Die Hüttengipfel der Hermann-von-Barth-Hütte Auf Plattenspitzen (Östliche: 2486m, Westliche: 2493m) und Wolfebnerspitzen (Nördliche: 2433m, Südliche: 2427m) |

| Die Plattenspitzen und die Wolfebnerspitzen können gut in einer Tagestour aus dem Lechtal zusammengefaßt werden, alternativ kann man beide Gipfelpaare aber auch unabhängig voneinander besteigen, zum Beispiel als Kurzunternehmungen bei einem Aufenthalt auf der Hermann-von-Barth-Hütte. Dies bedeutet kaum zusätzlichen Aufwand, da es zwischen den Besteigungen der Platten- und der Wolfebnerspitzen wieder bis fast zur Hütte ins Wolfebnerkar zurückgeht. Zur Hütte gelangt man am schnellsten auf dem üblichen Zustieg von Elbigenalp aus über das Kasermandl-Haus und den "Gesprengten Weg". Im oberen Teil führt der Weg unter den Seilen der Materialseilbahn, durch seine Südostlage schon früh am Tag der Sonne ausgesetzt, um den Ausläufer des Südrückens der Wolfebnerspitzen herum zur Hütte am Eingang ins Wolfebnerkar. Vier der fünf Gipfel in dessen Umrahmung werden bei der beschriebenen Tour bestiegen, nur die nordwestlich über dem Kar gelegene Südliche Ilfenspitze, deren Normalanstieg im Birgerkar beginnt, ist hier nicht einbezogen. |
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| Bei der Hermann-von-Barth-Hütte: Südliche Ilfenspitze, Plattenspitzen (Mitte), Südliche Wolfebnerspitze (Zum Vergrößern auf die Originalgröße von 1024x768 auf das Bild klicken - es wird ein neues Fenster geöffnet) Größere Ansichten: Plattenspitzen / Südliche Wolfebnerspitze | ||
| Zur Östlichen Plattenspitze führt von der Hermann-von-Barth-Hütte aus ein markierter und am Gipfelaufbau gesicherter Steig. Er leitet aus dem Wolfebnerkar durch eine breite Geröllrinne zur Scharte zwischen Nördlicher Wolfebnerspitze und Östlicher Plattenspitze (Wolfebnerscharte) und dann im Bereich des Südostrückens zum Gipfel. Bis zur Geröllrinne unter der Scharte gibt es zwei Varianten: Der normale Weg verläuft durch den Karboden, interessanter ist aber die Alternative, zunächst zum Ansatz der Felsen der Südlichen Wolfebnerspitze aufzusteigen und dann am Fuß der Felswände der Wolfebnerspitzen über Geröll bis unter die Wolfebnerscharte zu queren. Dazu folgt man zunächst dem Steig, der - hauptsächlich als Zustieg zu den Kletterführen an der Südlichen Wolfebnerspitze benutzt - direkt auf die Südliche Wolfebnerspitze zuführt. Unter dem Beginn der Wände teilt er sich: Rechts kann man zur Einsattelung im Südostgrat der Südlichen Wolfebnerspitze unter der großen Platte ihres Vorgipfels aufsteigen, links beginnt die Querung unter den beeindruckenden, sehr steilen Westwänden der Wolfebnerspitzen. Er führt etwa auf gleicher Höhe bleibend an den Einstiegen mehrerer Kletterrouten vorbei nach Norden, bis aus dem Karboden der markierte Anstieg zur Wolfebnerscharte heraufkommt. |
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| Westwände der Wolfebnerspitzen mit dem Gipfelkreuz des Südgipfels (Bild vom Rückweg) | ||
| Wie auch beim nun folgenden Aufstieg zur Wolfebnerscharte bereitet der Weg zwar keine Schwierigkeiten, es ist aber ein gewisses Maß an Sicherheit im Geröllgelände erforderlich. Der Anstieg zur Scharte im gleitenden Geröll ist ziemlich steil und mühsam (Foto), ein ausgeprägter Steig kann sich in diesem Gelände natürlich nicht bilden. Immerhin ist der Anstieg nun nicht mehr ganz so lang wie bei der Variante durch das Kar. |
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| Rückblick auf den Aufstieg durch die breite Geröllrinne zur Wolfebnerscharte | ||
| Die Wolfebnerscharte ließe sich von rechts her auch aus dem Balschtekar erreichen; in diese Richtung führt von der Scharte aus eine deutliche Trittspur. Daher könnte man statt zur Hermann-von-Barth-Hütte auch weglos durch das Tal des Balschtebachs in Balschtekar aufsteigen und so die Plattenspitzen erreichen. Ab der Scharte hält sich der weitere Gipfelanstieg zunächst etwas rechts vom Gratrücken. Eine felsige Stelle wird dabei durch ein Drahtseil erleichtert (ohne Seilbenutzung I). Darüber führt ein begrünter Geröllhang zur plattigen Gipfelkrone. Diese letzten Höhenmeter werden in Kehrenform auf kurzen Leisten in einer ansonsten glatten Plattenzone überwunden. Da die Absätze in der Platte von unten schwer zu erkennen sind, sieht das ganze auf dem Bild unten etwas schwieriger aus als es ist. Wenn man das Seil nicht zu Hilfe nimmt, liegt auch diese Passage im ersten Schwierigkeitsgrad. Selbst mit dem Drahtseil ist hier aber etwas Bergerfahrung von Nutzen. |
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| Drahtseil an der plattigen Gipfelkrone | ||
| Die Aussicht von der Östlichen Plattenspitze ist sehr lohnend, daher sollte sich jeder Besucher der Hermann-von-Barth-Hütte bei entsprechender Zeit diesen Gipfelabstecher nicht entgehen lassen. Besonders beeindruckend sind die Südliche Ilfenspitze über der nahen Westlichen Plattenspitze und das Massiv der Wolfebnerspitzen, das sich aus dieser Richtung betrachtet als ganz schmale Felsmauer zwischen Wolfebner- und Balschtekar zeigt. |
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| Wolfebnerspitzen vor den Lechtaler Alpen | ||
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| Ilfenspitzen, vorne die Westliche Plattenspitze | ||
| Der Übergang zur etwas höheren Westlichen Plattenspitze ist interessant, aber etwas schwieriger als der Aufstieg zum östlichen Gipfel, da es nun keinen Weg mehr gibt. Den ersten Schwierigkeitsgrad sollte man für den Übergang sicher beherrschen, da die Schwierigkeit fast schon an II grenzt. Gleich nach dem Gipfel sinkt der Verbindungsgrat über eine kleine Felsstufe (I) in eine kleine Einschartung ab. Am folgenden niedrigen Aufschwung wäre die Verfolgung der Grathöhe schwierig. Für die Umgehung gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder steigt man wenige Schritte im Geröll nach links ab (nicht über das Geröll tiefer absteigen) und hält sich dann unmittelbar unter den Gratfelsen, um sofort wieder zur Grathöhe aufzusteigen, oder man umgeht den Gratabschnitt rechts über geröllige Bänder. Später steigt man bei beiden Varianten über die Flanke rechts vom Grat an geeigneter Stelle zu einem auf Höhe der nächsten Grateinsenkung gelegenen Geröllband ab und erreicht auf ihm wieder die Grathöhe. Es ist aber auch möglich, dicht am Grat zu bleiben, was bei Schnee / Vereisung auf der Nordseite eine Alternative bildet. Nun gelangt man auf dem Grat über Geröll und Schrofen zu zwei aufeinanderfolgenden Grattürmen, von denen der zweite, wesentlich kleinere auffallend schmal ist. Der erste Turm wird rechts im Geröll, zuletzt auf einem schmalen Band, das direkt in die Scharte zwischen den beiden Türmen führt, umgangen (Foto: Rückblick auf das hier teilweise schneebedeckte Geröllband unter dem ersten Turm). Der zweite Turm muß ebenfalls auf der rechten Seite passiert werden. Auf gleicher Höhe bleibend gelangt man über ein ganz kurzes, abschüssiges Felsband, dann über eine etwa einen Meter hohe Stufe absteigend an ihm vorbei. Da die Stelle wegen der oberhalb befindlichen Wand des Turms etwas abdrängend ist und keine guten Griffe zur Verfügung stehen, ist es insbesondere beim Rückweg leichter, die Umgehung zwei bis drei Meter tiefer über ein Geröllband vorzunehmen. Beim Rückweg hat man dann erst hinter dem Turm über eine ca. zwei Meter hohe Stufe wieder zum Grat zurückzukehren. |
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| Der zweite Turm mit dem Gipfel der Westlichen Plattenspitze im Hintergrund | ||
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| Rückblick auf den aus dieser Perspektive schlecht zu erkennenden Turm, links von ihm in der Sonne das kurze Felsband | ||
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| Querung des schmalen Turms (entweder im Fels etwas über der Bildmitte oder über das Geröllband unterhalb und die Stufe unter der sonnenbeschienenen Scharte) im Rückblick | ||
| Die letzten Höhenmeter zum Gipfel nach dem Gratturm sind wieder einfach. Die Aussicht ist natürlich fast identisch mit der von der Östlichen Plattenspitze, nur die benachbarten Gipfel der Südlichen Ilfenspitze (Foto) und der Wolfebnerspitzen zeigen sich noch einmal aus einer etwas anderen, ebenso interessanten Perspektive. |
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| Wolfebnerspitzen und Barthhütte von der Westlichen Plattenspitze | ||
| Beim Rückweg muß die Östliche Plattenspitze erneut überschritten werden. Nach der schwierigsten Stelle bei dem schmalen Turm gleich zu Beginn bietet es sich an, im zweiten Teil des Grats (Foto) diesmal eine andere Variante auszuprobieren. Danach geht es ebenfalls auf der Aufstiegsroute zur Wolfebnerscharte zurück, in der der Nordwestgrat der Nördlichen Wolfebnerspitze beginnt. Das wäre natürlich nun der kürzeste Zugang zu den Wolfebnerspitzen. Allerdings sehen einige kurze Steilaufschwünge des Grats ziemlich schwierig aus, und wenn ich im oberen Teil des Grats hätte umkehren müssen, hätte ich mich anschließend schon beeilen müssen, um die beiden Gipfel der Wolfebnerspitzen noch auf ihren Normalrouten zu erreichen. Vor allem führt der Nordwestgrat zunächst zu einem Vorgipfel der Nördlichen Wolfebnerspitze, der noch einmal durch einen Einschnitt vom Gipfel getrennt ist. Auch der Übergang zwischen diesen beiden Punkten sah später vom Gipfel her nicht gerade angenehm aus. |
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| Nordwestgrat der Nördlichen Wolfebnerspitze über der Wolfebnerscharte Weiteres Bild: Erster Grataufschwung über der Scharte | ||
| Für die Besteigung der beiden Wolfebnerspitzen (Hinweis: Auf der Alpenvereinskarte sind sowohl die Gipfelbezeichnungen "Nördl." bzw. "Südl." als auch die Lage des Gipfelkreuzes falsch eingetragen; wo das Gipfelkreuz eingezeichnet ist, befindet sich in Wirklichkeit der Nordgipfel, wo "Nördl." steht dagegen der Südgipfel mit Kreuz) über die Normalroute geht man nach dem Geröllabstieg von der Scharte auf dem Steig unter den Westwänden bis zu seinem Ende zurück, wo er auf den Weg von der Barthhütte zum Sattel unter der Platte des südöstlichen Vorgipfels trifft. Dieser Steig führt nun über einige schrofige Stellen immer mit beeindruckendem Blick auf die glatte Plattenwand zum Grat empor. Meist werden in einer der zahlreichen Routen in diesem Bereich auch Kletterer unterwegs sein. |
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| Die Plattenwand des südöstlichen Vorgipfels der Wolfebnerspitzen beim Anstieg zum Südostsattel Weiteres Bild: Blick vom Sattel auf den oberen Teil der Platte | ||
| Im Sattel setzt sich der Grat zu den Wolfebnerspitzen mit der anfangs steilen Südostkante des Vorgipfels fort. Der Normalanstieg wendet sich daher nun in die östliche Flanke, in der etwas oberhalb der Höhe der Scharte bereits ein meist breites Felsband sichtbar ist, das an mehreren Stellen von weit ausladenden Überhängen überdacht wird. Um zum Beginn des Bands zu gelangen, hält man sich zunächst kurz im Geröll unterhalb des Felsansatzes der Südostkante, bis eine Nische in einer kleinen Felsstufe (I) den Aufstieg zum Beginn des Felsbands erlaubt. Wegen der vorhandenen Markierungen sollte die Route eigentlich nicht zu verfehlen sein, allerdings sind diese offensichtlich hauptsächlich für die Kletterer gedacht, die diesen Weg nur in Abstiegsrichtung begehen, so daß man beim Aufstieg viele rote Punkte erst beim Blick zurück erkennt. Das richtige Band ist in jedem Fall der höchstgelegene und felsigste der Absätze in der sonst sehr steilen Ostwand. |
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| Die Felsstufe und der Beginn des Bands, hinten der am weitesten ausladende Überhang Weiteres Foto: Rückblick von oberhalb der Stufe in Richtung Sattel | ||
| Das Band ist zunächst breit und ohne Schwierigkeit begehbar, bald folgt aber eine felsige, abschüssige Stelle des Bandes. Der Fels ist hier glatt und abwärtsgeschichtet, so daß so gut wie keine vernünftigen Griffe und Tritte zur Verfügung stehen. Außerdem ist die Passage sehr ausgesetzt. Insgesamt würde ich diese Stelle daher mit II bewerten, selbst wenn es vielleicht am einfachsten ist, einfach aufrecht und ohne Benutzung der Hände weiterzugehen - was mir aufgrund der fast senkrechten Abbrüche ins Balschtekar aber zu unangenehm war. Auf jeden Fall ist es die anspruchsvollste Passage des Aufstiegs zur Südlichen Wolfebnerspitze. |
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| Rückblick auf die schwierigste Stelle des Felsbands Weitere Bilder: Beim Aufstieg über diese Passage / Tiefblick ins Balschtekar | ||
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| Unter den großen Überhängen mit Blick zur Nördlichen Wolfebnerspitze | ||
| Kurz nach der abschüssigen Stelle bricht das hier unter besonders großen Überhängen durchführende Band über eine knapp zwei Meter hohe Stufe (II) zu einer kleinen Geröllrinne ab (Foto im Rückblick), hinter der es sich als Geröllband fortsetzt. Beim Hinweg ist die Stufe kein Problem, da man einfach springen kann. Beim Rückweg ist es weiter links leichter als direkt an der Felswand, wo der Fels wiederum sehr ungünstig geschichtet ist. Das Geröllband führt nun rasch zu einer ziemlich ausgedehnten, nur mäßig geneigten Geröllzone in der Ostwand der Südlichen Wolfebnerspitze. Hier gabeln sich die Routen zum südlichen und zum nördlichen Gipfel. Zum Südgipfel geht es über das von einzelnen Schrofen durchsetzte Geröll schräg nach links ansteigend zu der großen Einschartung im Verbindungsgrat zum südöstlichen Vorgipfel, zum von mir zuerst bestiegenen Nordgipfel muß man sich dagegen rechts halten. Hier klettert man über einfache Schrofen (I) zu einem Geröllband, das langsam ansteigend zum Verbindungsgrat der beiden Wolfebnerspitzen heraufzieht (Foto von diesem Band). Nach Erreichen des Grats folgt man diesem ein Stück in Richtung Nördliche Wolfebnerspitze, wobei zunächst ein felsiger Abbruch in eine Einschartung zwischen zwei Graterhebungen zu überwinden ist. |
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| Rückblick auf den Felsabbruch kurz nach Erreichen des Verbindungsgrats | ||
| Bis hierher ist die Route noch markiert, allerdings sind die Markierungen nur in Abstiegsrichtung gut zu sehen - als Hilfe für den Abstieg nach Durchsteigung einer der Kletterrouten, die am Verbindungsgrat oder auch am Nordgipfel münden. Es ist aber nicht möglich, dem Grat bis zum Gipfel zu folgen, da kurz vor diesem ein auffallend heller, plattiger Aufschwung den Grat sperrt (in umgekehrter Richtung Abseilmöglichkeit!). Die helle Platte setzt sich auch in der Ostflanke des Grats weiter fort, es gibt aber ein Stück unterhalb des Grats eine Querungsmöglichkeit. Um sie zu erreichen, bleibt man nur noch bis hinter der folgenden Graterhebung auf der markierten Route im Gratbereich, dann beginnt ein schwach ausgeprägtes, aber gut begehbares Geröll- und Schrofenband auf der Ostseite, das fallend zu der Querungsstelle der Platte führt. |
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| Beim Abstieg auf dem Band: Blick auf die helle Platte, links darüber der Gipfel Weiteres Bild: Abstieg auf dem Band auf den hellen Schichtstreifen zu | ||
| Die Überquerung der quer zur Hangrichtung liegenden Platte gestaltet sich an dieser Stelle wesentlich einfacher, als es bei Betrachtung der Wolfebnerspitzen von Osten heraussieht, wo die durch die gesamte Ostwand ziehende Platte als heller Schichtstreifen auffällt. Vom Ende des Bands muß man nur eine niedrige Felsstufe überwinden (beim Hinweg einfach springen) und gelangt so in eine hier geröllgefüllte Rinne, die auf der anderen Seite von dem hellen Schichtstreifen begrenzt ist (Rückblick auf die Stufe mit dem Geröll unterhalb). Nach der leichten Querung des Schichtstreifens geht es auf gleicher Höhe auf einem Geröllband noch einige Meter weiter, bis man den steilen Wiederanstieg zum Grat in Angriff nehmen muß. Es lohnt sich dabei nicht, noch hinter die nächste Rippe zu schauen, dort bietet sich keine einfachere Aufstiegsmöglichkeit. Die relativ lange Strecke bis zum Grat ist der anspruchsvollste Abschnitt der gesamten Besteigung der Wolfebnerspitzen (II) und führt teils durch geröllbedecktes, splittriges Schrofengelände und teils über Fels. Insbesondere direkt unter dem Grat ist eine ziemlich steile, kleinsplittrige Felszone zu überwinden. Da die Flanke unterhalb noch steiler abbricht, ist das ganze noch dazu mit einem etwa 200 Meter tiefen Blick auf das Balschtekar verbunden. Vorausetzung für die Besteigung der Nördlichen Wolfebnerspitze ist daher absolute Sicherheit in diesem Gelände. Da die Flanke hier kaum gegliedert ist, gibt es im einzelnen verschiedenste Möglichkeiten für den Anstieg. |
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| Aufstieg zum Gipfelgrat | ||
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| Rück- und Tiefblick von derselben Stelle - der Beginn des Aufstiegs ist in etwa am von mir abgelegten Rucksack zu erkennen | ||
| Am Grat ist man nun bereits in unmittelbarer Gipfelnähe und der höchste Punkt ist über Geröll und einfache Schrofen schnell erreicht. Im Norden versperrt in geringer Entfernung der schon erwähnte Vorgipfel den Blick auf den weiteren Grat zur Wolfebnerscharte, bereits der Übergang zum Vorgipfel sieht allerdings nicht ganz leicht aus (Foto). |
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| Ilfenspitzen und Plattenspitzen über dem Wolfebnerkar Weiteres Foto: Gipfelbereich der Plattenspitzen mit gut erkennbarem Weg zur Östlichen Plattenspitze | ||
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| Blick über den Verbindungsgrat auf die Südliche Wolfebnerspitze | ||
| Für den Übergang zur Südlichen Wolfebnerspitze muß man die gesamte Strecke bis zur Teilung der markierten Routen wieder zurückgehen. Von der dabei zwischenzeitlich wieder erreichten Grathöhe aus ist kein leichter Anstieg möglich, daher muß der Gipfelbereich auf der linken Seite über das Geröllband und den Geröllabsatz umgangen werden. |
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| Am Grat zwischen den Gipfeln mit Blick zum Gipfelkreuz der Südlichen Wolfebnerspitze | ||
| Wie schon erwähnt, geht es bei der Wegteilung auf dem Geröll- und Schrofenabsatz nun zum Grat auf der anderen - südlichen - Seite des Gipfels hinauf, wo rechts vom Abbruch des südöstlichen Vorgipfels eine tiefe Scharte eingerissen ist. |
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| Aufstieg über den Absatz zur Scharte unter dem Gipfel, links der Grat zum Vorgipfel | ||
| Direkt vor dieser Scharte führt die Markierung durch eine steile Schichtrinne zum einige Meter oberhalb bereits sichtbaren Gipfelkreuz hinauf. Auf einer kurzen Strecke ist die Rinne fast senkrecht und wegen der glatten, schon stark abgekletterten Felsen ziemlich schwierig (oberer zweiter Grad, im Abstieg evtl. einfacher). Anders als es zunächst aussieht, gibt es an der schwierigen Stelle praktisch keine akzeptablen Griffe. Etwas leichter ist es an der steilen Stelle, nicht direkt im Grund der Rinne, sondern über die etwas weniger stark eingeschnittenen Schichten auf der rechten Seite aufzusteigen. Alternativ kann man hier auch vom markierten Weg abweichen und über die im Schartenbereich beginnenden schrofigen Felsen weiter links den Gipfel erreichen. Dies ist wesentlich leichter (I). |
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| Gipfelkreuz über der steilen Schichtrinne | ||
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| Auf der Südlichen Wolfebnerspitze: Blick über den Grat zum Nordgipfel und auf die Plattenspitzen; etwa an der Schattengrenze ist im Wolfebnerkar der Steig unter den Wolfebner-Westwänden zu erkennen | ||
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| Der Südostgrat mit dem südöstlichen Vorgipfel und einem Teil des Hanswurstengrats, links hinten die Rotwand | ||
| Ein Vorteil der Besteigung der beiden Wolfebnerspitzen in dieser Reihenfolge ist, daß die Abstiegszeit vom Südgipfel besser einzuschätzen ist als die vom Nordgipfel aus benötigte Zeit, und man deshalb nun genauer weiß, wie lange man den Gipfelaufenthalt maximal ausdehnen kann. Wegen der schönen Aussicht fällt es schwer, dann schließlich doch aufzubrechen. Beim Abstieg hält man sich wieder an die einzige auch für Nichtkletterer begehbare Route und benutzt anschließend am schnellsten den üblichen Abstieg von der Hermann-von-Barth-Hütte nach Elbigenalp. |
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| Abstieg nach Elbigenalp | ||
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| Zum Schluß zur besseren Orientierung noch ein Foto der Ostseite der Wolfebnerspitzen mit eingezeichnetem ungefähren Verlauf der Gipfelanstiege vom Südostsattel aus Weiteres Bild: Foto ohne Routeneinzeichnung | ||