Wildmahdspitze (2489m), Wilder Kasten (2543m) und Peischelspitze (2512m)






Als Ausgangspunkt für die Tour hatte ich den westlichen Ortsteil von Hägerau gewählt, wo etwa 100m westlich von einem Wirtshaus auf der AV-Karte ein rot markierter Weg eingezeichnet ist, der die wenigen Höhenmeter zum "Hägerauer Waldweg" emporführt. Auf diesem sollte es dann nach rechts gehen, um so auf möglichst direktem Weg die von Steeg her kommende Forststraße durch den Hägerauer Wald zu erreichen. Der Beginn des Fußwegs an der Bundesstraße war mithilfe eines Wegweisers zwischen zwei Häusern auch schnell gefunden; um dem zeitweise etwas undeutlichen Steig anschließend aber auch zu folgen, war es allerdings noch zu dunkel (Wenn man weiß, daß es erst 5 Uhr war und man außerdem weiß, wie lange man von Ulm bis ins obere Lechtal unterwegs ist, weiß man auch, daß ich wirklich sehr früh aufgestanden sein muß...). Auch das Licht von meiner - allerdings sehr schwachen - Taschenlampe reichte leider nicht, um unter den zahlreichen parallel nach rechts ansteigenden Wegspuren zweifelsfrei die richtige herauszufinden. Anstatt lange zu suchen, stieg ich deshalb teilweise ohne Weg rechtshaltend bis zu einem wenig ausgeprägten Rücken im Wald an und erreichte über diesen schließlich die Forststraße. Der folgende Abschnittt ist nun etwas bequemer, bis die Straße nach einer Linkskehre leicht zu fallen beginnt und oberhalb im Wald ein größerer aufgeschütteter Wall zu erkennen ist. Direkt vor dem Wall besteht die Möglichkeit, die folgende Fahrwegkehre abzukürzen und auf einem Pfad direkt durch den Wald zum Halbhöhenweg am Hager aufzusteigen. Auch hier habe ich es allerdings wieder nicht geschafft, auf der gesamten Strecke dem Weg zu folgen; da der Hang aber ziemlich flach ist, lohnt sich eine lange Suche nicht. Im Zweifel ist wie schon zuvor ein wegloser Anstieg am kürzesten. Alternativ kann man auch von Steeg aus der gesamten Forststraße folgen, was vom Ausgangspunkt her für die beschriebene Gipfelkombination eigentlich sogar günstiger ist.
An der Waldgrenze, wo die freien Wiesenflächen am "Hager" erreicht sind, trifft man schließlich auf den Halbhöhenweg, der Steeg/Ebene und Holzgau verbindet. Ich habe den Weg genau bei einer Bank überquert und bin einer hier beginnenden Pfadspur sofort weiter nach oben gefolgt. Diese war allerdings schon nach wenigen Metern zu Ende. Hier begann nun ein ziemlich langer, wegloser Anstieg über nasse Grashänge zum Endpunkt der Wiesen am Nagelskopf. Dabei habe ich mich eher rechts gehalten, im Nachhinein schien mir allerdings ein direkter Anstieg im linken Teil des Hangs nicht steiler oder ungünstiger, dafür aber etwas kürzer zu sein.
Blick von den Wiesen am "Hager" zu Ellbogner Spitz (hinten links) und Wildem Kasten
 
Blick von den Wiesen am "Hager" zu Ellbogner Spitz (hinten links) und Wildem Kasten
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Rückblick vom Ende des Anstiegs über die Wiesenhänge auf Hägerau, rechts im Wald ist der passierte Wall zu erkennen
 
Rückblick vom Ende des Anstiegs über die Wiesenhänge auf Hägerau, rechts im Wald ist der passierte Wall zu erkennen
 
Ungefähr beim Nagelskopf, wo sich der stetig schmaler werdende Hang endgültig zu einem Rücken verengt und deutlich flacher wird, trifft der beschriebene Direktanstieg von Hägerau aus auf den markierten Schaftrieb, über den die im folgenden zahlreichen Schafe - wie nicht zu übersehen ist - ins Hintere Wildmahdkar gelangt sind. In diesem Bereich zeigt sich nun endlich der Gipfelaufbau der Wildmahdspitze über den grasigen Hügelwellen unterhalb des Hinteren Wildmahdkars. Auffällig ist aus dieser Perspektive ein ganz schmaler isolierter Felsturm am linken Grat. Allerdings fällt dieser wohl wirklich nur aus diesem Blickwinkel auf, denn beim späteren Anstieg habe ich ihn nirgendwo mehr finden können.
Beim Nagelskopf, Blick zur Wildmahdspitze über den Böden der verfallenen Wildmahdalp
 
Beim Nagelskopf, Blick zur Wildmahdspitze über den Böden der verfallenen Wildmahdalp
 
Auf dem Schaftrieb und dem Rücken, der in Richtung auf einen nordöstlichen Vorgipfel des Wilden Kastens führt, geht es nun so weit nach oben, bis man nach rechts auf gleicher Höhe in den ebenen, noch leicht begrünten Karboden des Hinteren Wildmahdkars gelangt. Zuvor kann man sich schon einmal ein Bild vom Gipfelanstieg zur Wildmahdspitze machen.
Blick vom Anstiegsrücken auf das Hintere Wildmahdkar
 
Blick vom Anstiegsrücken auf das Hintere Wildmahdkar
 
Blick über den weiteren Verlauf des Rückens nach oben zum nordöstlichen Vorgipfel vom Wilden Kasten, links der Hauptgipfel
 
Blick über den weiteren Verlauf des Rückens zwischen Hinterem Wildmahdkar (rechts) und dem Kar "Am Wilden Kasten" nach oben zum nordöstlichen Vorgipfel vom Wilden Kasten, links der Hauptgipfel
 
Wildmahdspitze mit der Aufstiegsseite über dem Hinteren Wildmahdkar
 
Wildmahdspitze mit der Aufstiegsseite über dem Hinteren Wildmahdkar
 
Unterhalb der Gipfelfelsen ist in die Süd- und Südwestflanke ein flacherer Absatz eingelagert, der zum Kar hin mit senkrechten Wänden abbricht. Links stößt dieser Geröllabsatz an den Westgrat, während das rechte Ende aus dem Kar leicht über Grashänge zu erreichen ist. Die übliche Anstiegsroute führt von dort aus quer über den gesamten Absatz und den oberen Westgrat zum Gipfel. Die Route ab dem Beginn des Absatzes ist auf diesem Detailausschnitt aus dem obigen Foto noch besser zu verfolgen.
Der Anstieg ist ab dem Hinteren Wildmahdkar deutlich, aber in ziemlich großen Abständen markiert. Fast immer ist zwar eine Trittspur zu erkennen, von einem wirklichen Weg kann man allerdings keinesfalls sprechen. Die Markierung führt zunächst aus dem Kar an der Stelle, wo die begrünten Hänge am weitesten heraufreichen, nach oben zum Beginn des Absatzes in der Südflanke. Dabei hält sich der Anstieg rechts von der Geröllrinne, die diesen Grashang teilt. Besser schien es mir, links von der Rinne aufzusteigen, um sie im steileren oberen Bereich nicht mehr überqueren zu müssen. Hier geht es zunächst über Gras, das von vielen Schafsteigen - die allerdings leider immer nur quer verlaufen - durchzogen ist, später über etwas Schotter und einzelne Felsen hinauf zum unteren Rand der steilen Felswand, wo man wieder auf die markierte Route trifft und die ziemlich lange, leicht ansteigende Querung zum Westgrat beginnt. Anfangs ist der Absatz zwischen den Felswänden noch nicht so ausgeprägt und stellenweise begrünt, der zweite Teil verläuft dann über ein breites Geröllfeld.
Die Querung ist an manchen Stellen - besonders dort, wo es keinerlei Trittspuren gibt - etwas unangenehm, da die Geröllauflage oft nur dünn ist und manche Stellen mit erdigem Schotter bedeckt sind. Konzentriertes Gehen und Trittsicherheit sind daher in diesem Abschnitt der Tour besonders wichtig, gerade wenn man an die unterhalb befindlichen Abbrüche denkt. Letztlich ist die Querung meiner Meinung nach fast als anspruchsvoller zu bewerten als die spätere kurze Kletterei am Westgrat. Im Abstieg fand ich das Geröll im übrigen wesentlich angenehmer als beim Aufstieg.
Blick über das Geröllfeld zum Westgrat
 
Blick über das Geröllfeld zum Westgrat
 
Rückblick von derselben Stelle aus auf die bisherige Querung und das Hintere Wildmahdkar
 
Rückblick von derselben Stelle aus auf die bisherige Querung und das Hintere Wildmahdkar
 
Die ansteigende Querung - zusätzlich zu den obigen Bildern hier noch ein weiteres Foto vom Schlußabschnitt - endet schließlich wenige Meter, bevor das Geröllfeld an den Westgrat stößt. Hier wendet sich die Markierung nach rechts, um den Grat etwas weiter oben zu erreichen. Der weitere Anstieg verläuft immer im Gratbereich (meist knapp rechts von der Gratkante), wobei zwei felsige Stellen zu überwinden sind. Die erste schien mir leichter zu sein, wenn man sich etwa einen Meter links von der Markierung hält, bei der zweiten handelt es sich um eine etwa drei Meter hohe Steilstufe.
Der Gipfel über der Steilstufe im Westgrat
 
Der Gipfel über der Steilstufe im Westgrat (hier noch ein weiteres Foto, auf dem die Stufe besser zu sehen ist)
 
Diese Felsstufe überwindet man knapp rechts vom Grat in gestuftem, aber sehr steilem Fels. Allerdings kann man ein Drahtseil zu Hilfe nehmen, das hier angebracht ist und damit die technische Schwierigkeit der Besteigung der Wildmahdspitze etwas reduziert (ohne Drahtseil-Benutzung: I, wobei die Stufe für eine Stelle im ersten Schwierigkeitsgrad aber ungewöhnlich steil ist). Anschließend ist es über den gerölligen Grat nicht mehr weit bis zum Gipfelkreuz mit einer sehr schönen Rundumsicht. Eine Auswahl:
Der östlich benachbarte Muttekopf mit dem Bergzug vom Großen Krottenkopf zur Jöchlspitze im Hintergrund
 
Der östlich benachbarte Muttekopf mit dem Bergzug vom Großen Krottenkopf zur Jöchlspitze im Hintergrund
 
Die beiden weiteren Gipfelziele der Tour: Wilder Kasten und Peischelspitze
 
Die beiden weiteren Gipfelziele der Tour: Wilder Kasten und Peischelspitze (dazu noch ein weiteres, größeres Foto von der Peischelspitze)
 
Blick auf den Allgäuer Hauptkamm mit Bockkarkopf, Hochfrottspitze und Mädelegabel
 
Besonders schön ist der Blick auf den Allgäuer Hauptkamm, hier mit dem Bockkarkopf, dem aus dieser Perspektive turmartigen Gipfel der Hochfrottspitze und der Mädelegabel über dem Schwarzmilzferner.
Dazu: Detailausschnitt mit Hochfrottspitze und Mädelegabel

 
Gegenüber vom obersten Schochenalptal liegen Hohes Licht, Steinschartenkopf und Wilder Mann
 
Gegenüber vom obersten Schochenalptal liegen Hohes Licht, Steinschartenkopf und Wilder Mann
 
Über dem Hochalpgrat, der die Peischelspitze mit dem Hohen Licht verbindet, sind Biberkopf und Großer Widderstein zu sehen
 
Über dem Hochalpgrat, der die Peischelspitze mit dem Hohen Licht verbindet, sind Biberkopf und Großer Widderstein zu sehen. Vorne ein Teil vom Wildmahdspitz-Westgrat
 
Angesichts der zwei noch bevorstehenden Gipfel konnte ich den Gipfelaufenthalt leider nicht übermäßig lange ausdehnen, auch wenn man hier sicher den ganzen Tag über sitzen könnte. Dagegen spräche nur der kalte Wind, der den Eintragungen im Gipfelbuch zufolge hier anscheinend regelmäßig auftritt (es gibt allerdings auch windgeschützte Stellen im Gipfelbereich). Für den Abstieg ins Hintere Wildmahdkar habe ich wieder genau dieselbe Route gewählt. Im oberen Abschnitt am Westgrat lohnt sich dabei übrigens immer wieder einmal ein Tiefblick über die NNW-Wand ins Schochenalptal. Trotz der Steilheit scheint diese Wand von oben gesehen wegen der zahlreichen schmalen Geröllabsätze fast nur aus Geröll zu bestehen.
Bei einer Verbindung der Wildmahdspitze mit dem Wilden Kasten müssen nun vom Hinteren Wildmahdkar aus die Südhänge der Peischelgruppe bis zum Südrücken des Wilden Kastens gequert werden - zumindest falls sich die klettertechnischen Schwierigkeiten im Rahmen halten sollen und deshalb der direkte Gratübergang nicht in Frage kommt. Will man zusätzlich noch die Peischelspitze besteigen, wird die Tour aufgrund der zahlreichen Höhenmeter in Verbindung mit der fast durchgehend weglosen Routenführung ziemlich anstrengend. Zudem ist die angesprochene Querung nicht ganz problemlos. Deshalb wäre es wohl besser, die Wildmahdspitze mit dem Muttekopf (und eventuell der Rotnase) zu kombinieren. Die dafür nötige Querung über den Klingelrücken vom Hinteren ins Vordere Wildmahdkar dürfte durch weniger steiles Gebiet führen und auch von den Schafen öfters durchgeführt werden. Wilden Kasten und Peischelspitze kann man dann mit der Ellbogner Spitz verbinden, was durch den höher gelegenen Ausgangspunkt Oberellenbogen und den guten Steig von dort zur Ellbogner Spitz sicher weniger mühsam ist. Mich haben aber Wilder Kasten und Peischelspitze mehr interessiert als der Muttekopf (Ellbogner Spitz habe ich früher schon mal gemacht), so daß ich mich nach einer gründlichen Betrachtung der Querung zum Südrücken vom Wilden Kasten für diese Variante entscheiden habe.
Nochmal der Blick quer über das Wildmahdkar zurück zur Wildmahdspitze
 
Nochmal der Blick quer über das Wildmahdkar zurück zur Wildmahdspitze
 
Kurz hinter dem Rücken, der das Gebiet der Wildmahdalp vom Kar "Am Wilden Kasten" trennt, öffnet sich ein ganz guter Blick auf die Querung dieses Kars. Auf den ersten Blick würde man die Schwierigkeiten am ehesten gegen Ende in der schrofigen Zone direkt unter dem abschließenden Rücken vermuten. Ein schmaler grasiger Bereich - auf dem verlinkten Foto am linken Bildrand - ermöglicht hier aber ein leichtes Durchkommen. Problematischer und vor allem zeitaufwendig ist der mittlere Teil der Querung in steilem, felsigem und von Rinnen durchschnittenem Gelände.
In der AV-Karte ist eine Trittspur quer durch das gesamte Kar eingezeichnet, was den wirklichen Verhältnissen allerdings kaum entspricht. Zu Beginn ermöglichen mehrere ganz undeutliche und parallel verlaufende Pfade noch ein relativ schnelles Vorankommen, beim Beginn einer felsigen Zone war allerdings zumindest die von mir benutzte Trittspur definitiv zu Ende. Nach einigen Metern Abstieg über Latschen- und Schrofengelände (die unangenehmste Stelle der Querung, I) konnte ich von dieser Stelle aus aber die schrofige Stufe überwinden und so das meist geröllige Gelände im Bereich einiger Rinnen erreichen, die aus dem oberen Karbereich herabkommen. Die Rinnen sind kaum eingeschnitten und ziemlich leicht zu überqueren, nur die letzte Rinne ist deutlicher ausgerprägt. Ich habe sie in einem Bereich erreicht, wo sie durch einen begrünten Rücken geteilt ist und die Querung bis zu diesem Rücken ganz gut möglich war. Am schwierigsten war dabei noch der Abstieg in den ersten Rinnenast. Durch einen kurzen Anstieg auf dem Mittelrücken war der zweite Teil der Rinne dann kein Problem mehr; umso weiter man ansteigt, desto einfacher wird es. Hier noch ein Rückblick auf den ersten Teil der Querung.
Auf einer kurzzeitig wieder deutlichen Trittspur geht es nun etwas ansteigend, aber deutlich bequemer und schneller durch grasige Hänge in südwestliche Richtung. Durch den Anstieg weicht man einem Felsabbruch nach oben aus, den man schließlich dicht über seinem oberen Ende auf dem vorher schon erwähnten schmalen grasigen Bereich unter sich läßt. Laut Karte sollte die Trittspur von diesem Punkt an wieder zu fallen beginnen, von ihr ist allerdings nichts mehr zu sehen. Da hier sowieso nun endlich der Anstieg zum Wilden Kasten beginnt, braucht man sich darum aber nicht mehr zu kümmern. Zu der Querung ist noch zu sagen, daß sie weiter oben im Kar möglicherweise etwas leichter wäre, aber auch länger und mit einem unnötigen Anstieg verbunden.
Rückblick auf die Querung des Kars "Am Wilden Kasten" mit den Pfadspuren im ersten Teil, den Abschluß bildet der vom nordöstlichen Vorgipfel des Wilden Kastens herabkommende Rücken
 
Rückblick auf die Querung des Kars "Am Wilden Kasten" mit den Pfadspuren im ersten Teil, den Abschluß bildet der vom nordöstlichen Vorgipfel des Wilden Kastens herabkommende Rücken
 
Am Beginn des Anstiegs zum Wilden Kasten ist das Gelände noch etwas unübersichtlich, da der grasige Südrücken sich im unteren Teil in mehrere schwach ausgeprägte Äste verzweigt und dadurch eher einen breiten Hang bildet. Es dauert noch eine ganze Weile, bis sich der Rücken etwas stärker ausprägt, schrofiger wird und sich endlich der Blick auf das gesamte Peischelkar und seine Umrahmung öffnet.
Ellbogner Spitz über dem Peischelkar mit dem Peischelkarsee
 
Ellbogner Spitz über dem Peischelkar mit dem Peischelkarsee
Weiteres Foto vom Peischelkar mit Ellbogner Spitz und Peischelspitze

 
Blick über den oberen, schrofigen Teil des Südrückens zum Gipfel des Wilden Kastens
 
Blick über den oberen, schrofigen Teil des Südrückens zum Gipfel des Wilden Kastens
 
Ungefähr an dieser Stelle trifft man auch erstmals auf einen Markierungspunkt (zu beachten ist, daß der unterste Teil des in der AV-Karte eingezeichneten Anstiegs nicht identisch mit der von mir benutzten Route ist, da ich ja von Südosten und nicht vom Peischelkar aus gekommen war). Die Markierung war sehr stark verblaßt, aber obwohl es in dem schrofigen und gerölligen Gelände praktisch keine Wegspuren gibt, geht man trotzdem eigentlich automatisch immer richtig. Die Markierung hält sich immer an die leichtesten Stellen. Durch einen plattigen Bereich, der bereits in der Nähe des Gipfels liegt, führt die Markierung ziemlich genau in der Mitte nach oben. Hier kann man noch am ehesten in Zweifel über den richtigen Weiterweg geraten, zumindest wenn die Markierung immer noch so undeutlich ist wie bei meiner Tour. Anschließend folgt eine letzte Felsstufe vor dem Gipfel, die die schwierigste Passage (I) des Anstieg bildet - der Rest besteht allenfalls aus ganz leichter Kletterei.
Das Gipfelkreuz über der steilen Felsstufe im Vordergrund
 
Das Gipfelkreuz über der steilen Felsstufe im Vordergrund
 
Am schwierigsten ist der unterste, senkrechte Meter der Stufe. Allerdings gilt das nur für den Aufstieg, im Abstieg gibt es hier kein Problem, da sich am Fuß der Felsstufe ein breiter Absatz befindet. Alternativ könnte man die Steilstufe auch links über ein schmales, ausgesetztes Band umgehen, was allerdings wesentlich unangenehmer und auch anspruchsvoller aussieht.
Oberhalb der kurzen Steilstufe ist es nicht mehr weit bis zum Gipfel, der wie alle Gipfel der Peischelgruppe aufgrund der vom Hauptkamm ins Lechtal vorgeschobenen Lage eine perfekte Aussicht auf die Gipfel der erweiterten Umgebung bietet, wie die folgenden Bilder hoffentlich zeigen können.
Aussicht zu den höchsten Gipfeln der Lechtaler Alpen, wobei - wie so oft - die Holzgauer Wetterspitze am auffallendsten ist
 
Aussicht zu den höchsten Gipfeln der Lechtaler Alpen, wobei - wie so oft - die Holzgauer Wetterspitze am auffallendsten ist.
Hier dazu ein Tiefblick über das Kar "Am Wilden Kasten" ins Lechtal

 
Blick nach Westen über den Südwestgrat der Peischelspitze hinweg zum Biberkopf
 
Blick nach Westen über den Südwestgrat der Peischelspitze hinweg zum Biberkopf
 
Gipfel des Allgäuer Hauptkamms über dem Schochenalptal, unten rechts die kleinen Schochenalpseen
 
Gipfel des Allgäuer Hauptkamms über dem Schochenalptal, unten rechts die kleinen Schochenalpseen
 
Hohes Licht, rechts die Kleine Steinscharte
 
Hohes Licht, rechts die Kleine Steinscharte
 
Die Peischelspitze, das letzte Gipfelziel der Tour, mit dem Großen Widderstein im Hintergrund
 
Die Peischelspitze, das letzte Gipfelziel der Tour, mit dem Großen Widderstein im Hintergrund
 
Blick über das Peischelkar zur Ellbogner Spitz mit dem Südostkamm, in dessen Bereich der markierte Anstieg verläuft
 
Blick über das Peischelkar zur Ellbogner Spitz mit dem Südostkamm, in dessen Bereich der markierte Anstieg verläuft
 
Wildmahdspitze mit NNW-Wand (links), Westgrat und der Geröllquerung
 
Wildmahdspitze mit NNW-Wand (links), Westgrat und der Geröllquerung - der Anstieg dorthin ist allerdings vom nordöstlichen Vorgipfel des Wilden Kastens verdeckt.
Hier noch eine größere Ansicht des Gipfelbereichs

 
Weniger schön als die Aussicht ist der nun folgende Höhenverlust von mehr als 300m beim Abstieg ins Peischelkar. Der Großteil dieses Abstiegs ist identisch mit der Anstiegsroute, erst ziemlich spät kann man sich vom Südrücken nach rechts wenden und über Geröll- und Grashänge den Peischelkarsee ansteuern.
Peischelkarsee mit Klotzemannscharte und Peischelspitze
 
Peischelkarsee mit Klotzemannscharte und Peischelspitze
 
Blick über das Peischelkar zur Peischelspitze
 
Blick über das Peischelkar zur Peischelspitze
 
Am schön gelegenen Peischelkarsee bin ich am linken Ufer vorbei gegangen, anschließend ging es über Hügelwellen, Gras, Geröll und - am angenehmsten - Schneefelder quer durch das Peischelkar in Richtung Peischelspitze. Wie schon die Karquerung vor dem Aufstieg zum Wilden Kasten ist auch das wieder ein Abschnitt, für den man den Zeitaufwand leicht unterschätzen kann. Der Gipfelanstieg selbst ist auf dem Foto oben gut zu verfolgen. Vom Kar aus steigt man über die (spärliche) Graszunge, die auf dem Bild knapp über der linken unteren Ecke beginnt und schräg nach rechts oben zieht, zur obersten ausgeprägten Einschartung im Südwestgrat auf. Von dieser Scharte ab verläuft die Route dann immer über den Grat.
Für den Aufstieg zu der Einschartung empfiehlt es sich, so lange wie möglich eventuell noch vorhandene Schneefelder zu benutzen. Auch das Geröll nach dem Ende des Schnees war allerdings relativ fest und damit für den Aufstieg ganz angenehm. Später kann man dann über Graszungen ansteigen, meistens wächst hier aber nur wenig Gras zwischen dem Geröll.
Noch einmal ein Blick in die Lechtaler Alpen: In der Bildmitte der geröllbedeckte Pleiskopf, rechts der Gipfel der Holzgauer Wetterspitze über der Grießtaler Spitze
 
Noch einmal ein Blick in die Lechtaler Alpen: In der Bildmitte der geröllbedeckte Pleiskopf, rechts der Gipfel der Holzgauer Wetterspitze über der Grießtaler Spitze
 
Wilder Kasten mit dem Südrücken über dem Peischelkar
 
Wilder Kasten mit dem Südrücken über dem Peischelkar
 
Dort, wo die felsige Zone unter dem Grat beginnt, wird auch die zur Einschartung führende Gras- und Geröllzunge von einer schrofigen Stelle unterbrochen. Eventuell ist es am besten, direkt über die Felsen anzusteigen, ich bin ihnen allerdings nach links ausgewichen. Hier ist ein Aufstieg über Geröll möglich, das allerdings etwas unangenehm ist. Dabei bleibt man etwas vom Rand der senkrechten Felsen auf der linken Seite entfernt, die bedingt durch die Plattenlagen eine interessante langgezogene Aushöhlung aufweisen. Zuletzt folgt unter der Scharte wieder ein etwas begrünter, aber immer noch ziemlich steiler Hang. Erfahrung im weglosen Gehen ist für den Anstieg zur Scharte in jedem Fall erforderlich, was auch dieser Rückblick auf den Anstieg von der Scharte aus zeigt (durch die Lichtverhältnisse bedingt allerdings leider nur in einem kleinen Ausschnitt).
Steinschartenkopf über einem Teil des Hochalpgrats im Vordergrund
 
Steinschartenkopf über einem Teil des Hochalpgrats im Vordergrund
 
An der Scharte angekommen mußte ich zunächst feststellen, daß während meines Wegs durch das Peischelkar, bei dem der Blick nach Norden und Westen verdeckt war, dort dichte Wolken aufgezogen waren und das Wetter gar nicht mehr gut aussah. Zuvor hatte es dafür keinerlei Anzeichen gegeben, und auch in der Wettervorsage war davon nicht die Rede gewesen, obwohl es sich - wie ich später bei der Rückfahrt nach Ulm feststellte - um eine großflächige Gewitterfront und nicht nur um ein lokales Wärmegewitter handelte. Da die Wolken zum Beispiel am Steinschartenkopf schon relativ nah und tief waren, mußte ich mich jetzt ziemlich beeilen, da der Weg über das Hintere Satteltal, der zum markierten Anstiegsweg von Oberellenbogen zur Ellbogner Spitze führt, bei Nebel sicher nicht leicht zu finden wäre.
Von der Scharte aus geht es über den nur mäßig ansteigenden Grat zunächst sehr leicht über Geröll und einige wenige Felsen in Richtung Gipfel. Etwa ab der Hälfte der noch fehlenden Strecke wird der Grat dann von einer Plattenkante gebildet (siehe dieses Foto): Eine von der Peischelkar-Seite heraufkommende Platte bricht hier über der Nordwestflanke ab. Da sich die Steilheit des Grats kaum erhöht, ist der Weiterweg über den Grat mit etwas Kletterei (I) aber gut möglich. Alternativ könnte man links etwas unterhalb vom Grat über ein Geröllband ansteigen, das allerdings zu Beginn in der doch relativ steilen Nordwestflanke kaum ausgeprägt ist und mir deshalb unangenehmer als die ganz interessante Kletterei über den Grat erscheint. Auch ein schon aus dem Peischelkar zu sehender kleiner Gratabbruch kurz vor dem Gipfel bereitet bei der Route über den Grat keine Probleme, da die Plattenkante hier in Richtung der Nordwestflanke kaum geneigt ist und sich der Geröllabsatz unter dem Grat hier deutlich verbreitert (siehe auch diesen Blick vom Gipfel auf den Südwestgrat bis zu der Einschartung, wo man den Grat erreicht). Auch nach dem Abbruch ist es interessanter, die noch fehlenden Meter zum Gipfel wieder auf der Gratkante zurückzulegen, obwohl ein Anstieg links davon nun problemlos wäre.
Insgesamt ist der Anstieg zur Peischelspitze sicher nicht leichter als die beiden vorangegangenen Gipfelbesteigungen (nicht nur wegen der fehlenden Markierungen). Der am wenigsten anspruchsvolle der drei Gipfel ist meiner Meinung nach der Wilde Kasten, da der Aufstieg vergleichsweise am wenigsten Trittsicherheit erfordert.
Höhepunkt in der Rundsicht von der Peischelspitze ist natürlich der beeindruckende Blick über den Hochalpgrat zum Hohen Licht, wohl der schönste Ausblick der gesamten Tour:
Hohes Licht über dem Hochalpgrat
 
Hohes Licht über dem Hochalpgrat
 
Die östlich benachbarten Gipfel der Peischelgruppe
 
Die östlich benachbarten Gipfel der Peischelgruppe
Dazu noch jeweils eine einzelne Ansicht von Wildmahdspitze und Wildem Kasten

 
Blick über das Hochalptal auf Biberkopf, Hochrappenkopf und Rappenseekopf
 
Blick über das Hochalptal auf Biberkopf, Hochrappenkopf und Rappenseekopf
 
Ellbogner Spitz von der Peischelspitze, vorne nochmal der Anstieg über den oberen Südwestgrat
 
Ellbogner Spitz von der Peischelspitze, vorne nochmal der Anstieg über den oberen Südwestgrat
 
Wie so oft gegen Ende einer langen Tour hatte ich nun zu nichts weniger Lust als zu einem langen Abstieg von über 1400m. Andererseits ist es finde ich auch ein ganz positiver Aspekt an Bergtouren, daß man sich zumindest gegen Ende auch darauf freut wenn sie wieder vorbei sind ;-) . Um nicht in das drohende Gewitter zu geraten, blieb ich jedenfalls trotzdem nur ein paar Minuten auf dem Gipfel und stieg dann möglichst schnell wieder ins Peischelkar ab (deshalb waren die Gipfelfotos auch die letzten der Tour und es gibt vom folgenden Abstieg keine Bilder mehr). Am Gipfelgrat ist der Abstieg allerdings etwas schwieriger als der Aufstieg, und im Bereich unter der Grateinschartung ist vorsichtiges Gehen nötig, so daß ein ganz schneller Abstieg ins Kar nicht möglich ist. Das ändert sich nach dem Erreichen der Karschwelle, wo Grashänge in genau passender Steilheit einen zügigen Abstieg erlauben. Dabei hält man sich auf dem rechts gelegenen Rücken, der das Hintere Satteltal nordöstlich begrenzt. Die letzte Schwierigkeit bestand für mich nun darin, die Querung des Hinteren Satteltals zu finden. Wenn man so wie meist üblich hier bereits aufgestiegen ist, dürfte das natürlich kein Problem sein. Wenn man so wie ich die Querung nur vor mehreren Jahren einmal vom Anstieg zur Ellbogner Spitz aus gesehen hat und noch dazu in Zeitdruck ist und auf keinen Fall zu weit absteigen will, schon eher. Leider hatte ich bereits zu Beginn der Tour festgestellt, daß bei meinem Höhenmesser, der hier (endlich mal) nützlich gewesen wäre, gerade die Batterie ausgegangen war. Zusätzlich verwirrte mich noch ein großer Steinmann ein gutes Stück über der richtigen Stelle, es hätte ja sein können, daß er den Beginn der Querung anzeigt. Außerdem sind auf der gegenüberliegenden Seite des Tals schon deutlich oberhalb der richtigen Höhe mehrere Pfadspuren zu sehen, die aus dem eingeschnittenen Talboden herausführen. Noch dazu stimmt die Einzeichnung in der AV-Karte nicht, wo die Querung genau an der Grenze zwischen Gras und Latschen beginnt. Schon weit oberhalb wechseln sich auf dem Hang Gras- und Latschenflächen ab; einen so klaren Übergang wie auf der Karte gibt es jedenfalls nicht. Zum Glück macht ein senkrechter Felsabbruch den Abstieg in den Talboden oberhalb der richtigen Querungsstelle so gut wie unmöglich, ansonsten wäre ich vielleicht wirklich zu früh in das Tal abgestiegen, obwohl die richtige Trittspur schon von weit oben in dem Bereich zu erkennen ist, wo sie aus dem Tal wieder herausführt.
Neben der Lage der Sattelebene - Absatz und Verzweigungspunkt im Südostrücken der Ellbogner Spitz - bieten die noch deutlich erkennbaren Überreste der verfallenen Alpe, die in der AV-Karte eingezeichnet ist, einen guten Orientierungspunkt. Etwa auf Höhe der ehemaligen Alpe muß man mit der Querung beginnen und stößt auch auf einen Pfad. Die Trittspur bei der Querung ist im Talbereich zwar nicht immer ganz deutlich, die Überquerung des Tals ist an dieser Stelle aber ohne nennenswerte Schwierigkeiten möglich. Ohne dieses Wissen von der einige Jahre zurückliegenden Tour auf die Ellbogner Spitz her wäre mir der Abstieg wohl auch zu riskant gewesen, denn hier nicht weiterzukommen hätte einen wohl kaum noch zu schaffenden Umweg bedeutet, weil ein anderer Direktabstieg aus dem Peischelkar nicht möglich ist.
Auf der gegenüberliegenden Talseite führt die Trittspur auf etwa gleicher Höhe bleibend zum Südostkamm der Ellbogner Spitz, kurz vor dem Erreichen des Kamms verliert sie sich zwar, wenig später ist aber ohnehin der markierte Anstiegsweg zur Ellbogner Spitz erreicht. Hier ein am Wilden Kasten aufgenommenes Foto von diesem Bereich mit der Trittspur und der Sattelebene (ganz links). Kurz nach Passieren der Sattelebene fing es dann, begleitet von einigen Donnerschlägen und einem deutlich zu sehenden Blitz, an zu regnen. Beim Erreichen von Oberellenbogen war der Schauer dann wieder zu Ende, so daß ich ohne Schirm über die Straße nach Ebene heruntergehen konnte. Hier wäre im Nachhinein gesehen natürlich der wesentlich bessere Ausgangspunkt für die Tour gewesen, wegen der Unsicherheit über die Querung vom Hinteren Wildmahdkar bis zum Südrücken des Wilden Kastens wollte ich mir aber eben auch die Variante mit einer Besteigung des Muttekopfs offenhalten. Von Ebene führt das beschilderte "Goasswegle" endgültig ins Lechtal hinab. Dort angekommen, wollte ich mich nach dem doch sehr anstrengenden Schnellabstieg vor dem letzten knappen Kilometer bis zum Auto erst mal für ein paar Minuten auf einer Bank ausruhen. War leider ein großer Fehler, denn auf den letzten 200 Metern bin ich dadurch noch in einen starken Platzregen geraten, der den Auftakt zu einem ziemlich heftigen Gewitter bildete (das mich dann zum Glück gerade nicht mehr erwischt hat).



Mehr zu den bestiegenen Gipfeln auf den einzelnen Gipfelseiten:

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