Grubachspitze (2102m), Stallkarle und Stallkarspitze (2353m)






Der markierte und beschilderte Normalanstieg zur Grubachspitze beginnt in Vorderhornbach. Er führt, zunächst etwas undeutlich, quer über den Wiesenhang nordwestlich des Orts in den Wald hinein und trifft dort auf verschiedene Forststraßen. Die richtige Fortsetzung ist immer markiert oder ausgeschildert, teilweise gibt es auch mehrere Möglichkeiten. Nach dem Passieren von zwei zur Wasserfassung dienenden Betonblöcken ist das Ende des Forststraßenbereichs erreicht und der Weg führt in einer langen, nur zeitweise stärker ansteigenden Querung bis kurz vor das Tal, das vom Sattele zwischen Haldenspitze und Saldeiner Spitze herabkommt. Zwei mit "Schafhag / Stall" beschilderte Abzweigungen werden dabei links liegen gelassen. Schließlich verzweigt sich der Weg in zwei Alternativrouten, die beide zum Nordrücken der Grubachspitze heraufführen: Der linke Weg (Wegweiser "Grubachspitze") ziemlich direkt, der rechte (Wegweiser "übers Kar Grubachspitze") mit einer weiten Schleife durch das Hornbachkar. Zumindest für den Aufstieg ist der deutlich kürzere linke Weg sinnvoller. Er führt durch Wald, später durch Latschen stark ansteigend zum Punkt des Zusammentreffens der beiden Varianten und erreicht nach weiteren etwa 100 Höhenmetern einen kleinen Grasabsatz direkt neben dem Nordrücken, wo man eine Trittspur erkennt, die auf der anderen Seite des Rückens schräg unter dem Gipfelaufbau hindurch im Geröll zum Karboden des Hornbachkars hinabführt. Diese kann man sich bereits für die spätere Fortsetzung der Tour vormerken.
Stallkarspitze und Haldenspitze über dem Hornbachkar
 
Stallkarspitze und Haldenspitze über dem Hornbachkar
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Weiteres Foto: Größere Ansicht der Stallkarspitze

 
Zunächst folgt man aber dem Steig über die letzen 100 Höhenmeter zum Gipfel der Grubachspitze. Es handelt sich eigentlich um einen Doppelgipfel, wobei die beiden Gipfelhöcker dicht beieinander liegen und sich in der Höhe nur um wenige Zentimeter unterscheiden. Das Gipfelkreuz steht auf der südlichen Erhebung und der Steig umgeht den nördlichen Gipfel auf der linken Seite. Statt dessen ist es aber auch möglich, dem Grat die wenigen Meter auf die Norderhebung zu folgen und anschließend auf der Grathöhe in die Gipfelscharte abzusteigen (leichte Kletterei, kurz I). Von hier sind es auf dem Weg nur wenige Meter bis zum Gipfelkreuz.
Der Hauptgipfel der Grubachspitze mit dem Gipfelkreuz vom Vorgipfel aus gesehen
 
Der Hauptgipfel der Grubachspitze mit dem Gipfelkreuz vom Vorgipfel aus gesehen, dahinter die Hornbachkette
 
Von der Grubachspitze aus hat man einen perfekten Blick auf das gesamte Hornbachtal
 
Von der Grubachspitze aus hat man einen perfekten Blick auf das gesamte Hornbachtal
 
Verbindungsgrat zur Stallkarspitze
 
Verbindungsgrat zur Stallkarspitze
 
Für den Weiterweg ins Stallkarle ist es wie schon erwähnt am sinnvollsten, zum Absatz am Nordrücken zurückzugehen und von dort auf einem hauptsächlich von Gemsen benutzten Geröllpfad ins Hornbachkar zu gelangen. Ein direkterer Abstieg ins Kar würde durch unangenehmeres Gelände verlaufen und deshalb kaum Zeit sparen.
Bereits vom Nordrücken der Grubachspitze aus erkennt man eine Pfadspur, die von rechts her zur tiefsten Grateinsenkung im westlichen Teil des Verbindungsgrat von Grubach- und Stallkarspitze hinaufführt (etwas weiter östlich dieser Stelle zieht von einer felsigen Graterhebung eine plattige Zone relativ weit in Richtung Karboden herunter). Dieser Sattel bildet den Übergang vom Hornbachkar ins Stallkarle und ist somit das nächste Ziel. Im Karboden hält man sich am besten an den parallel zum Grat verlaufenden Grasrücken und steigt dann ohne Schwierigkeiten zur Einsattelung an.
Blick von der Grathöhe auf das Stallkarle
 
Blick von der Grathöhe auf das Stallkarle
 
Auf der gegenüberliegenden Seite geht es etwas steiler ins Stallkarle hinunter. Ziel ist es, unter den Südwänden der Stallkarspitze mit möglichst wenig Höhenverlust hindurchzuqueren. Zunächst ist ein kurzer Abstieg aber unvermeidlich und im ersten Abschnitt ist es dabei besser, sich noch nicht nach rechts zu wenden. Dann folgt eine längere Geröllquerung bis unter den Südwestgrat der Stallkarspitze (Foto: Rückblick auf das Stallkarle, links die Stelle der Gratüberquerung). Im unteren Teil des Südwestgrats gibt es eine ausgeprägte Zwischenerhebung, die auf dem Foto oben ziemlich genau über der Bildmitte zu sehen ist. Unterhalb der Scharte rechts von ihr reicht das steile Geröll des Stallkarles bis fast unmittelbar an den Grat heran. Über die in diesem Bereich eingelagerten Graszungen steigt man nun an die Scharte heran und hat im nun unangenehmer werdenden Gelände verschiedene Möglichkeiten für den endgültigen Aufstieg zur Grathöhe: Eine Möglichkeit wäre, sich unter dem Felsansatz nach rechts zu wenden und über Gras, Schotter und Geröll im Steilgelände den Südwestgrat an einer bereits ein gutes Stück über der erwähnten Scharte gelegenen Stelle zu erreichen. Nachteil dabei wäre, das einem der interessante Blick auf den türmereichen Grat zur Östlichen Roßkarspitze entgeht, der sich bei Erreichen der Grathöhe im Schartenbereich plötzlich besonders eindrucksvoll darbietet. Oder man wählt die leicht nach links umbiegende Geröll- und Griesrinne, die direkt sehr steil zur Scharte hinaufführt. Eine dritte Variante (die von mir gewählte) ist, in den Geröllschrofen entlang des Felsansatzes am rechten Rand der Rinne anzusteigen, bis eine sehr steile, brüchige Felsrinne (II) durch diesen Felsgürtel einige Meter auf leichtes Gelände hinaufführt, über das man schnell den Grat direkt oberhalb der Scharte erreicht.
Roßkarspitzen beim Erreichen des Südwestgrats
 
Roßkarspitzen beim Erreichen des Südwestgrats
 
Gipfel über dem Großen Roßkar
 
Gipfel über dem Großen Roßkar
Detailansichten: Jochumkopf und Klupperkarkopf / Großer Roßzahn / Kleiner Roßzahn

 
Die Gratfortsetzung in Richtung Stallkarspitze
 
Die Gratfortsetzung in Richtung Stallkarspitze
 
Hat man die zweite oder dritte Variante gewählt, umgeht man anschließend die ersten Felshöcker auf dem Südwestgrat ohne besondere Schwierigkeiten über die Geröllflächen der Westflanke und erreicht den Grat wieder am Beginn eines längeren ziemlich einfach zu begehenden Abschnitts.
Rückblick auf den ersten Gratabschnitt und die Türme des Haarigen Rückens
 
Rückblick auf den ersten Gratabschnitt und die Türme des Haarigen Rückens
 
Haariger Rücken und Roßkarspitzen
 
Haariger Rücken und Roßkarspitzen
 
Grubachspitze mit dem vom Gipfel der Stallkarspitze her kommenden Grat
 
Grubachspitze mit dem vom Gipfel der Stallkarspitze her kommenden Grat
 
Der obere Gratteil mit dem Gipfelaufbau der Stallkarspitze
 
Der obere Gratteil mit dem Gipfelaufbau der Stallkarspitze
 
Über kleine Zwischenerhebungen hinweg geht es an den steileren, schrofigen Gipfelaufbau heran. Er läßt sich leichter durchsteigen, als es zunächst den Anschein hat; eine kurze Stelle liegt allerdings im zweiten Schwierigkeitsgrad. Die Route ergibt sich mehr oder weniger von selbst, wenn man nicht unnötig vom Grat abweicht. Nach dem Enstieg in die Schrofen folgt man einer Art Rampe, die links unterhalb der Gratfelsen verläuft, bis über eine kleine Stufe (II) der Grat an einer flacheren Stelle wieder erreichbar ist. Ab hier ist es nun wieder möglich, direkt aufzusteigen, wobei es sich an einer nochmals steileren Stelle bereits in Gipfelnähe empfiehlt, eine links gelegene, erdfarbene Griesrinne zu benutzen, die relativ einfach zwischen den Felsen des kurzen Aufschwungs hinaufführt. Vom Ende der Rinne ist es dann nicht mehr weit bis zum Gipfelkreuz.
Auf der Stallkarspitze: Blick über den Gratverlauf Haldenspitze - Saldeiner Spitze auf das Lechtal
 
Auf der Stallkarspitze: Blick über den Gratverlauf Haldenspitze - Saldeiner Spitze auf das Lechtal
 
Rückblick auf den Südwestgrat mit den Zwischenerhebungen im mittleren Gratabschnitt
 
Rückblick auf den Südwestgrat mit den Zwischenerhebungen im mittleren Gratabschnitt
 
Den Abstieg wählt man am bequemsten über die Normalroute der Stallkarspitze über den Nordrücken ins Haldenkar. Der meist breite Rücken (einige Trittspuren und Steinmänner) bereitet keine Schwierigkeiten. Nach einer kleinen Einschartung wird der zum Schnatterbachkopf weiterführende Grat unvermittelt felsig und wäre deutlich schwerer zu begehen. Genau aus dieser Einschartung führt aber eine von einer Geröllfurche geteilte Graszunge nach rechts ins Haldenkar hinab. Das Gras beginnt leider erst ein Stück unter der Grathöhe, der Abschnitt davor stellt noch einmal einige Anforderungen an die Trittfestigkeit. Zunächst folgt man man einem bereits kurz vor der Scharte am Abstiegsrücken beginnenden rampenartigen Band (kaum I) auf das griesige Gelände unterhalb der Scharte. Den ziemlich steilen Abschnitt bis zum Beginn der angenehmeren Geröll- und Grashänge muß man nun mit der nötigen Konzentration überwinden, der folgende Teil bis zum Karboden ist dann zumindest in Abstiegsrichtung schnell geschafft - auch wenn ein Abfahren im Geröll im unteren Teil kaum noch möglich ist.
Im Karboden hält man sich rechts und steuert relativ dicht an den zur Haldenspitze ansteigenden Hängen auf eine kleine Einsenkung im Wall, der den unteren Karabschluß bildet, zu. Auf den freien Grasflächen zwischen den Latschenzungen sind hier bereits einige Steinmänner zu finden. Sie helfen beim Auffinden des Steigs, der vom Haldenkar aus die Nordhänge der Haldenspitze in Richtung Hornbachkar quert. Bei Nebel wäre der Beginn des Steigs sicher sehr schwer zu finden, bei guter Sicht sollte dies dagegen kein allzu großes Problem darstellen: Nach Überschreiten der Karschwelle steigt man noch einige Höhenmeter rechtshaltend ab, bis man einen Überblick über den ersten Abschnitt des zu querenden Hangs erhält. Ein guter, evtl. aber nicht mehr lange vorhandener Richtpunkt ist ein aus dem Latschengelände ragender Stamm eines abgestorbenen einzelnen Baums (immerhin hat er zumindest mal die drei Jahre seit meiner ersten Besteigung der Stallkarspitze im Jahr 2004 überstanden). Wenige Meter oberhalb am Hang quert der Steig deutlich sichtbar eine Latschenzunge. Ist der - nur an einigen wenigen Stellen nicht gut zu erkenennde - Steig erst einmal gefunden, muß man jeweils nur noch auf die richtige Stelle der Querung der nächsten Latschenzunge achten. Zwischen den schmalen Latschengebieten verläuft der Weg über Grashänge, die auch ohne Weg problemlos zu begehen wären, die Latschenquerungen wären allerdings mühsam. Sollte man den vereinzelt rot markierten und durch Steinmänner angezeigten Wegverlauf nicht finden, wäre es daher sicher am sinnvollsten, am Hang der Haldenspitze bis oberhalb der Latschenzone aufzusteigen und dort zu queren.
Teilweise leicht ansteigend erreicht der Pfad schließlich den Nordostrücken der Haldenspitze. Von hier gilt es, ins untere Hornbachkar abzusteigen und dabei die günstigste Route durch das Latschengelände zu finden. Zuerst folgt man noch dem grasigen Rücken in Richtung Sattele abwärts, bis die Latschen auch hier dicht werden und sich eine Latschengasse auf der rechten Seite für den Weiterweg anbietet (nicht nach links ausweichen). Im folgenden Abschnitt kann man Glück oder Pech mit der Routenwahl haben. Es gibt zwar tatsächlich eine Route oder lästige Latschendurchquerungen, wenn man sich einmal für den falschen Weiterweg entschieden hat kann man allerdings schnell auch mitten im Latschendickicht stecken - wobei diese Gefahr in Abstiegsrichtung nach meiner Erfahrung geringer ist als beim Aufstieg aus dem Kar zum Rücken. Wo das Gelände flach wird, trifft man auf den markierten Steig, der die anfangs erwähnte Alternativroute zur Grubachspitze durch das Hornbachkar darstellt (Foto zur Orientierung bei Begehung der Route im umgekehrter Richtung: Rückblick auf die Latschengasse beim Erreichen des Steigs). Er führt nun, an kurzen grasigen Stellen etwas undeutlich, nach links ins Tal unter dem Sattele hinab, quert dann knapp oberhalb dieses Tals die unter dem Hornbachkar gelegenen Hänge und trifft dort bald auf den Vereinigungspunkt mit der Anstiegsroute.



Mehr zu den bestiegenen Gipfeln auf den einzelnen Gipfelseiten:

Grubachspitze  /  Stallkarspitze


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