Strindenschrofens
 
Grat zum östlichen Vorgipfel des Strindenschrofens
 
Vom ersten Einschnitt am Ende des Abstiegs vom Gipfel (dieser ist noch einfach, auch wenn die Trittspuren bereits seltener werden) führt ein schmaler, zunächst noch relativ leichter Felsgrat (I) über einen Gratkopf bis zum einige Meter hohen, sehr steilen Abbruch in die zweite, scharf eingeschnittene Einschartung. Der Aufschwung dahinter zum Vorgipfel sah wieder etwas leichter aus, den Abbruch selbst wollte ich aber lieber nicht hinunterklettern. Der Fels ist hier nirgendwo zuverlässig und die Stelle ist dem Augenschein nach sicher zumindest mit II zu bewerten. Da die beiden Scharten auf dem Bild oben natürlich kaum zu erkennen sind, hier noch die Links auf zwei weitere Fotos vom Verbindungsgrat zwischen Haupt- und Vorgipfel: Ein am Beginn der Tour aufgenommenes von Norden und ein Blick auf die Südseite, aufgenommen bei einer Besteigung der Leilachspitze. Ein Umgehungsversuch links scheiterte auch, weil die schmalen Geröllbänder immer schon nach wenigen Metern enden und die mit einer Geröllschicht bedeckte Schrofenflanke im Bereich des scharfen Einschnitts dann deutlich zu steil ist, um sicher begangen werden zu können. Damit blieb nur die Umgehung in der rechten Flanke, wo sich direkt unterhalb der Gratfelsen ein meist mehrere Meter breiter, etwas geneigter Geröllabsatz befindet (ein Stück weiter unten gibt es noch einmal ein schmaleres Band, das für den Weiterweg aber nicht hilfreich ist).
Der Geröllabsatz südlich vom Grat
 
Der Geröllabsatz südlich vom Grat
 
Diese Möglichkeit hatte ich eigentlich als erste ausgeschlossen, weil es den Anschein hat, daß dieses Geröllband kurz vor einem Seitengrat in brüchigen Felsen endet und selbst bei Erreichen dieses Grates noch kein leichter Weiterweg garantiert ist. Allerdings hatte ich nun die Hoffnung, daß von dem Geröllabsatz aus ein leichter Anstieg, vielleicht durch eine nicht einsehbare Geröllrinne, zu der scharfen Einschartung hinter dem Gratkopf im Hauptgrat möglich wäre. Deshalb stieg ich nun aus der ersten Scharte nach dem Hauptgipfel ein paar Meter über die grasigen Hänge nach Süden bis auf die Höhe des Geröllabsatzes ab. Eine kleine Rinne mit sehr feinem, fast schon erdigem Geröll ist dann noch zu überqueren, um den Absatz zu erreichen. Hier wie auch auf dem gesamten folgenden Geröllband ist langsames und sehr vorsichtiges Gehen nötig, wobei (Bergwander-)Stöcke sehr hilfreich sein können. Das Geröll beginnt an manchen Stellen sehr leicht zu rutschen, was wegen des Abgrunds direkt unterhalb unangenehm ist. Auch einige von den größeren (von mir um ein Exemplar dezimierten...) Blöcken auf dem Band liegen alles andere als fest, so daß man sich nicht auf ihre Stabilität verlassen darf.
Der erhoffte Aufstieg zur Einschartung war dann zwar doch nicht möglich - auch hier war die Felswand über dem Geröllband noch mehrere Meter hoch - dafür sah der Weiterweg zu dem erwähnten Seitengrat aus dieser Perspektive nun nicht mehr so problematisch aus. Tatsächlich sind es von der Stelle aus, wo sich das Band endgültig stark verengt und nach rechts umbiegt, nicht mehr als zwei Meter über gestufte Felsen (leicht, I) bis der Grat erreicht ist.
Rückblick über das gerade überquerte Geröllband auf die erste Grateinschartung
 
Rückblick über das gerade überquerte Geröllband auf die erste Grateinschartung
 
Wie schon erwartet waren die Schwierigkeiten hier aber noch nicht ganz vorbei, besonders weil schon nach wenigen Metern die Latschen sehr hinderlich werden. Ich entschied mich dazu, mich links zu halten und erreichte so nach kurzem Kampf mit den Latschen den Vorgipfel. In dem felsdurchsetzten Grasgelände, das sich an den (wenigen) Stellen befindet, wo keine Latschen wachsen, gab es dabei noch ein oder zwei kurze Kletterstellen im ersten Schwierigkeitsgrad. Auch eine Querung durch die Latschen direkt zur östlichen Gratfortsetzung ohne Besteigung des Vorgipfels ist sicher möglich, auf Anhieb ist hier aber keine angenehmere Variante als die von mir gewählte zu entdecken.
Insgesamt würde ich sagen, daß die Überschreitung des Strindenschrofens, für in der Literatur alle Angaben von "unschwierig" bis "II" zu finden sind, bei der von mir gewählten (sicher leichtesten) Route genau in der Mitte davon (=I) liegt. Im Vergleich zur klettertechnischen Schwierigkeit letztlich anspruchsvoller und unangenehmer ist allerdings die Querung auf dem Geröllband.
Rückblick zum Hauptgipfel, vorne der Abbruch in die zweite Scharte
 
Rückblick zum Hauptgipfel, vorne der Abbruch in die zweite Scharte
Hier noch ein weiteres Bild vom Verbindungsgrat, aufgenommen vom Anstieg nach dem Geröllband aus, auf dem allerdings der Abbruch zu einem noch größeren Teil verdeckt ist

 
Leichter ist der nun folgende Abstieg über eine weitere kleinere Graterhebung zur Scharte vor dem Litnisschrofen. Leider ist damit noch einmal ein größerer Höhenverlust verbunden, was auch auf diesem Blick vom östlichen Vorgipfel zum Litnisschrofen zu sehen ist. Wie außerdem zu erkennen ist, sind auf der Strecke bis zur Scharte einige Latschenpassagen nicht zu vermeiden. Trittspuren gibt es hier nicht durchgehend, deutliche erst recht nicht. Meist genügt aber der Platz zwischen der linken Steilflanke und den Latschen rechts noch für einen angenehmen Abstieg. Bald nach der Scharte gibt es endlich wieder einen deutlichen Pfad, weil dann die Trittspur aus dem Strindental heraufkommt, auf der normalerweise zum Beginn vom Südwestgrat des Litnisschrofens aufgestiegen wird. Sie bietet auch eine Alternative bei dieser Tour, wenn man die im Vergleich zum restlichen Teil anspruchsvollere Überschreitung des Strindenschrofens vermeiden möchte. Man kann dann von der Strindenscharte aus ins oberste Strindental absteigen und dann die Pfadspur als Wiederaufstieg zum Grat nutzen. Vermutlich ist das auch die schnellere Variante, weil man sich die zeitaufwendigen Passagen (Gratumgehung & Latschen) nach dem Strindenschrofen-Gipfel spart und der Höhenverlust auch nicht größer ausfallen dürfte als beim ständigen Auf und Ab der Strindenschrofen-Überschreitung. Eine genaue Beschreibung dieser Variante ist auf der Seite www.gipfelsuechtig.de zu finden.
Auf dem Pfad geht es nun wieder deutlich schneller voran, auch weil man auf ihm einige Graterhebungen umgehen kann, ohne ins Latschendickicht zu geraten. Trotzdem muß man immer etwas auf die Wegfortsetzung achten, weil es sich nur um eine schmale Trittspur handelt, die manchmal auch für einige Meter undeutlich wird. Die Latschen werden nun allerdings immer weniger, so daß bald auch ohne den Pfad ein halbwegs bequemer Aufstieg möglich wäre.
Am Litnisschrofen-Südwestgrat
 
Am Litnisschrofen-Südwestgrat
 
Blick auf das obere Birkental mit den Gappenfeldern
 
Blick auf das obere Birkental mit den Gappenfeldern, umrahmt von Luchsköpfen, Lachenspitze und Schochenspitze
 
Schließlich führt der Pfad kurz vor dem felsigen Vorgipfel des Litnisschrofens in die flachen Grashänge rechts vom Grat, wo er bald kaum noch zu erkennen ist. Nach wenigen Metern trifft man hier aber auf den markierten Normalanstieg zum Gipfel, der von der Gräner Ödenalpe heraufkommt. Man folgt nun den Markierungen und den bald beginnenden Sicherungsketten in Richtung der Scharte zwischen Vor- und Hauptgipfel. Überraschenderweise gabeln sich die Sicherungen ein Stück unterhalb der Scharte: Eine Kette führt durch eine Geröllrinne direkt zur Scharte, die andere leitet durch die Schrofen rechts davon. Für den Aufstieg dürfte die felsige Variante angenehmer sein, im Abstieg dann die Geröllrinne. In jedem Fall sind es nach der Vereinigung der beiden Wege nur noch wenige Höhenmeter zum Gipfelkreuz. Ohne die Weganlage wäre die Aufstiegsroute durch das doch schon relativ steile Schrofen- und Geröllgelände unterhalb der Scharte mit I zu bewerten, so bereitet sie, eine gewisse Trittsicherheit vorausgesetzt, keine großen Schwierigkeiten. Lohnend ist die Besteigung des Litnisschrofens - egal ob über den Südwestgrat oder auf dem Weg von der Gräner Ödenalpe aus - in jedem Fall, weil es sich um einen sehr selbständigen Gipfel mit umfassender Aussicht handelt (das war selbst bei dem immer noch wolkenreichen Wetter zu erkennen).
Die Krinnenspitze vor den Tannheimer Bergen (Kellespitze und Gehrenspitze)
 
Die Krinnenspitze vor den Tannheimer Bergen (Kellespitze und Gehrenspitze)
 
Die Krinnenspitze ist zwar nicht gerade der Höhepunkt in der Rundsicht vom Litnisschrofen aus (wie auf dem Foto oben zu sehen schaut man genau auf ihre sehr breite, mit Gras und Latschen bewachsene Südwestflanke), ihr Besuch zum Abschluß der Tour lohnt sich wegen des schönen Blicks auf das Tannheimer Tal und die direkt gegenüber aufragenden Tannheimer Berge aber trotzdem. Leider ist dazu wegen des tief eingesenkten Sattels zwischen Litnisschrofen und Krinnenspitze zunächst ein Abstieg von 350 Höhenmetern, gefolgt von fast 300 Höhenmetern Gegenanstieg, nötig. Gerade am Ende der Tour, wo ich noch dazu wegen der langwierigen Strindenschrofen-Überschreitung nicht mehr viel Zeit hatte, war das schon etwas ärgerlich. Um die Rundtour auf alle Gipfel über dem Strindental komplett abschließen zu können, wollte ich dennoch nicht auf die Besteigung verzichten und versuchte mich so gut es ging zu beeilen. Eine Stunde hat der Übergang dann aber doch gedauert, besonders weil sich der Abstieg vom Litnisschrofen zur Gräner Ödenalpe länger hinzieht als ich gedacht hatte. Zunächst geht es wieder die gesicherte Passage herunter, danach gibt es auf dem markierten Weg keinerlei Schwierigkeiten mehr. Er hält sich immer in der grasigen Flanke weit südlich vom Grat und ist gerade im letzten Teil nirgends mehr besonders steil, was im Aufstieg sicher angenehm, für einen schnellen Abstieg aber nicht gerade vorteilhaft ist.
Genau am Sattel zwischen Litnisschrofen und Krinnenspitze liegt dann die Gräner Ödenalp. Ein beschilderter Weg zur Krinnenspitze führt nun über den hier beginnenden, schwach ausgeprägten Rücken, der sich später in der Südwestflanke verliert. Die Wegsituation wird dort etwas unklar, es ist wohl so gedacht, daß man von dieser Stelle aus zum Südrücken quert und auf ihm zum Gipfel ansteigt. Weiter links gibt es ebenfalls einen Weg, den ich aber irgendwie auch verpaßt habe - wahrscheinlich weil er auch nicht direkt in Gipfelrichtung führt. Noch dazu waren alle Wege über den Grashang erdig und deshalb durch den vorangegangenen ausgiebigen Regen schlecht zu begehen. Wenn es schnell gehen soll, kann man aber einfach an der Grenze zur Latschenzone über den linken Rand des Grashangs zum obersten Südrücken ansteigen, von wo der etwas nach Osten vorgelagerte Gipfel schnell erreicht ist.
Fast 900 Meter tiefer im Nordwesten liegt am Fuß der Krinnenspitze der Haldensee und an seinem linken Ende der Ausgangspunkt der Tour. Dazu hier ein am Gipfel aufgenommenes Foto vom Haldensee mit Ein- und Aggenstein im Hintergrund.
Am Krinnenspitz-Gipfel
 
Am Krinnenspitz-Gipfel
 
Rückblick zum Litnisschrofen, rechts hinter ihm die Sulzspitze
 
Rückblick zum Litnisschrofen, rechts hinter ihm die Sulzspitze und - genau unter dem Rauhhorn - die Lochgehrenspitze
 
Nesselwängle mit den Hauptgipfeln der Tannheimer Berge
 
Nesselwängle mit den Hauptgipfeln der Tannheimer Berge: Rote Flüh, Gimpel, Kellespitze und Gehrenspitze
 
Beim Abstieg habe ich es dann wieder nicht geschafft, den richtigen Weg, diesmal zur Nesselwängler Ödenalpe, zu finden. Glücklicherweise war aber der Fahrweg zwischen den beiden Ödenalpen, der die Westhänge der Krinnenspitze etwa 300 Höhenmeter unter dem Gipfel quert, gut zu sehen, so daß ich über die mittelsteilen Grashänge auch ohne Weg schnell zu ihm absteigen konnte. Direkt vor der Nesselwängler Ödenalp zweigt von dem fast eben verlaufenden Alpweg der Fußsteig ins Strindental ab. Er führt im weiteren Verlauf durch ein bewaldetes Seitental zu einem Fahrweg, dem man talauswärts folgt und so nach einigen Minuten den Hauptweg im Strindental erreicht. Nachdem es nun doch schon nicht mehr ganz hell war, habe ich die Abzweigung des Fußwegs nach Haldensee, der die Kehre des Fahrwegs über dem Haldensee vermeidet, im Gegensatz zum Aufstieg gar nicht mehr bemerkt. Wegen der (in der zweiten Oktoberhälfte leider schon viel zu früh einsetzenden) Dämmerung war mir die Fahrstraße aber ohnehin lieber. Zum Abschluß der Tour bietet sie noch einmal ein paar schöne Ausblicke über den See.



Mehr zu den bestiegenen Gipfeln auf den einzelnen Gipfelseiten:

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