Rund um den Schrecksee

Auf Kirchdach (1991m), Kirchturm (2013m), Kalbleggspitze (2000m), Kastenkopf (2129m), Lahnerkopf (2121m), Älpelekopf (2023m) und Falken (1905m)






Der Beginn der Tour war zunächst einmal wenig erfreulich: Als ich mein Fahrrad in Hinterstein aus dem Auto ausladen wollte, mußte ich feststellen, daß das Vorderrad platt war. Wie es dazu gekommen war, war mir äußerst rätselhaft, weil es der letzten Benutzung, bei der es noch keinerlei Anzeichen dafür gab, nur im Auto gelegen hatte. Die Konsequenz war in jedem Fall ein zusätzlicher Zeitaufwand für den Anmarsch durch das Hintersteiner Tal bis zum Beginn des Aufstiegs zum Schrecksee beim E-Werk im Äuele. Zum Glück hatte ich auf dem Parkplatz am Ortsende von Hinterstein geparkt und nicht an dem an der Straße als "preiswert" ausgeschilderten Parkplatz vor dem Ort, was mit dem Fahrrad natürlich keinen so großen Unterschied wie zu Fuß ausgemacht hätte. Wenn ich an diesem (meiner Meinung nach mit 30 Cent pro Stunde auch nicht wirklich preiswerten) Parkplatz schon einen Parkschein gelöst hätte, hätte ich mich sicher noch mehr geärgert. Eine positive Folge hatte das Loch im Schlauch allerdings auch: Die spontane Entscheidung, die Tour in umgekehrter Richtung als ich eigentlich geplant hatte zu gehen (in der Hoffnung, beim längeren Weg durch das Tal nach dem Abstieg vom Falken dann zumindest streckenweise den Bus benutzen zu können), stellte sich im nachhinein als sehr gut heraus.
Beim E-Werk am Taufersbach - bis hierhin sind es über einen Wiesenweg und die Fahrstraße zum Giebelhaus etwa drei Kilometer - geht es auf dem vielbegangenen und nicht zu verfehlenden Weg zunächst über einen bewaldeten Rücken in Richtung Schrecksee. Nach ungefähr 300 Höhenmetern verbreitert er sich deutlich und führt wenig später zu einem im Wald gelegenen kleinen aufgestauten See, der zu den Anlagen des E-Werks gehört und größtenteils abgesperrt ist. Nach einem weiteren kurzen Anstieg ist das flache Hochtal der Taufersalpe erreicht. Die Landschaft rund um den kleinen Bach, der hier mittels eines Stegs überquert wird, entschädigt etwas für die etwas eintönige Talumrahmung: In allen Richtungen ist das Tal von latschenbewachsenen Schrofenflanken umgeben. Auch die hier beginnende Materialbahn zum Schrecksee trägt nicht gerade zur Schönheit der Umgebung bei. Der direkte Weg zum See ist am Ende des Hochtals durch einen über 100 Meter hohen Felsriegel versperrt, den der Weg durch eine längere Querung nach links umgeht. Um den weiteren Aufstieg zum See etwas spannender zu gestalten, entschied ich mich für einen Aufstiegsversuch über einen alten, nicht markierten Steig, der den Felsriegel im rechten Teil überwindet.
Der rechte Teil des Felsriegels, durch den die Aufstiegsroute führt
 
Der rechte Teil des Felsriegels, durch den die Aufstiegsroute führt
(Zum Vergrößern auf die Originalgröße von 1024x768 auf das Bild klicken - es wird ein neues Fenster geöffnet)

 
Sehr nützlich war dabei die 1:25000er-Karte vom Bayer. Landesvermessungsamt, Blatt 8528 Hinterstein, auf der der genaue Verlauf der Pfadspur eingezeichnet ist. Gerade im Bereich unterhalb der Felsen habe ich nämlich keine durchgehende Trittspur gefunden, und wußte deshalb nur durch die Karte, wo der Felsdurchstieg beginnt. Am besten ist es, den markierten Weg dort zu verlassen, wo die lange Querung nach links beginnt und er eine kleine Rinne überschreitet. Oberhalb dieser Stelle gibt es einen Bereich, wo einige latschenbewachsene Felsen besonders weit herunterreichen. An diesen muß man links vorbei und erreicht so über einen steilen Grashang und etwas Geröll eine ganz kleine Höhle, die schon vom Weg aus sichtbar ist. Auf dem Bild oben sind die Felsen und der Grashang links gut zu erkennen; die Höhle ist der schwarze Punkt zwischen den unteren beiden Seilen der Materialbahn. Spätestens einen Meter unter der Höhle trifft man nun auf eine deutliche Trittspur, die eine kaum ausgeprägte Rippe mit einem einzelnen Baum überschreitet und dann in ansteigender Querung nach rechts, zunächst über eine Rinne, den Felsriegel auf einer grasigen Rampe überwindet.
Beim Durchstieg durch den Felsriegel, unten links ist die Trittspur bei der kleinen Fichte zu sehen
 
Beim Durchstieg durch den Felsriegel, unten links ist die Trittspur bei der kleinen Fichte zu sehen
Auf diesem Foto sieht der Felsdurchstieg zwar nicht mehr so spektakulär aus, dafür ist aber die Anstiegsroute gut zu erkennen

 
Da der Pfad hier im entscheidenden Teil noch am deutlichsten zu erkennen ist, gibt es eigentlich keine wirklichen Schwierigkeiten. Natürlich muß man aber in dem Steilgelände entsprechend vorsichtig sein. Sobald der Grashang oberhalb der Felsen erreicht ist, wird das Erkennen des Steigs wieder schwieriger. Aber hier ist man auch nicht mehr unbedingt auf eine Trittspur angewiesen. Als der Grashang von den ersten Büschen unterbrochen wurde, entschied ich mich für den Weg links an ihnen vorbei und traf dort zeitweise wieder auf einen deutlichen Pfad. Auf diesem war es nicht mehr weit bis zum Talriegel des Karbeckens, das unterhalb der letzten Geländeschwelle vor dem Schrecksee eingelagert ist. Obwohl diese Einsenkung ungefähr 40 Meter tief ist, gibt es hier statt einem weiteren See nur ein paar sumpfige Tümpel.
Murmeltiere vor dem Sumpfgelände im Becken unter dem Schrecksee
 
Murmeltiere vor dem Sumpfgelände im Becken unter dem Schrecksee
 
Da durch den Sumpf der direkte Weg zum Schrecksee versperrt war, mußte ich ihn entweder rechts oder links umgehen. Die Fortsetzung des Steigs führt laut Karte an den Hängen des Älpelekopfs weiter in Richtung Lahnerscharte und damit ein Stück westlich vom Schrecksee vorbei. Tatsächlich war hier auch eine deutliche Spur an den streckenweise noch schneebedeckten Hängen zu sehen. Trotzdem entschied ich mich für den zunächst weglosen Weiterweg über den Querriegel, der das sumpfige Becken abschließt, weil es mir als die kürzere Variante erschien. Denn das nächste Ziel der Tour, der Kirchdachsattel, liegt ja östlich über dem See. So traf ich dann bald auf den normalen Aufstieg zum See, der ihn am Ende der Materialbahn bei seinem Abfluß erreicht. Die Morgenstimmung am See, wenn hier noch nicht so viel los ist wie später am Tag, ist besonders schön, so daß sich ein früher Aufbruch auf jeden Fall lohnt.
Der Lahnerkopf, das drittletzte Gipfelziel der Tour, über dem Schrecksee
 
Der Lahnerkopf, das drittletzte Gipfelziel der Tour, über dem Schrecksee
 
Nach dem Betrachten des Schrecksees aus der Nähe sind nun die Gipfel seiner Umrahmung an der Reihe. Zu diesen könnte man im weiteren Sinne auch noch das Kugelhorn und den Knappenkopf zählen, allerdings wird die Tour sehr lang, wenn man diese Gipfel auch noch einbeziehen würde ohne andere zu streichen. Ihre Überschreitung ist besonders zu empfehlen als Alternative bei einer Begehung des Jubiläumswegs, der ihre Westhänge quert. Da ich sowieso erst ein Jahr zuvor bei einer Tour rund um das Tal der Vilsalpe die duchaus lohnende Aussicht von ihnen genossen hatte, war mein erstes Ziel nun der Kirchdachsattel als Ausgangspunkt für die Besteigung des Kirchdachs. Quer über den Grashang unter dem Sattel führen jeweils im Abstand von nur wenigen Höhenmetern drei oder vier Wege, um auf einem Weg zum Sattel aufzusteigen, müßte man allerdings etwas nach Norden ausweichen. Wenn man so wie ich diesen Weg verpaßt, kommt man zwar etwas anstrengender, aber trotzdem ohne Schwierigkeit zum Sattel, an dem der Nordgrat des Kirchdachs (das Foto ist kurz vor dem Erreichen des Sattels aufgenommen) beginnt. Den Rückblick auf den Schrecksee sollte man beim Anstieg zum Kirchdachsattel auf keinen Fall versäumen.
Der Schrecksee von Westen
 
Der Schrecksee von Westen
 
Über der Lahnerscharte erscheint beim Höherkommen der Gipfel des Hochvogels
 
Über der Lahnerscharte erscheint beim Höherkommen der Gipfel des Hochvogels
 
Die kleine Insel im Schrecksee
 
Die kleine Insel im Schrecksee
 
In den Karten und der Führerliteratur gibt es offensichtlich leider keine Einigkeit darüber, was genau als der Gipfel des Kirchdachs zu bezeichnen ist. Teilweise ist es der 1991m hohe Punkt direkt südlich vom Kirchdachsattel, den man über den steilen Nordgrat schnell erreicht, teils aber auch der ca. 150 Meter weiter südlich gelegene, 2013m hohe felsige Turm im Grat zur Kälbelespitze. Für die erste Variante spricht der Name "Kirchdach" (und nicht "Kirchturm"), für die zweite dagegen, daß der Turm natürlich eher Gipfelcharakter hat, auch wenn er südlich schon nach einer kurzen Einschartung von der Fortsetzung des Grats zur Kälbelespitze überragt wird. Der Grat zwischen den beiden Punkten ist bis auf den letzten Felsaufschwung am Turm fast eben; er fällt nur leicht zur Mitte zwischen den beiden Punkten hin ab. Da die Ähnlichkeit mit einer Kirche wirklich erstaunlich und in den Alpen so wohl einmalig ist, habe ich mich mal dazu entschieden, beide als Gipfel anzusehen und entsprechend ihrem Aussehen als Kirchdach, 1991m, und Kirchturm, 2013m, zu bezeichnen. (Übrigens nicht um die Gipfelbilanz dieser Tour aufzubessern; ich hatte das so schon im letzten Jahr nachdem ich zum ersten Mal auf dem Kirchdach war, in die Übersichtskarte eingetragen!)
Der Aufstieg vom Sattel zum Kirchdach führt über einen nach oben hin etwas steiler und schmaler werdenden Grasgrat, auf dem man in wenigen Minuten den Gipfel erreicht hat (hier der Rückblick auf den Kirchdachsattel). Da eine Zuhilfenahme der Hände eigentlich nicht nötig ist, würde ihn in jedem Fall noch unterhalb des Schwierigkeitsgrads I einordnen, obwohl es so gut wie keine Trittspuren gibt. Man könnte den Gipfel auch von Osten oder - etwas steiler - von Westen her über Gras erreichen. Am bequemsten ist aber sicher der Anstieg vom Kirchdachsattel aus.
Auf dem Kirchdach mit Blick auf den Grat über den Kirchturm zu Kälbelespitze und Kastenkopf (rechts)
 
Auf dem Kirchdach mit Blick auf den Grat über den Kirchturm zu Kälbelespitze und Kastenkopf (rechts)
 
Blick vom Kirchdach über den Schrecksee auf Älpelekopf und Falken
 
Blick vom Kirchdach über den Schrecksee auf Älpelekopf und Falken
 
Im Gegensatz zur Tour vom letzten Jahr wollte ich mir diesmal auch den Turm genauer anschauen. Der Weg dorthin verläuft zunächst sehr angenehm auf einer Trittspur über den schmalen Dachfirst bis zum felsigen Turmaufschwung. Ein ausgesetztes, aber ausreichend breites Grasband führt hier nach links zu einer Felsnase.
Der Kirchturm mit dem Grasband über dem Ende des flachen dachartigen Grats
 
Der Kirchturm mit dem Grasband über dem Ende des flachen dachartigen Grats
 
Über das Band ist also eine Umgehung des Steilaufschwungs möglich und von seinem Ende aus ist der Aufstieg zur Spitze wohl nicht schwerer als I (hier der Blick nach oben zum Gipfel). Da ich von unten aber nicht sehen konnte, daß nach den ersten Metern ein ansteigendes Band den direkten Aufstieg erleichtert hätte, und da das ganze etwas brüchig aussah, entschied ich mich, zunächst die weitere Querung östlich um den Turm herum zur Scharte nördlich von ihm genauer anzuschauen. Hier gab es zwar leider kein bequemes Grasband mehr, aber diese Route stellte sich trotzdem als nicht viel schwerer als das bisherige heraus (maximal I). Allerdings fällt der Hang unterhalb schon ziemlich steil ab.
Die Querung in der Ostflanke des Kirchturms
 
Die Querung in der Ostflanke des Kirchturms (hier diese Stelle von der anderen Seite aus gesehen)
 
Nach dieser mit Vorsicht zu begehenden Querung sind es nur noch ein paar Meter bis zur Scharte südlich vom Kirchturm. Von ihr aus führt ein etwa 45° steiler Grashang mit einzelnen schrofigen Stellen zum Gipfel. Er liegt im unteren ersten Schwierigkeitsgrad und ist leichter als die vorhergehende Querung, so daß der Aufstieg von Osten zur Scharte südlich des Turms und von hier auf den höchsten Punkt (also meine spätere Abstiegsroute) der insgesamt leichteste Aufstieg auf den Kirchturm wäre.
Blick vom Kirchturm auf das Kirchdach und ins Ostrachtal
 
Blick vom Kirchturm auf das Kirchdach und ins Ostrachtal
 
Ein Ausblick auf den nächsten Gipfel der Tour, die 2000m hohe Kalbleggspitze
 
Ein Ausblick auf den nächsten Gipfel der Tour, die 2000m hohe Kalbleggspitze
 
Nachdem ich vom Gipfel aus wie schon erwähnt festgestellt hatte, daß der Anstieg vom Ende des Grasbands aus doch leichter gewesen wäre als ich zunächst gedacht hatte, ging es über den Südrücken wieder zurück zur Scharte. Bei einer perfekten Tour auf die Gipfel der Schreckseeumrahmung müßte es von hier aus nun über den Grat weiter zur 2135m hohen Kälbelespitze gehen. Leider ist dieser höchste der Gipfel über dem Schrecksee auch deutlich schwerer zu besteigen als die übrigen. Insbesondere beim Aufstieg über den Nordgrat und beim Übergang zum dann folgenden Kastenkopf wäre Kletterei im dritten Schwierigkeitsgrad notwendig. Der erste Abschnitt des Grats sieht zwar noch relativ leicht aus, aber später vom Kastenkopf aus ist die Schwierigkeit der Fortsetzung klar zu erkennen. Aus diesen Gründen verzichtete ich lieber auf eine Besteigung der Kälbelespitze. Als Ausgleich dafür hatte ich aber die Kalbleggspitze als zusätzlichen Gipfel vorgesehen, obwohl sie nicht zu den Bergen am Schrecksee gehört.
Der Kirchturm mit dem Aufstiegshang von der südlichen Scharte
 
Der Kirchturm mit dem Aufstiegshang von der südlichen Scharte
 
Der Gipfel der Kalbleggspitze ist nur ca. fünf Minuten vom Saalfelder Weg entfernt. Um dorthin zu gelangen, mußte ich nun nach Osten zum Verbindungsweg Jubiläumsweg - Saalfelder Weg (d.h. Kirchdachsattel - Kastenjoch) absteigen. Während bei meiner Tour im letzten Jahr hier von Schnee nichts mehr zu sehen war, waren jetzt sogar zwei Wochen später im Jahr noch der gesamte Hang östlich der Scharte und auch längere Abschnitte des folgenden Wegs schneebedeckt. Den ersten ziemlich steilen Abschnitt des Osthangs konnte man zum Glück nördlich über Gras umgehen, im unteren Teil und auf dem ausgetretenen Weg war der Schnee dann kein Problem mehr.
Der Kirchturm von Osten
 
Der Kirchturm von Osten.
Der gesamte Abstieg und die Querung in der Ostflanke von der grasigen Schulter (Ende des Grasbands) aus beim Aufstieg sind hier gut zu verfolgen

 
Der vom Kirchdachsattel kommende Weg trifft erst kurz vor dem Kastenjoch, also schon östlich der Kalbleggspitze, auf den Saalfelder Weg. Deshalb ist es sinnvoll, schon früher über den Geröllhang zu diesem aufzusteigen. Wenn man direkt nördlich von der Kalbleggspitze aufsteigt, sind das weniger als 100 Höhenmeter. Allerdings ist es vom unteren Weg aus schwer zu erkennen, wo sich der Kalbleggspitz-Gipfel genau befindet.
Vom Saalfelder Weg aus sind es dann nur mehr ein paar Minuten zum Gipfel, der nach Süden hin vergleichsweise steil ins Hochwalderkar abfällt. Er ist trotz der geringen Höhe ein sehr guter Aussichtspunkt, so daß ich seine Besteigung auch bei einer Begehung des Saalfelder Wegs empfehlen würde. Zusätzlich zur Aussicht auf die Vilsalpsee-Umgebung öffnet sich hier nun auch der Blick über das Schwarzwassertal auf den Hochvogel und die Roßkar-Umrahmung mit den Roßzähnen.
Die Hochvogel-Nordwand über dem Talschluß des Schwarzwassertals
 
Die Hochvogel-Nordwand über dem Talschluß des Schwarzwassertals
 
Glasfelderkopf, Lärchwand und Schänzlekopf; dahinter der Schneck
 
Glasfelderkopf, Lärchwand und Schänzlekopf; dahinter der Schneck
 
Die nordöstlich gelegene Rote Spitze gehört zu den interessantesten Bergen in der Vilsalpseegruppe
 
Die nordöstlich gelegene Rote Spitze gehört zu den interessantesten Bergen in der Vilsalpseegruppe
 
Das Rauhhorn mit seinem Nordgrat
 
Das Rauhhorn mit seinem Nordgrat
 
Von der Kalbleggspitze ist der Grund für den Namen "Kirchdach " gut zu erkennen; der Turm ist leider etwas verdeckt
 
Von der Kalbleggspitze aus ist der Grund für den Namen "Kirchdach " gut zu erkennen; der Turm ist leider etwas verdeckt
 
Östlich über dem Kastenjoch erstreckt sich ein welliges Hügelgelände, über dem die LAchenspitze (2130m) aufragt
 
Östlich über dem Kastenjoch erstreckt sich ein welliges Hügelgelände, über dem die Lachenspitze (2130m) aufragt
 
Von der Kalbleggspitze aus ging ich dann das kurze Stück zurück zum Saalfelder Weg, der den Rücken zwischen Kalbleggspitze und Kälbelespitze knapp westlich des Gipfels überschreitet. Wie auf diesem Bild (Kälbelespitze von der Kalbleggspitze) zu sehen ist, führt der Saalfelder Weg nun unter der steilen Ostwand der Kälbelespitze hindurch zu einer kleinen Einschartung in ihrem zerrissenen Südgrat. Nach dem kurzen Anstieg zu dieser Scharte ergab sich ein interessanter Rückblick, besonders auf den Gipfel der Roten Spitze.
Rückblick von der Einschartung auf die Kalbleggspitze
 
Rückblick von der Einschartung auf die Kalbleggspitze
 
Der Gipfelaufbau der Roten Spitze über dem breiten Rücken zwischen Kälbele- und Kalbleggspitze
 
Der Gipfelaufbau der Roten Spitze über dem breiten Rücken zwischen Kälbele- und Kalbleggspitze
 
Auf der anderen Seite der Einschartung ging es nun über zwei plattige Wegstellen weiter in Richtung Lahnerscharte. Die erste davon ist mit Ketten gesichert, allerdings sind sie wohl nur bei Nässe wirklich nötig. Der Kastenkopf als mein nächstes Gipfelziel lag nun zwar direkt nördlich über dem Weg, da aber die Südhänge von Kälbelespitze und Kastenkopf sehr steil und größtenteils felsig sind, mußte ich zunächst dem Saalfelder Weg bis zur Lahnerscharte folgen.
Rückblick auf die Türme im unteren Teil des Südgrats der Kälbelespitze; vorne eine der plattigen Wegstellen
 
Rückblick auf die Türme im unteren Teil des Südgrats der Kälbelespitze; vorne eine der plattigen Wegstellen
 
Bis zur Lahnerscharte, wo zum ersten Mal seit längerer Zeit der Schrecksee wieder zu sehen war, waren es allerdings ohnehin nur noch ein paar Minuten. An der Scharte beginnt der relativ flache Westrücken des Kastenkopfs. Nach dem Anstieg zu einer alten weißen Grenzmarkierung an dem ersten Felsen auf dem Gratrücken beginnt eine im weiteren Verlauf immer deutlicher werdende Pfadspur. Sie führt meist etwas links vom Grat ohne Schwierigkeiten auf den Gipfel. Dieser Aufstieg lohnt sich ähnlich wie der zum Lahnerkopf auch sehr als zusätzliche Gipfelbesteigung, wenn man auf dem Jubiläumsweg unterwegs ist.
Die Kälbelespitze vom Kastenkopf
 
Die Kälbelespitze vom Kastenkopf
 
Blick auf Kirchdach und Kirchturm
 
Blick auf Kirchdach und Kirchturm
 
Interessant ist am Kastenkopf besonders der Blick auf die Kälbelespitze und ihre Grate. Der lange Nordgrat führt vom Kirchdachsattel über Kirchdach und Kirchturm und später einige Felsabbrüche zum Gipfel. Der Grat vom Kastenkopf zur Kälbelespitze ist auf den ersten Metern bereits sehr schmal, klettertechnisch allerdings noch nicht schwierig. Es ist aber deutlich zu erkennen, daß sich das besonders im Bereich der Scharten vor und nach der Graterhebung zwischen den beiden Gipfeln ändert. Deshalb testete ich nur ein kurzes Stück des Übergangs und kehrte wieder um, bevor es mir endgültig zu schwierig geworden wäre.
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Mehr zu den bestiegenen Gipfeln auf den einzelnen Gipfelseiten:

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