Auf Kreuzkarspitze (2591m) und Nördlichen Söllerkopf (2402m) Mit Abstieg über die Rotwand (2262m) |

| Wie für fast alle Gipfel in der mittleren Hornbachkette ist die Brücke über den Bernhardsbach in Elbigenalp der günstigste Ausgangspunkt für eine Besteigung der Kreuzkarspitze. Um zum eigentlichen Beginn des Gipfelanstiegs im östlichen Balschtekar zu gelangen, bieten sich zwei Varianten an: Der Weg über den üblichen markierten Rotwand-Anstieg zum Balschtesattel oder ein etwas direkterer, aber teilweise wegloser Aufstieg durch das Tal des Balschtebachs. Da die Rotwand am Ende der Tour ohnehin noch überschritten wird, empfiehlt sich für den Aufstieg eher die Route am Balschtebach. Diese hat außerdem den Vorteil, daß sie nicht mit einem zwischenzeitlichen Höhenverlust verbunden ist. Zunächst geht es über das Wirtshaus Kasermandl auf dem Hüttenweg der Hermann-von-Barth-Hütte bis zu der Stelle, wo er mit einer scharfen Linkswendung das Bachbett des Balschtebachs überquert. Diesem folgt man nun im wesentlichen bis ins Balschtekar. Dabei gibt es nur teilweise Trittspuren, aber ein Weg ist wegen der meist nur geringen Steilheit des Taleinschnitts auch nicht erforderlich. Man bleibt immer im Talboden, der nach Nordwesten in den westlichen Teil des Balschtekars heraufzieht; nur bei einer felsigen Verengung des Bachbetts weicht man zunächst ein wenig nach rechts an den Rand der Latschen aus, um aber sofort wieder in den Einschnitt zurückzukehren. Schließlich führen flache Grashänge zum Enzensperger Weg, der unterhalb des Schöneckerkopfs erreicht wird. Leicht ansteigend geht es nun unter Schöneckerkopf und Balschteturm hindurch auf dem Höhenweg noch etwa einen Kilometer nach Osten, bis sich der Weg unter den Söllerköpfen nach Südosten zum Balschtesattel hin wendet. Ab hier beginnt nun der wieder weglose Gipfelanstieg. |
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| Rückblick auf das Tal des Balschtebachs (Zum Vergrößern auf die Originalgröße von 1024x768 auf das Bild klicken - es wird ein neues Fenster geöffnet) | ||
| Um an den Gipfelaufbau der Kreuzkarspitze zu gelangen, gilt es zunächst, ihren langen Südrücken zu erreichen. Dieser ist im Bereich links von der tiefsten Einsattelung im Gratverlauf zum Nördlichen Söllerkopf durch einen steilen Schrofengürtel vom Balschtekar getrennt; zu dieser Einsattelung selbst gelangt man aus dem Kar dagegen ohne Schwierigkeiten. Über etwas Geröll, im oberen Teil dann über Gras erreicht man die Scharte am Fuß des Nördlichen Söllerkopfs schräg nach links ansteigend leichter als erwartet (dazu hier ein Foto vom Aufstieg und ein beim Abstieg aufgenommenes Bild vom Rückblick aus der Scharte). |
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| Im Sattel zwischen Kreuzkarspitze und Nördlichem Söllerkopf; Blick auf Noppenkar und Noppenspitze | ||
| Der breite Rücken in Richtung Kreuzkarspitze setzt hier zunächst mit einem relativ steilen Schrofen- und Geröllhang an, der insbesondere direkt über dem Sattel bereits etwas leichte Kletterei erfordert (I). Anschließend geht es kaum noch ansteigend über begrüntes Geröll immer mit schönen Blick auf die Gipfelumrahmungen der beiden vom Rücken getrennten Kare an den felsigen Gipfelaufbau heran. Dies ist eine gute Gelegenheit, sich die Anstiegsroute genau anzuschauen. |
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| Der Nördliche Söllerkopf vom steileren Gratabschnitt über dem Sattel aus gesehen Weiteres Bild: Rückblick auf die Einsattelung | ||
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| Kreuzkarspitze über dem Südrücken | ||
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| Gipfelaufbau vom Ende des flachen Rückens aus gesehen | ||
| Während der Südrücken selbst in einen felsigen Grat mit mehreren Steilaufschwüngen übergeht, zieht links von ihm eine geröllgefüllte Schlucht zum obersten Westgrat herauf. Die Schlucht ist teilweise von steilem Fels begrenzt und enthält mehrere große verklemmte Blöcke (Foto: Blick von unten in die Schlucht). Wiederum ein Stück links von der Schlucht führt dagegen ein weniger steiler Schrofenhang mit einzelnen grünen Flecken zur letzten ausgeprägten Zwischenerhebung im Westgrat vor dem Hauptgipfel hinauf. Diese breite Erhebung ist mit einem zerborstenen Felsgrat mit dem Gipfel verbunden; die Einschartung zwischen diesen beiden Punkten bildet den Ausgangspunkt der Geröllschlucht. Für den Gipfelanstieg gibt es sicher die verschiedensten Möglichkeiten, mir schien es aber bei der Besteigung des Südlichen Söllerkopfs ein Jahr zuvor (siehe die Tourenbeschreibung "Gipfel über dem Balschtekar"), von wo aus sich ein sehr guter Blick auf die Südseite der Kreuzkarspitze bietet, am logischsten und angenehmsten, über die Schrofen links von der Schlucht zu der genannten Erhebung des Westgrats aufzusteigen. So sah für mich der Aufstieg zum Hauptgrat deutlich am leichtesten zu sein, einziger Nachteil war die Unsicherheit, ob der von Süden gesehen nicht gerade einfach aussehende oberste Teil des Westgrats dann auch den endgültigen Anstieg zum Gipfel erlauben würde. Eventuell entspricht dies auch der Route, die im Alpenvereinsführer Allgäuer und Ammergauer Alpen beschrieben ist, ganz sicher bin ich mir allerdings nicht. Ganz bestimmt paßt zumindest die Abbildung im AVF nicht zu der dort gegebenen Routenbeschreibung. Vermutlich wird der Fehler eher in der Abbildung liegen, schließlich gibt es auch unter den sechs vorherigen Abbildungen nur eine einzige, deren Beschriftung keinen Fehler enthält - sofern sie nicht von vornherein vergessen wurde. Kurz bevor der Rücken erstmals wieder felsig wird, verläßt man ihn nach links und quert den Geröllhang zum Beginn der Schlucht. In ihr steigt man etwas mühsam so weit auf, bis eine bequeme, wenig ansteigende Geröllrampe unter einer plattigen Zone hindurch nach links herausführt. Es gibt dabei zwei solche Rampen (Bänder), die in geringer Entfernung voneinander parallel verlaufen und beide begehbar sind. (Variante: Angenehmer als dieser Anstieg zu der Rampe ist es, den Südrücken noch bis über seine ersten felsigen Stellen, denen man auf der rechten Seite ohne Probleme ausweichen kann, hinaus zu verfolgen. Wo nun mit einem Steilaufschwung endgültig der felsige Gipfelgrat beginnt, ist es möglich, über Geröll etwas fallend in die Schlucht zu queren und sie so bereits ungefähr auf Höhe der beiden Rampen zu erreichen. So spart man sich den Aufstieg über das Geröll in der Schlucht. Die Möglichkeit dieser Variante ist von unten her nicht sofort zu erkennen, erst beim Abstieg wird sie dann offensichtlich (Foto: Blick vom oberen Ende der oberen Rampe über die Schlucht auf die Geröllquerung zum Südrücken).) |
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| Anstieg zum Beginn der Geröllschlucht | ||
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| Die beiden Bänder und der weitere Verlauf des Aufstiegs (an der Geländekante links) | ||
| Die Rampe geht nach kurzer Zeit in die begrünten Stellen im oben erwähnten Schrofenhang über. In diesem Bereich gibt es verschiedene Aufstiegsmöglichkeiten. Der Anstieg von hier zum Westgrat gestaltet sich einfacher als es zuvor ausieht. Am schwierigsten ist noch der Durchstieg durch die kurze etwas steilere Felszone, die gleich zu Beginn zu überwinden ist. Auch diese Stelle ist liegt aber nicht über dem ersten Schwierigkeitsgrad. Anschließend folgen nur noch einfache Schrofen, wobei man immer in der Nähe der Kante bleibt, mit der der Hang nach links steil abbricht. Interessant ist während des Aufstiegs der Blick auf die gebogenen Felsschichten auf der rechten Seite. Überraschend schnell ist damit der Hauptgrat erreicht. |
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| Südrücken der Kreuzkarspitze mit den Söllerköpfen Weiteres Foto: Rückblick vom Westgrat auf den Aufstiegshang | ||
| Hier bietet sich erstmals der Tiefblick nach Norden auf die Umrahmung des Kreuzkarles und auf das Hornbachtal, vor allem aber auch auf die Nordseite des Verbindungsgrat zum höchsten Punkt der Kreuzkarspitze. Diese sieht zum Glück etwas weniger abschreckend aus als die durchgehend felsige Südseite, allerdings sind auch hier die gerölldurchsetzten Schrofenhänge ziemlich steil. Zunmächst geht es über den Grat einige Meter leicht bis zu einem felsigen, steilen Abbruch in die Einschartung, die das linke obere Ende der großen Schlucht bildet - wobei allerdings die eigentliche geröllgefüllte Schlucht auf ihrer gesamten Breite bereits einige Meter unter der Grathöhe endet, die letzten fünf bis zehn Meter zum Grat sind dann meist felsig und sehr steil (Foto: Blick vom Grat in die Schlucht). Links vom Grat befindet sich in diesem Bereich ein tiefer, durch die Plattenschichtung gebildeter Spalt, in dessen Bereich ein ganz interessanter Abstieg zur Gratfortsetzung möglich ist (I). Alternativ bietet sich ein bereits früher am Grat beginnendes Geröllband auf der Nordseite an, das zwar nicht breit ist, aber problemlos zu begehen sein dürfte. Hier ein Bild von diesem Gratabschnitt im Rückblick mit der Erhebung des Westgrats, an der dieser erreicht wird. Nach der Einschartung folgt ein ganz kleiner Aufschwung, der an guten Griffen und Tritten, die von dünnen Plattenschichten gebildet werden, erklettert wird (I). |
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| Der kurze Aufschwung mit dem weiteren Gipfelgrat im Hintergrund | ||
| Auch das folgende Gratstück ist zunächst nicht schwieriger. Fast eben gelangt man auf dem schmalen Grat über einfache Schrofen bis kurz vor den letzten Gipfelaufschwung. An dieser Stelle ist die deutlich anspruchsvollste Passage der Tour zu überwinden: Ein etwa drei Meter langer waagrechter, felsiger Gratabschnitt, der sich wegen eines Felsausbruchs nicht direkt überklettern läßt. Der Grat wird hier von der Abbruchkante einer Plattenlage gebildet, die sich auf der Südseite als glatte Platte zeigt. Auf der Nordseite ist dagegen das obere Ende einer daruntergelegenen Plattenschicht herausgebrochen, so daß die Gratkante etwas nach Norden überhängt. Der ganze Ausbruch sah zumindest in Teilen noch relativ frisch aus und es werden hier wohl auch weiterhin Stücke herausbrechen, da die Gratkante selbst bereits in einzelne Blöcke zerbrochen und sehr locker war. Daher muß man in eine der sehr steilen Flanken ausweichen, was allerdings nur unmittelbar unter der Grathöhe möglich ist. Auf der Nordseite liegen in einer dünnen Schicht mittelgroße Geröllblöcke aus dem Felsausbruch auf einer sehr steilen erdigen Oberfläche. Auf der Südseite befindet sich etwa eineinhalb Meter unter der Grathöhe eine ausgesetzte, geröllbedeckte Leiste, die teilweise nicht einmal fußbreit ist. Diese ist bereits auf dem Foto oben zu erahnen; das Gratstück und die Platte der Südseite sind an dem leicht gelblich gefärbten Fels zu erkennen. |
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| Das schwierige Gratstück unter dem Gipfel, links unten das erdige Gelände auf der Nordseite | ||
| Die erste Variante erschien mir zu riskant, auch wenn sich bei ihrer Wahl die technische Schwierigkeit des gesamten Aufstiegs auf I reduzieren würde. Statt dessen wählte ich die Route über die Leiste, die nach unten hin mehrere Meter fast senkrecht zum oberen rechten Ende der Südflanken-Schlucht hin abbricht. An der Gratkante kann man sich dabei nicht wirklich gut festhalten, da sie bei einer stärkeren Belastung zweifellos ausbrechen würde. Teilweise geht es aber in den Spalten, die sich zwischen den oberen losen Blöcken und dem noch festen Teil der Platte gebildet haben. Wenn man die Passage angeht, muß man bedenken, daß ein Umdrehen auf der Leiste sehr schwierig ist und daß die Stelle beim Rückweg auch wieder zu überqueren ist. Dieser ist besonders am Ende der Leiste etwas schwerer als der Aufstieg: Das waagrechte Gratstück stößt hier auf den letzten, wieder stärker ansteigenden Abschnitt vor dem Gipfel, der mit einem zwar nicht einmal einen Meter hohen, aber senkrechten Aufschwung beginnt. Schwierig wird er dadurch, daß man zunächst von der Leiste fast ebenso steil auf die ganz schmale Grathöhe steigen muß, wobei außer der Kante selbst nur minimale Tritte und keine zusätzlichen Griffe zur Verfügung stehen. Dies war zum Glück die einzige Stelle der Gratkante über dem Felsausbruch, die mir noch wirklich zuverlässig fest zu sein schien - sollte sich auch dieser Block noch lockern, wäre die Route über die Leiste nicht mehr möglich. Auch so liegt sie aber bereits im (oberen) zweiten Schwierigkeitsgrad. |
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| Rückblick auf das Gratstück mit der Leiste (links) von oberhalb des Aufschwungs | ||
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| Rückblick von derselben Stelle auf den gesamten Anstieg ab Erreichen des Westgrats | ||
| Die letzten Meter zum Gipfel über geröllbedeckte Schrofen sind dann wieder einfacher (I), erfordern aber wegen der ebenfalls großen Brüchigkeit noch einmal Vorsicht. |
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| Faszinierender Blick auf die Felslandschaft der weiter östlich gelegenen Gipfel der Hornbachkette Weiteres Foto: Kreuzkarsee und Schreierkopf vor den Bergen rund um das Hornbachjoch | ||
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| Westteil der Hornbachkette; im Vordergrund der beim Aufstieg zum Westgrat benutzte Gras- und Schrofenhang | ||
| Nach der Gipfelpause geht es auf derselben Route zurück über den obersten Westgrat, über den Schrofenhang und quer durch die Geröllschlucht zum Südrücken und auf ihm zur tiefsten Einschartung zwischen Kreuzkarspitze und Nördlichem Söllerkopf, wo der Anstieg aus dem Balschtekar den Verbindungsgrat erreicht hatte. Bei ausreichender Zeit sollte man von hier aus den relativ kurzen Abstecher zum nahen Gipfel des Nördlichen Söllerkopfs machen. Er ist leichter als der beschriebene Aufstieg zur Kreuzkarspitze und überschreitet den oberen ersten Schwierigkeitsgrad nicht, auch wenn man dies von Norden - also von der Kreuzkarspitze her - gesehen nicht vermuten würde. |
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| Nördlicher Söllerkopf von Norden, rechts die ersten beiden bei der Umgehung der Grathöhe zu überquerenden Seitengrate | ||
| Der eigentliche Gipfel ist allerdings aus dem Bereich der Einsattelung gar nicht zu sehen, da er von einem Vorgipfel verdeckt ist, der mit einer senkrechten, von zwei schrägen Rissen durchzogenen Wand nach Norden abbricht (s. Foto oben). Dieser wird wie fast der gesamte obere Gratabschnitt auf der rechten Seite umgangen. Dies gilt auch für ersten, noch im Bereich der Einsattelung einzeln stehenden Felsturm. Es folgt ein einfacher, waagrechter Rücken, dann führt ein kurzer schrofiger Abschnitt zu einem begrünten Gratabschnitt empor. |
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| Aufstieg auf dem begrünten Gratabschnitt | ||
| Schließlich wird der Grat bei einem Aufschwung zu einem felsigen Gratturm nicht mehr begehbar. Rechts vom Turm erreicht man (Foto) etwas absteigend über Gras und Geröll das obere Ende einer ausgeprägten Steilrinne in der Westflanke und noch ein Stück weiter querend über das steile Geröll der Rinne die Seitenrippe, welche die Rinne auf der gegenüberliegenden Seite begrenzt. In der Rippe befindet an dieser Stelle aufgrund eines vorspringend Felskopfs eine kleine ebene Einsattelung. Hinter der Rippe zieht eine geröllgefüllte Schrofenrinne wieder zum Grat herauf. Sie wird auf der anderen Seite von einem zweiten kleinen Seitengrat des Nordgrats begrenzt. Man verfolgt die Rinne nun bis unmittelbar unter den Hauptgrat, den man dabei auch betreten kann, und wendet sich dann der zweiten Seitenrippe zu, in der es in dieser Höhe ebenfalls eine mehrere Meter lange flache Stelle gibt. Dorthin steigt man nun, am einfachsten möglichst weit rechts, über eine kleine Schrofenstufe auf (I). |
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| Rückblick auf die Geröll- und Schrofenrinne und die Einsattelung in der ersten Seitenrippe | ||
| Nach dem Überschreiten der Rippe ist es zunächst ohne weitere Schwierigkeiten möglich, die Querung in der Westflanke des Hauptgrats fortzusetzen. Über von einzelnen Schrofen durchsetztes, teils aber auch begrüntes Geröll steigt man schließlich zu einer dritten, weniger ausgeprägten Seitenrippe auf, die vom nördlichen Vorgipfel herabkommt (Foto: Rückblick von dort auf die zweite Rippe; rechts der Hauptgrat). Hinter diesem mächtigen Turm ist dabei auch bereits der Gipfel erkennbar. |
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| Blick zum Gipfel des Nördlichen Söllerkopfs | ||
| Auf diese Weise wird der Vorgipfel mit seinem steilen Nordabbruch umgangen und man erreicht wenige Meter nach der Rippe eine schmale Geröllrinne, die zur scharfen Einschartung zwischen Vor- und Hauptgipfel heraufführt. Diese Passage erfordert nun wieder etwas Kletterei, insbesondere bei einer niedrigen Felsstufe in der Rinne (I). Auf dem Foto oben sind ein Teil der Rinne und auch die Felsstufe zu sehen. Von der Gratscharte aus ist der Vorgipfel etwas leichter zu erreichen als der Hauptgipfel, weshalb ich zunächst die wenigen verbleibenden Meter zu ihm hinaufgestiegen bin. Er ist nur minimal niedriger, so daß erst hier klar wird, bei welchem der beiden Punkte es sich überhaupt um den eigentlichen Gipfel handelt. Immerhin bietet der Vorgipfel einen Blick auf den gesamten Nordgrat, der vom Hauptgipfel gesehen verdeckt ist. Der letzte steile Grataufschwung aus der Einschartung zum Hauptgipfel sieht zunächst relativ schwierig aus, ist dann allerdings doch einfacher als gedacht. Klettertechnisch ist es zwar die schwerste Stelle des Aufstiegs, trotzdem liegt die Stelle nach meiner Einschätzung noch unter dem zweiten Schwierigkeitsgrad. Nach einem etwa zwei Meter hohen steilen Aufschwung über der Scharte sind die letzten schrofigen Meter dann kein Problem mehr. |
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| Der Hauptgipfel mit dem Aufschwung über der Gipfelscharte vom Vorgipfel aus gesehen | ||
| Auf dem nach Westen und Osten steil abstürzenden Gipfel hat man einen guten Überblick über das Massiv der Söllerköpfe, das als schmale Gratschneide das Noppenkar vom Balschtekar trennt. Über der ausgeprägten Zwischenerhebung, die die beiden Teile der Doppelscharte zwischen den beiden Söllerköpfen trennt, zeigt sich der Nordrücken des Südlichen Söllerkopfs, die leichteste Anstiegsmöglichkeit zu diesem Gipfel (Foto). Zurück geht es wieder genau auf der Anstiegsroute, denn alle anderen Abstiege von diesem schmalen, exponierten Gipfel wären sicher deutlich schwieriger. |
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| Abstieg am unteren Teil des Nordrückens, Blick auf den Südrücken der Kreuzkarspitze mit dem steileren Abschnitt über dem Sattel | ||
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| Am Schatten im Noppenkar sind die zahlreichen Türme im Söllerkopf-Grat gut zu erkennen | ||
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| Zurück im Balschtekar: Westseite des Nördlichen Söllerkopfs | ||
| Nachdem das Balschtekar und der Enzensperger Weg wieder erreicht sind, bieten sich verschiedene Möglichkeiten für den Abstieg nach Elbigenalp: Die Rückkehr auf der Route durch das Tal des Balschtebachs, der etwas weitere Weg über die Hermann-von-Barth-Hütte oder der abschließende Aufstieg zum Balschtesattel und zur Rotwand. Wenn man sich für die letzte Variante entscheidet, folgt man dem Höhenweg leicht ansteigend unterhalb des Südlichen Söllerkopfs hindurch bis zum flachen Sattel. |
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| Rotwand über dem Balschtesattel | ||
| Hier führt auf der rechten (westlichen) Seite ein teilweise gesicherter Weg unter dem schrägen Felsriegel, über dem die Gipfelkrone der Rotwand aufragt, hinab (Foto: Rückblick auf den Balschtesattel). Er überschreitet den Felsriegel nach einem Höhenverlust von knapp 50 Metern an einer Unterbrechungsstelle. Hier kann man nun entweder direkt über die Söllnerhütten nach Elbigenalp absteigen (Foto) oder sich scharf nach links wenden und über einen im letzten Abschnitt gesicherten Steig den Gipfel der Rotwand erreichen (Foto von der felsigen Gipfelkrone). Anstatt die Seile zu benutzen ist es auch gut möglich, in den Felsen etwas daneben aufzusteigen. Die Schwierigkeit des Anstiegs liegt in diesem Fall bei I. Die Rotwand zeichnet sich unter anderem durch einen schönen Tiefblick auf das Lechtal aus, so daß sich der Anstieg vom Balschtesattel durchaus lohnt - beispielsweise auch bei einer Begehung des Enzensperger Wegs. |
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| Der Rotwand-Ostgrat vom Gipfel aus gesehen | ||
| Wer die Tour noch mit einem bergsteigerisch interessanten und etwas anspruchsvolleren Abstieg als dem Normalweg über die Söllnerhütten abschließen möchte, hat die Möglichkeit, den Rotwandgipfel über den Ostgrat zu verlassen. Dieser ist im ersten Abschnitt nach dem Gipfel stellenweise sehr schmal und felsig (Foto: Rückblick zum steil abfallenden Gipfel), das scharfe Gratstück geht aber bald in einen meist breiteren Grasrücken über, der nur noch vereinzelt von schrofigen Stellen unterbrochen wird. Allzu oft wird dieser Grat offensichtlich nicht begangen, ansonsten müßte es stärkere Begehungsspuren geben. Seine Schwierigkeit liegt aber nur im ersten Grad, was man beim Anblick vom Gipfel aus vielleicht nicht vermuten würde. Vor allem die Südflanke des Grats verflacht sich später zunehmend und der Abstieg über den nur langsam absinkenden Rücken, der später nach Südosten umbiegt, bereitet schließlich keine Probleme mehr. |
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| Weiterer Abstieg nach dem schmalen Gipfelgrat über den Ost- und Südostrücken Weiteres Bild: Blick zurück zum oberen Gratabschnitt und zum Balschtesattel | ||
| Für die Rückkehr nach Elbigenalp muß man den Rücken an geeigneter Stelle verlassen, um über die Südflanke den Fahrweg von Elbigenalp zum Kasermandl zu erreichen. Die am weitesten nach Nordosten ausholende Kehre dieses Wegs ist vom Ostgrat her bereits gut zu erkennen. Einen laut AV-Karte in 1650-1700 Metern Höhe durch die Südflanke führenden Ziehweg konnte ich allerdings nicht entdecken. Zu früh darf man mit dem Abstieg durch die Flanke nicht beginnen, da diese zunächst noch von schrofigen Abbrüchen durchzogen ist. Am besten scheint mir ein Abstieg genau an der Stelle zu sein, wo die Lawinenverbauungen in der Südflanke beginnen. Hier zieht sich ein durchgehender Grashang bis zu den Weideflächen bei der Straßenkehre hinab. Von oben gesehen scheint er bequem begehbar zu sein, er erweist sich aber zwischenzeitlich als ziemlich steil und erfordert insbesondere in diesem ca. 100 Höhenmeter langen Abschnitt wegen seiner schlechten Stufung langsames und vorsichtiges Gehen. |
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| Beim Abstieg über das steilste Hangstück, rechts von den Häusern von Elbigenalp die erwähnte Fahrwegkehre Weiteres Bild: Rückblick von weiter unten auf den steilen Abschnitt | ||
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| Gratzug Jöchlspitze - Ramstallkopf sowie Hermannskarspitze über den Südhängen der Rotwand | ||
| Auch weiter unten kommt man wegen des hohen Pflanzenbewuchses (im Hochsommer sicher noch unangenehmer) eher langsamer voran als normal. Schließlich ist man froh, die bequeme Fahrstraße zu erreichen, auf der es dann nicht mehr weit bis zum Parkplatz in Elbigenalp ist. |