Zwischen Iseler und Rohnenspitze Auf Kühgundspitze (1852m), Kühgundkopf (1907m), Iseler (1876m), Stuibenkopf (1830m), Bschießer (2000m), Ponten (2045m), Zirleseck (1870m) und Rohnenspitze (1990m) |

| Will man sämtliche Gipfel zwischen dem Iseler-/Kühgundgebiet und der Rohnenspitze in einer Tour zusamenfassen und außerdem den sicher schönsten Aufstieg über den Kühgundrücken wählen, steht man vor der Schwierigkeit, einen geeigneten Ausgangspunkt zu finden. Zwar liegt Schattwald sehr günstig sowohl bezüglich der Kühgundspitze als auch für die Rohnenspitze, es fehlt aber ein direkter Weg vom Ort zum Beginn des Kühgundrückens. Allerdings ist der Anstieg dorthin auch weglos ganz gut machbar. Diese Route ist im Folgenden beschrieben; wer lieber auf markierten Wegen wandern will, kann alternativ durchs Stuibental zum Zipfelsattel (auch Stuibensattel genannt) aufsteigen und von dort die Kühgundspitze erreichen. Startpunkt in Schattwald ist der Parkplatz bei der Talstation des Wannenjochlifts, an dessen Ende eine Brücke über den Stuibenbach zu einem Fahrweg führt. Auf diesem geht es zunächst kurz bergan. Schon bald zweigen nach rechts zwei weitere Fahrwege ab und führen zurück über den Bach. Ich habe den oberen der beiden gewählt in der Hoffnung, dass es sich um den Weg handelt, der genau westlich von Schattwald bis hoch in den Wald unter dem Kühgundrücken hinaufführt. Dies stellte sich zwar als falsch heraus (eine Abzweigung später wäre wohl richtig gewesen), allerdings ist über flache Gras- und Waldhänge ein Aufstieg auch ohne Fahrweg problemlos möglich. Bequemer ist es natürlich, möglichst lang einem der sich mehrfach verzweigenden Wege zu folgen. Bei zwei kurz aufeinanderfolgenden Kehren des Hauptwegs - dieser führt nun zu weit nach links - verlässt man diesen und steigt nun etwas rechtshaltend weglos an, bis man eine Einsenkung mit einem Bach und einer deutlichen Trittspur erreicht (Foto mit dem Kühgundrücken im Hintergrund). Aufgrund des gleichförmigen Geländes ist die Übersicht bis hierher etwas schwierig und eine genaue Beschreibung nicht möglich. |
![]() | ||
| Morgenstimmung über dem Tannheimer Tal (Zum Vergrößern auf die Originalgröße von 1024x768 auf das Bild klicken - es wird ein neues Fenster geöffnet) | ||
| Kurz geht es noch auf der Trittspur am Bach entlang aufwärts, dann wendet man sich dem Kühgundrücken zu, der die Einsenkung rechts begleitet und zur bereits sichtbaren Kühgundspitze leitet. Zum Rücken gelangt man umso weniger steil, je weiter rechts man aufsteigt. Das Gras- und Latschengelände, das auf den letzten Metern auch von ein paar Schrofen durchsetzt ist, verlangt aber auch dort etwas Trittfestigkeit. |
![]() | ||
| Der Kühgundrücken mit der Kühgundspitze im Hintergrund | ||
![]() | ||
| Tannheimer Berge und Haldensee Weiteres Foto: Blick auf das gesamte Tannheimer Tal | ||
| Am Grat trifft man auf von Oberjoch heraufkommenden Weg, der nun, die Grathöhe weitestgehend beibehaltend, zum Gipfelkreuz auf der Kühgundspitze leitet. Besondere Schwierigkeiten gibt es dabei nicht, auch wenn ein Mindestmaß an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig sind, besonders an einer kurzen schmaleren Gratstelle und bei einer geröllig-schrofigen Passage rechts des Grats knapp unter dem Gipfel (Foto). Die Kühgundspitze ist abgesehen von der Abzweigung einer Seitengrats nach Nordosten alles andere als ein bedeutender Geländepunkt - unmittelbar südwestlich folgt ein bereits höherer Grathöcker -, dennoch befindet sich hier im Gegensatz zum nur wenig entfernten Kühgundkopf ein Gipfelkreuz. |
![]() | ||
| Zwei weitere Gipfel der Tour: Der Bschießer über dem Zipfelsattel und rechts der Stuibenkopf | ||
![]() | ||
| Der Gipfel der Kühgundspitze im Rückblick vom weiteren Gratverlauf | ||
| Der kurze Übergang zum Kühgundkopf im Bereich des Gratrückens bereitet keinerlei Schwierigkeiten. Obwohl der Kühgundkopf den höchsten Punkt im ziemlich eigenständigen Iseler-/Kühgundgebiet darstellt, handelt es sich um einen kaum ausgeprägten und unauffälligen Gipfel. Seine Überschreitung merkt man daher im Wesentlichen nur daran, dass es nun wieder leicht bergab geht - im weiteren Übergang zum nächsten Gipfelziel, dem Iseler, ist insgesamt ein Höhenverlust von 100 Höhenmetern in Kauf zu nehmen. |
![]() | ||
| Gratübergang vom Kühgundkopf zum Iseler | ||
| Der Weg zum Iseler führt über den grasigen und oft latschenbewachsenen Gratbereich, so dass aufgrund der steilen Schrofen- und Schotterflanke im Norden etwas Vorsicht notwendig ist. Dafür ergeben sich über diesen letzten Abbruch des Allgäuer Hauptkamms immer wieder schöne Tiefblicke auf die Gegend um Oberjoch. Vom Gipfel des Iselers aus beeindruckt dann zusätzlich der Blick zurück über den Grat zum Kühgundkopf mit seinem nordseitigen Steilabbruch (Foto). Der Iseler ist zwar erkennbar niedriger als der Kühgundkopf, aber der mit Abstand ausgeprägteste der drei bisher besuchten Gipfel. Für den Weiterweg geht es zuerst in der bisherigen Richtung noch einige Minuten am Grat weiter, bis an einem Wegweiser zur Zipfelsalpe ein Steig scharf links abzweigt und quer durch die Südhänge des Iselers bergab führt. Bei der nächsten Wegverzweigung muss man sich entscheiden: Links geht es zum nahen Zipfelsattel und von dort über den Nordrücken zum Bschießer - der kürzere, übliche und problemlos zu findende Anstieg -, rechts weiter bergab in Richtung Zipfelsalpe. Der rechte Weg ist für den hier beschriebenen Aufstieg zum Bschießer über Dresenberg, Stuibenkopf und den Westgratrücken zu wählen. Diese Route ist interessanter als der Normalweg zum Bschießer, erfordert aber Sicherheit beim Gehen in weglosem Gelände. |
![]() | ||
| Bei der Zipfelsalpe: Blick über das Ostrachtal auf Daumenmassiv und Breitenberg | ||
| Zum Dresenberg, wie der Nordrücken des Stuibenkopfs (Foto) genannt wird, kann man entweder direkt von der Zipfelsalpe aus aufsteigen oder - etwas steiler, aber mit etwas weniger Höhenverlust - aus dem zwischen Dresenberg, Stuibenkopf und Bschießer eingelagerten Kessel. Diesen erreicht man auf einem breiten Weg, der kurz vor der Alpe vom Hauptweg nach links abzweigt. Über zuletzt ziemlich steil werdendes Gras (I) geht es nun zur Schulter im Nordgrat des Stuibenkopfs hinauf. Ein bequemer Grasrücken leitet von hier zum Gipfelbereich des Stuibenkopfs, wo eine zunächst schwer passierbar erscheinende Latschenzone beginnt. Eine Umgehung rechts würde keinen Vorteil bringen, der Hang links vom Grat wäre zwar latschenfrei, aber sehr steil. Knapp rechts vom Grat findet sich aber eine schmale grasige Latschengasse, in der sogar einige hinderliche Äste herausgeschnitten wurden. Weiter als fünf Meter entfernt sich die Route nie vom Grat. Am Ende der Gasse wird man kurz in die steile Flanke links vom Grat gedrängt, dann geht es wieder durch Lücken in den Latschen zum schon nahen Gipfel, der einen schönen Blick auf das obere Ostrachtal bietet. Der Übergang zum Bschießer (Foto: Bschießer vom Stuibenkopf aus gesehen) vollzieht sich wegen der Latschen im Gratbereich zunächst meist links vom Gratrücken über relativ steile Grashänge. Im flachen Sattel zwischen den beiden Gipfel bestünde die Möglichkeit, in den Kessel über der Zipfelsalp abzusteigen. |
![]() | ||
| Aussicht vom Sattel zwischen Stuibenkopf und Bschießer nach Norden auf Iseler und Kühgundkopf | ||
![]() | ||
| Bschießer-Westgrat | ||
| Beim Anblick der dichten Latschen im Bereich des Bschießer-Westgrats könnte man versucht sein, diese Möglichkeit zu nutzen und anschließend über den üblichen Anstieg zum Bschießer anzusteigen. Allerdings zeigt sich beim Aufstieg über den Westgrat, dass der unmittelbare Gratbereich oft latschenfrei ist. Da es zudem einige Wegspuren gibt und die Hänge links vom Grat zwar meist dicht mit Latschen bewachsen, aber nirgends steil sind, gestaltet sich der Aufstieg insgesamt ziemlich unproblematisch. Aus den felsigen Steilhängen der rechten Gratseite münden mehrfach steile Schotterrinnen ein, die von der Pfadspur an ihrem Ansatz überquert werden; es wäre hier aber auch immer möglich, in die dichten Latschen links vom Grat auszuweichen. Beseonders im oberen Gratverlauf ergeben sich immer wieder interessante Einblicke in die zerborstene Steilflanke. |
![]() | ||
| Stuibenkopf mit dem Aufstiegsrücken rechts und dem zum Sattel vor dem Bschießer führenden Grat Weiteres Foto: Blick über die steile Bschießer-Südflanke hinweg auf den Verbindungsgrat zum Ponten | ||
![]() | ||
| Rückblick zum Stuibenkopf vom oberen Gratabschnitt aus | ||
| Knapp unter dem Gipfel werden die Latschen dichter und es ist am besten, hier den Grat zu verlassen und nach links direkt zum bereits sichtbaren Gipfelkreuz anzusteigen (der Stuibenkopf-Grat zweigt vom Hauptkamm etwas südlich des Bschießer-Gipfels ab). Ab hier verläuft die Tour dann wieder auf vielbegangenen Wegen. Beim Übergang zum Ponten (Foto: Ponten vom Bschießer aus gesehen) gibt es neben dem üblichen Weg auch einen nicht beschilderten, mehr in Gratnähe verlaufenenden, der steiler und gerölliger ist und daher auch etwas mehr Trittfestigkeit erfordert (Foto). Dieser beginnt wenige Meter nach dem Wegweiser für den Normalabstieg auf dem Grat zum Vorgipfel (an dem der Stuibenkopf-Grat abzweigt). In jedem Fall wichtig ist, dass man nicht vom Vorgipfel aus über das grasige und schottrige Gelände rechts vom Hauptgrat mit dem Abstieg beginnt. |
![]() | ||
| Rückblick auf den Abstieg vom Bschießer | ||
| Der Sattel zwischen Bschießer und Ponten war bei meiner Tour relativ früh im Jahr zum Teil noch schneebedeckt, was allerdings völlig unproblematisch ist. Insgesamt eignet sich die Tour sehr gut als Unternehmung im späten Frühjahr bzw. im Frühsommer, zu beachten ist allerdings, dass der Abstieg aus dem Sattel nach Schattwald, mit dem die Tour verkürzt werden könnte, noch auf weite Strecken schneebedeckt sein kann. Der folgende Aufstieg zum Ponten immer im Gratbereich bereitet keine Schwierigkeiten. Etwa nach der halben Aufstiegshöhe bestünde die Möglichkeit, den Gipfel in der Südflanke zu umgehen und so gleich zum späteren Abstiegsweg hinüberzuqueren, allerdings gibt es im Normalfall sicher keinen Grund, den Gipfel auszulassen. Der Gipfel selbst ist dann etwas schrofig; das Kreuz steht auf einem nordöstlich vorgelagerten Punkt und die eigentlich höchste Stelle des Gipfelkamms - ein kleiner Felskopf am Südwestende der Gipfelkrone - verlangt auf den letzten zwei Metern sogar etwas leichte Kletterei. Die nordöstlich folgende Erhebung ist allerdings nur ganz geringfügig niedriger, so dass man sich die ein wenig exponierte Kletterei auch sparen kann (und trotzdem auf dem Gipfel gewesen ist...). |
![]() | ||
| Auf dem Ponten | ||
![]() | ||
| Die Aussicht nach Südosten wird beherrscht von Gaishorn, Gaiseck und Rauhhorn Weiteres Foto: Gratverlauf über Zirleseck und Zererköpfle in Richtung Gaiseck | ||
![]() | ||
| Blick vom Ponten nach Norden Weiteres Bild: Die den Abschluss der Tour bildende Rohnenspitze vom Ponten aus gesehen | ||
| Die Abstiegsroute vom Ponten folgt nun zunächst nicht der Fortsetzung des Hauptkamms, sondern führt erst in der Südflanke abwärts, um später zum Grat zurück zu queren. Es folgt ein fast ebener Gratabschnitt (Foto von der Südflanke aus) bis zur kleinen Kuppe des Zirlesecks, die sich aus dieser Richtung kommend kaum über die Kammhöhe erhebt. Die Graterhebungen direkt davor sind sogar etwas höher als das Zirleseck. Allerdings ist das Zirleseck nicht nur wegen eines hier befindlichen Grenzsteins ein wichtiger Geländepunkt, denn an dieser Stelle zweigt der Seitengrat mit der wesentlich bedeutenderen Rohnenspitze - dem letzten Gipfel der Tour - ab. |
![]() | ||
| Auf dem Weg zum Zirleseck: Blick zur Rohnenspitze | ||
![]() | ||
| Rückblick zum Ponten | ||
![]() | ||
| Gaishorn Weitere Fotos von Gipfeln der Umgebung: Gaiseck / Rauhhorn | ||
| Der Aufstieg zur Rohnenspitze über den Steig am teils schrofigen Südwestgrat kostet noch einmal einen Anstieg von gut 100 Höhenmetern. Alternativ ist auch ein direkter Abstieg vom Zirleseck nach Schattwald durch das Pontental möglich. |
![]() | ||
| Der Hauptkamm führt vom Zirleseck weiter über das grüne Zererköpfle zum Gaishornmassiv; hinten rechts das Rauhhorn | ||
![]() | ||
| Gratverlauf vom Zirleseck zur Rohnenspitze | ||
| Der Steig zur Rohnenspitze umgeht den ersten kleinen Felsaufschwung des Südwestgrats links, wobei ein Drahtseil über eine kurze felsige Passage hilft. Danach wird der Grat nur im Gipfelbereich noch einmal etwas steiler, wo der Weg schließlich in mehreren kurzen Kehren im Geröll zum höchsten Punkt hinaufführt. Das Gipfelkreuz ist auch hier wieder ein Stück in Richtung Tannheimer Tal vorgelagert. |
![]() | ||
| Der Wegverlauf durch den felsigen Gipfelbereich der Rohnenspitze | ||
![]() | ||
| Über dem langgestreckten Schnurschrofen zeigen sich die Vilsalpseeberge Größere Ansicht: Westflanken von Lochgehrenspitze und Sulzspitze über dem Schnurschrofen-Gipfel | ||
![]() | ||
| Rückblick auf die Gipfel zu Beginn der Tour: Kamm vom Iseler über den Kühgundkopf zur Kühgundspitze Größere Ansicht: Iseler mit dem deutlich zu erkennenden Abstiegsweg durch die Südflanke | ||
![]() | ||
| Blick von der Rohnenspitze zum Ponten | ||
| Der Abstieg von der Rohnenspitze über den Nordrücken ist noch etwas leichter als die Aufstiegsroute: Der breite Geröllrücken, der nur im Gipfelbereich etwas schrofendurchsetzt ist, geht später in eine Latschenzone über, aus der der Weg nach einigen hundert Höhenmetern nach links in Richtung Pontental herausquert. Dort trifft er auf die oben erwähnte Abstiegsmöglichkeit vom Zirleseck nach Schattwald. Der Wegweiser an dieser Stelle nach Schattwald zeigt zwar talwärts, schneller ist es aber, den fast genau bei der Einmündung beginnenden in die bisherige Richtung weiter führenden Steig zu benutzen, der bald auf einen Fahrweg trifft. Kurz nach dessen zweiter Rechtskehre beginnt bei einem Wegweiser (also noch nicht bei der breiten Rampe direkt nach der Kehre) ein scharf nach links führender Fußweg ab, der nach weiteren etwa 150 Höhenmetern Abstieg wieder auf einen Fahrweg trifft. Auf diesem ist es nun nicht mehr weit zur Brücke über den Stuibenbach bei der Talstation des Wannenjochlifts. |
![]() | ||
| Rückblick zum Gipfelkreuz der Rohnenspitze beim Abstieg durch die Latschen am Nordrücken | ||