Rund um den Schrecksee

Auf Kirchdach (1991m), Kirchturm (2013m), Kalbleggspitze (2000m), Kastenkopf (2129m), Lahnerkopf (2121m), Älpelekopf (2023m) und Falken (1905m)



--- Teil 2 ---
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Außer auf die Kalbleggspitze ist vom Kastenkopf aus noch der Blick auf die Berge der Hochvogelgruppe und des südlichen Rauhhornzugs besonders lohnend. Und über den Schrecksee hinweg schaut man von hier aus genau in das Hintersteiner Tal. Als weiteren See kann man im Schwarzwassertal noch den im Wald über dem Talboden gelegenen Sieglsee erkennen.
Der Hochvogel mit dem Kalten Winkel über dem Fuchskar
 
Der Hochvogel mit dem Kalten Winkel über dem Fuchskar
 
Fast genau übereinander liegen hier die Gipfel von Schänzlespitze, Sattelkopf und Schneck
 
Fast genau übereinander liegen hier die Gipfel von Schänzlespitze, Sattelkopf und Schneck
 
Am Kastenkopf-Gipfel
 
Am Kastenkopf-Gipfel
 
Blick über den Schrecksee auf das Ostrachtal
 
Blick über den Schrecksee auf das Ostrachtal
 
Leider hatte ich bei der schönen Aussicht vom Kastenkopf (hier noch der Blick auf den Älpelekopf) vergessen, mir den bequemsten Aufstieg zum gegenüber der Lahnerscharte gelegenen Lahnerkopf genauer anzuschauen. Deshalb erwischte ich nach der Rückkehr zur Scharte wohl nicht die beste Route, denn von der Scharte aus ist der Überblick dann nicht mehr so gut wie vom Kastenkopf. Der direkte Weg zum Gipfel ist von ein paar Felsen versperrt, und da rechts vom Grat in der Nordostflanke noch sehr viel Schnee lag, entschied ich mich für die Variante links herum. Der Aufstieg war hier zwar trotz des noch dürren bzw. noch gar nicht vorhandenen Grases nicht schwer, aber etwas anstrengend. Wenn kein Schnee mehr liegt, dürfte es rechts vom Gratrücken auf jeden Fall empfehlenswerter sein. Hier gibt es auch einige Pfadspuren. Am Gipfel hat man dann unter anderem einen schönen Blick über das Ostrachtal auf die Daumengruppe.
Die Daumengruppe von den Wengenköpfen bis zum Breitenberg über dem Hintersteiner Tal
 
Die Daumengruppe von den Wengenköpfen bis zum Breitenberg über dem Hintersteiner Tal
 
Der Schrecksee vom Lahnerkopf; darüber Rauhhorn, Gaishorn, Kugelhorn und Knappenkopf
 
Der Schrecksee vom Lahnerkopf; darüber Rauhhorn, Gaishorn, Kugelhorn und Knappenkopf
 
Am Lahnerkopf zweigt vom Hauptkamm des Rauhhornzugs nach Norden der Älpelekopf-Grat ab, der den Schrecksee-Kessel vom westlich gelegenen Erzbergtal trennt. Abgesehen vom ersten Abstieg vom Lahnerkopf aus ist dieser Grat, über den die Schrecksee-Umrundung nun weitergeht, bis zum Älpelekopf fast eben.
Der Übergang vom Lahnerkopf zum Älpelekopf
 
Der Übergang vom Lahnerkopf zum Älpelekopf
 
Nach einem kurzen kaum fallenden Gratstück war ich etwas überrascht, daß der grasige Grat plötzlich von einer steileren felsigen Stelle unterbrochen wurde. Vom Lahnerkopf-Gipfel aus ist dies ebenso wenig zu erahnen wie vom Schrecksee aus gesehen. Man könnte diesen Gratteil umgehen, indem man schon am Gipfel etwas nach Nordosten absteigt und dann die Pfadspur quer durch die Nordostflanke nutzt, die zum Grat zurückführt. Nachdem ich kurz überlegt hatte, ob dies vielleicht die schnellere Variante gewesen wäre, stellte ich fest, daß die Kletterstelle doch kürzer war als es zunächst aussah. Denn nach dem ersten kurzen Gratabschwung war der Rest bis zur Fortsetzung des breiten Grasgrats wieder Gehgelände. Hier noch ein Foto von diesem Gratabschnitt im Rückblick.
Der Kastenkopf über der Lahnerscharte
 
Der Kastenkopf über der Lahnerscharte
 
Auf dem grasigen Kamm westlich vom Schrecksee ging es dann schnell voran in Richtung Älpelekopf. Der weitere Weg über den langen Grat bis zu seinem Gipfel macht dabei keine Schwierigkeiten mehr, führt aber durch eine interessante Umgebung. Aus dem Erzbergtal kommt kurz vor dem Älpelekopf der Rücken des Erzecks empor. Auf einer Breite von etwa hundert Metern hat das Gestein in diesem Bereich eine ganz auffallende rote Farbe, so daß der frühere Erzabbau im Erzbergtal nicht verwunderlich ist. Hier ein Tiefblick über diese Stelle hinweg ins Erzbergtal. Dort, wo das rote Gestein den Grat erreicht, befindet sich die einzige etwas ausgeprägtere Erhebung im ansonsten flachen Grat zum Älpelekopf. Zum Schrecksee hin fällt sie mit einer senkrechten, ebenfalls rot gefärbten Felswand ab.
Blick vom Grat auf Schrecksee und Kirchdachsattel; über dem Sattel die Rote Spitze
 
Blick vom Grat auf Schrecksee und Kirchdachsattel; über dem Sattel die Rote Spitze
 
Die rotgefärbte Graterhebung vor dem Gipfel des Älpelekopfs
 
Die rotgefärbte Graterhebung vor dem Gipfel des Älpelekopfs
 
Die Graterhebung wird überschritten oder auch über die (allerdings steilen und teilweise abgerutschten) Westhänge umgangen, da man sowieso wieder ein Stück in die letzte Einsenkung vor dem Älpelekopf absteigen muß. Von dieser Grateinsenkung aus ergibt sich noch einmal ein schöner Blick auf den Schrecksee und das Kirchdach.
Kirchdach und Kirchturm über dem Schrecksee
 
Kirchdach und Kirchturm über dem Schrecksee
 
Von hier geht es nun mit einem kurzen Anstieg über Gras zum Gipfel des Älpelekopfs. Da dieser Punkt der letzte auf der Tour mit einer umfassenden Rundsicht ist, hier noch einmal ein paar ausgewählte Bilder:
Rückblick vom Älpelekopf auf den Grat zum Lahnerkopf
 
Rückblick vom Älpelekopf auf den Grat zum Lahnerkopf
 
Kälbelespitze und Kastenkopf
 
Kälbelespitze und Kastenkopf
 
Im Süden sind immer noch die Gipfel der Roßzahngruppe zu sehen, besonders auffällig ist hier der Klupperkarturm. Rechts dahinter Urbeleskar- und Bretterspitze, vorne die Schänzlespitze
 
Im Süden sind immer noch die Gipfel der Roßzahngruppe zu sehen, besonders auffällig ist hier der Klupperkarturm. Rechts dahinter Urbeleskar- und Bretterspitze, vorne die Schänzlespitze
 
Das Rauhhorn über dem üblichen Aufstiegsweg zum Schrecksee
 
Das Rauhhorn über dem üblichen Aufstiegsweg zum Schrecksee
 
Der letzte und für mich im voraus von der Schwierigkeit her am schlechtesten einzuschätzende Teil der Tour führt nun über die Gratfortsetzung nach Norden zum Falken. Vom Tal aus sieht der Schlußabschnitt dieses Grats schon ziemlich zerrissen aus. Zunächst ging es aber noch über einen steilen Grashang vom Älpelekopf hinunter und über ein paar grasige Erhebungen weiter in Richtung Falken.
Rückblick auf den Gipfel des Älpelekopfs
 
Rückblick auf den Gipfel des Älpelekopfs
 
Der weitere Gratverlauf bis zum Falken
 
Der weitere Gratverlauf bis zum Falken
 
Der breite Grasgrat endete dann an einem Felssabbruch zu einer Grateinschartung. Nach der Scharte ging der Grat ebenfalls mit einem senkrechten Felsaufschwung weiter, so daß eine Beibehaltung der Grathöhe nun nicht mehr möglich war. Direkt vor dem Abbruch zur Scharte war aber der Abstieg auf einer in Richtung Älpelekopf verlaufenden kurzen Grasrampe auf der Ostseite möglich. Mit einer ganz kurzen plattigen Stelle am Schluß führte sie zum oberen Ende der Grashänge in der Ostflanke. Von dieser Stelle aus hätte man nach einem Abstieg von wenigen Metern durch eine kurze Querung über einen steilen Gras- und Geröllhang die Gratscharte erreichen und so nach der Umgehung des folgenden Gratkopfs auf der Westseite auf den Falkengipfel gelangen können. Da ich allerdings schon zuvor eine deutliche Pfadspur etwas tiefer in der Ostflanke gesehen hatte, die direkt zum Gipfel führt, entschied ich mich für diese Route. Auf dem Foto oben ist die Pfadspur auch zu erkennen, genauso wie der Abstieg vor der (von der letzten grasigen Graterhebung weitgehend verdeckten) Gratscharte über den schmalen Grasabsatz mit der Felsplatte am Ende.
Rückblick über das (nach Südosten führende) Grasband auf die Felsen des Aufschwungs nach der Grateinschartung
 
Rückblick über das (nach Südosten führende) Grasband auf die Felsen des Aufschwungs nach der Grateinschartung. Rechts der Falkengipfel
 
Der Falken mit der Pfadspur in der Ostflanke; unten die Platte am Ende des Grasbands
 
Der Falken mit der Pfadspur in der Ostflanke; unten die Platte am Ende des Grasbands
 
Um zu der Pfadspur zu gelangen, mußte ich zunächst ein Stück weglos über die ziemlich steilen Grashänge der Ostflanke absteigen, wo einige Vorsicht nötig war. Ohne Teleskopstöcke wäre mir dieser Abstieg möglicherweise zu unangenehm gewesen. Kurz oberhalb der Pfadspur gibt es an manchen Stellen noch einen kleinen Felsabbruch, dem ich aber mich links haltend ganz gut ausweichen konnte. Wenn der Pfad erst einmal erreicht ist, ist der nun wieder ansteigende Weiterweg zur letzten Scharte vor dem Falken relativ bequem. Der Steig ist offensichtlich ein Teil des Wegnetzes aus alten Jagdsteigen im Taufersbach-Gebiet, zu dem bereits der Pfad durch den Felsriegel beim Aufstieg zum Schrecksee und dessen schon erwähnte Fortsetzung an den Osthängen des Älpelekopfs zur Lahnerscharte gehörten. Die Fortsetzung des Steigs durch die Ostflanke des Grats Älpelekopf - Falken in die andere (untere) Richtung, also südlich der Stelle, an der ich ihn erreicht hatte, ist allerdings nicht mehr überall deutlich ausgetreten und führt kurzzeitig durch unangenehmes Steilgelände. Auf der 1:25000er-Karte ist sie im Gegensatz zu meinem Aufstieg vom Morgen auch nicht eingezeichnet. Im übrigen ist hier aber auch der gesamte Bereich östlich vom Punkt 1891 (der umgangenen felsigen Graterhebung) als Felsgelände dargestellt, was definitiv so nicht stimmt.
Von der Scharte hinter dem Gratkopf sind es dann nur noch wenige Höhenmeter bis zum Gipfel des Falkens. An diesem Punkt bricht der Grat mit einer hohen senkrechten Stufe nach Norden ab.
Der Älpelekopf vom Falken
 
Der Älpelekopf vom Falken. Rechts von dem langen Schneefeld der Grashang, über den der Abstieg zur Pfadspur führt
 
Auch von diesem letzen Gipfel der Tour aus darf der Blick auf den Schrecksee natürlich nicht fehlen
 
Auch von diesem letzen Gipfel der Tour aus darf der Blick auf den Schrecksee natürlich nicht fehlen
 
Nach Nordosten hin bricht der Falken mit einer teilweise überhängenden und deshalb vom Gipfel aus nicht einsichtbaren Wand ins Taufersbachtal ab. Dafür hatte ich noch einmal einen guten Blick von oben auf meinen Aufstieg auf der Pfadspur zum Schrecksee zu Beginn der Tour (hier ein Foto von diesem Tiefblick).
Vom Falken wollte ich nun nach Westen ins Ostrachtal absteigen. Am Punkt 1891, also der beim Aufstieg umgangenen Graterhebung vor dem Falken, beginnt ein unterschiedlich stark ausgeprägter Rücken, der sich bis zum Talboden fortsetzt. Zu ihm gelangt man, indem man zur letzten Einschartung vor dem Falken zurückgeht und dann auf einer schwachen Steigspur die Nordostflanke von P. 1891 quert. Hier gibt es noch ein Bild dieses Gratkopfs vom Falken aus gesehen. Vom Rücken aus wäre eine weitere Querung über großes Blockwerk zur scharf eingeschnittenen Scharte zwischen dem P. 1891 und der Stelle, wo ich beim Hinweg zum Falken den Grat über das Grasband verlassen hatte, leicht möglich. Der Felsabbruch nördlich der Scharte ist auf dem Bild unten etwas verdeckt.
Blick vom Abstiegsrücken auf die Scharte nördlich von P. 1891
 
Blick vom Abstiegsrücken auf die Scharte nördlich von P. 1891
 
Über den im oberen Teil grasigen Rücken ging es dann zunächst sehr schnell in Richtung Tal. Bevor der Rücken immer stärker bewaldet ist, kann man nach rechts an einigen Stellen einen Blick auf die Westwände des Falkens werfen, während man links einen sehr schönen Ausblick auf die Umgebung des Erzbergtals hat.
Abstieg im oberen Teil des Gratrückens
 
Abstieg im oberen Teil des Gratrückens
 
Blick auf das obere Erzbergtal mit Schänzlespitze, Schänzlekopf und Sattelkopf
 
Blick auf das obere Erzbergtal mit Schänzlespitze, Schänzlekopf und Sattelkopf
 
Im unteren Teil wird der Rücken sehr breit und es geht zunächst durch einen Nadelwald. Leider ändert sich das schon nach kurzer Zeit: In dem folgenden Laubwald wimmelte es wie immer von allerlei unangenehmen Dingen wie Brennesseln, Himbeerranken, unzähligen Insekten usw.. Von einer im Mittelteil des Rückens zeitweise erkennbaren Pfadspur war hier auch nichts mehr zu sehen, so daß an ein schnelles Vorankommen überhaupt nicht mehr zu denken war. Außerhalb der Sommermonate ist dieses Gebiet laut Karte Wildschutzgebiet und wohl auch ein beliebtes Jagdgebiet, so daß es einige auch in der Karte eingezeichnete Jagdsteige gibt. Mir gelang es schließlich, eine Waldlichtung und den daran am Südhang anschließenden Fichtenwald zu erreichen, in dem ich dann auf einen dieser Steige traf. Am besten wäre es vermutlich gewesen, den Rücken schon früher nach Süden zu verlassen. Der weitere Abstieg auf den Jagdsteig war dann auch nicht gerade eine Freude, weil er in ewig langen Kehren nur ganz langsam tiefer führte. Ein Abkürzen der teilweise fast ebenen Kehren war auch nicht möglich, weil die Hänge dazwischen zu dicht mit Gebüsch bewachsen waren. Als ich endlich die Fahrstraße im Tal erreicht hatte, war ich ziemlich froh darüber, daß ich die Tour nicht in umgekehrter Richtung gemacht hatte. Denn im Aufstieg hätte dieser letzte Abschnitt sicher noch weniger Spaß gemacht und auch der grasige obere Teil des Rückens wäre sehr mühsam gewesen.
Der letzte, gut sechs Kilometer lange Abschnitt der Tour auf der Fahrstraße nach Hinterstein war dann nicht mehr besonders spannend. Natürlich war ich hier als einziger zu Fuß und nicht mit dem Fahrrad unterwegs. In jedem Fall könnte man die 13 Stunden, die die Tour insgesamt gedauert hat, deutlich verkürzen, wenn man ein (intaktes) Fahrrad dabei hat. Oder auch indem man nicht so wie ich meint, alle paar Minuten zum Fotografieren die Kamera aus dem Rucksack holen zu müssen ;) . Eine Busbenutzung beim Rückweg wäre ebenfalls möglich, wenn man etwas Glück mit den Abfahrtszeiten hat und nicht erst fast eine Stunde auf den nächsten Bus warten müßte, wie es bei mir natürlich der Fall war. Aber auch zu Fuß hatte ich die Strecke irgendwann geschafft, wenn auch nicht ohne einen Regenschauer kurz vor dem Ziel am Ortsbeginn von Hinterstein.
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