Wanderung über den Fellhornzug Auf Gehrenspitze (1857m), Kuhgehrenspitze (1913m), Schüsser (2170m), Warmatsgundkopf (2058m), Fellhorn (2037m), Schlappolt (1968m), Söllerkopf (1940m) und Söllereck (1706m) |

| Los geht es in Riezlern an der Talstation der Kanzelwandbahn. Die Benutung der Kanzelwandbahn ist im Vergleich zu Fellhorn- und Söllereckbahn besonders günstig, da man so am Ende der Tour vom Söllereck aus optimal wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren kann. Alternativ ist natürlich auch der Aufstieg zu Fuß zur Bergstation auf dem Grat zwischen Gehrenspitze und Warmatsgundkopf (in Österreich Kanzelwand genannt) möglich. Für die Besteigung der Gehrenspitze geht man auf der nordöstlichen Seite direkt an der Außenwand der Bergstation vorbei, bis ein Weg über Stufen in die erste Einsattelung im Grat zur Gehrenspitze führt. Nach einem kurzen Aufstieg auf die folgende Erhebung geht es fast nur noch absteigend immer auf dem breiten Gratrücken bis zum Kreuz auf der Gehrenspitze. Der Gipfel ist also keine Graterhebung, sondern nur der Endpunkt des am Warmatsgundkopf beginnenden Seitengrats, der ab hier deutlich steiler ins Kleine Walsertal absinkt. |
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| Am Gipfel der Gehrenspitze, Blick auf den Weg über den Gratrücken | ||
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| Gipfelfoto auf der Gehrenspitze | ||
| Wieder ansteigend geht es anschließend auf derselben Route zurück zur Kanzelwandbahn und zu der nur wenige Schritte entfernten großen Wegkreuzung (Wegweiser) auf dem Rücken in Richtung Warmatsgundkopf. Das nächste Ziel ist der Kuhgehrensattel zwischen Schüsser und Kuhgehrenspitze. Der Weg dorthin quert mit etwas Höhenverlust die zwischen Warmatsgundkopf, Schüsser und Kuhgehrenspitze eingelagerte Mulde, wo sich im Frühsommer an den Nordhängen meist noch Schneereste befinden. |
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| Auf dem Weg zum Kuhgehrensattel (links). Neben der Kuhgehrenspitze im Hintergrund der Gottesacker | ||
| Vom tiefsten Punkt des Weges aus sind es noch genau 100 Höhenmeter bis zum Gipfel der Kuhgehrenspitze. Nach dem Anstieg zum Kuhgehrensattel ist das Gipfelkreuz auf einem Pfad nach rechts abbiegend in wenigen Minuten ohne jede Schwierigkeit erreicht. Von der Kuhgehrenspitze bietet sich ein besonders schöner Blick auf das Kleine Walsertal, das man von hier in seiner ganzen Länge überblicken kann. Der kurze Anstieg vom Kuhgehrensattel aus lohnt sich daher sehr. |
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| Aussicht von der Kuhgehrenspitze auf Mittelberg und den Talschluß des Kleinen Walsertals | ||
| Zum Kuhgehrensattel zurückgekehrt, geht es nun an den beschilderten und markierten Aufstieg zum Schüsser. Da die Wegweiser in Österreich stehen und die Gipfelnamen des Bergzugs dort von den deutschen Namen abweichen, muß man darauf achten, daß der Gipfel auf den Schildern als "Hammerspitze" bezeichnet wird. Der gute Weg führt über die mittelsteile Westflanke zum oberen Nordostgrat, über den nach Überwindung von insgesamt 300 Höhenmetern ab dem Kuhgehrensattel der Gipfel erreicht wird (Foto: Blick von der Kuhgehrenspitze über den Kuhgehrensattel auf die Aufstiegsflanke am Schüsser). Damit ist der längste zusammenhängende Anstieg der Tour bereits geschafft. Mit 2170m ist der Schüsser nicht nur der höchste Gipfel der Tour, sondern auch der mit der deutlich schönsten Aussicht. Im Süden bietet sich ein optimaler Einblick in das obere Wildental, das von imposanten Gipfeln wie den drei Schafalpenköpfen (bis zu 2321m) und dem Elferkopf (2387m) mit den steilen Elfertürmen eingerahmt wird. Links schließt sich nach der benachbarten Hochgehrenspitze die Gruppe um den Alpgundkopf an, über der die Gipfel des Allgäuer Hauptkamms mit der Mädelegabelgruppe aufragen. Diesen Blick über das Warmatsgund und das Stillachtal hat man auch noch von den folgenden Gipfeln, die im weiteren Verlauf der Tour nun allerdings immer niedriger werden. |
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| Umrahmung des Wildentals vom Südwestlichen Schafalpenkopf bis zum Elferkopf | ||
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| Berge um den Alpgundkopf vor dem Allgäuer Hauptkamm mit Krottenspitz- und Mädelegabelgruppe | ||
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| Die benachbarte Hochgehrenspitze, rechts hinter ihr der Höchste Schafalpenkopf Weiteres Foto: Kuhgehrenspitze über dem Kuhgehrensattel | ||
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| Mittlerer Schafalpenkopf Weiteres Foto: Südwestlicher Schafalpenkopf | ||
| Für den Weiterweg auf den Warmatsgundkopf gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder den direkten Gratübergang, der für Ungeübte nicht zu empfehlen ist, oder die Rückkehr zum Kuhgehrensattel und zur Kanzelwandbahn mit anschließendem Aufstieg über den üblichen und vielbegangenen Anstieg von der Bergstation. Dieser Weg bildet in jedem Fall auch die Abstiegsroute vom Warmatsgundkopf. |
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| Grat vom Schüsser zum Warmatsgundkopf, hinten das Fellhorn | ||
| Interessanter und mit weniger Höhenverlust verbunden ist natürlich der Weg über den Grat. Hierzu geht man am Nordostgrat des Schüssers zurück, den der im Aufstieg benutzte Weg nach einiger Zeit nach links verläßt. Ein nicht beschilderter Pfad führt geradeaus weiter über den Grat, der einige kurze schrofige Abschwünge aufweist. An diesen Stellen im steileren Gelände muß man bisweilen auch die Hände zu Hilfe nehmen. Der genaue Wegverlauf ist hier nicht immer auf den ersten Blick offensichtlich, man entfernt sich aber nirgends mehr als ein paar Meter von der Grathöhe. Teilweise gibt es auch mehrere in Betracht kommende Abstiegsmöglichkeiten. |
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| Blick vom Grat zwischen Schüsser und Warmatsgundkopf auf die Hammerspitzen (Südöstliche Hammerspitze / Hochgehrenspitze) | ||
| Nach der tiefsten Einsattelung (Fotos: Warmatsgundkopf über der tiefsten Einsattelung / Rückblick von derselben Stelle auf den Schüsser) führt der Weg wieder ohne Schwierigkeiten über die folgende Zwischenerhebung in die letzte Einsenkung vor dem Gipfel des Warmatsgundkopfs, wo von rechts der seltener begangene Aufstieg aus dem Warmatsgundtal heraufkommt. Auf den noch fehlenden Höhenmetern bis zum Gipfel vereinigt sich der Weg mit dem Aufstieg von der Kanzelwandbahn und erreicht über schrofiges, aber wenig steiles Gelände das Kreuz. |
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| Auf dem Warmatsgundkopf | ||
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| Rückblick auf den Gratübergang vom Schüsser, links die Hochgehrenspitze | ||
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| Fortsetzung der Tour über das Fellhorn | ||
| Zum Abstieg geht es zunächst kurz auf der Anstiegsroute zurück, bis der Weg zur Kanzelwandbahn scharf nach rechts abzweigt (Wegweiser). Problemlos ist in kurzer Zeit wieder die Wegkreuzung auf der Einsattelung vor der Bergstation erreicht. Einige Kehren führen von dort auf einem breiten Weg schnell hinab zum Gundsattel, wo der Südwestkamm des Fellhorns beginnt. Auf einem nicht weniger breiten Weg mit zahlreichen Stufen gelangt man über ihn in oft nur mäßiger Steigung zunächst zur Gipfelstation der Fellhornbahn - wie auch die Bergstation der Kanzelwandbahn bewirtschaftet - und nach kurzem weiteren Anstieg zum Fellhorngipfel. Dieser Verbindungsweg der beiden Bergbahnen ist (trockenen und schneefreien Boden vorausgesetzt) die einzige Passage der Tour, die zur Not auch ohne Bergschuhe ohne jede Gefährdung begehbar ist. Besser sind sie natürlich aber auch auf diesem Teilstück, da die Rutsch- und Verletzungsgefahr so geringer ist. |
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| Kurz vor dem Gipfel: Blick über die Griesgundscharte auf Trettachspitze, Mädelegabel und Hochfrottspitze | ||
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| Auf dem - selten so leeren - Fellhorn-Gipfel | ||
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| Die Gratfortsetzung in Richtung Schlappolt | ||
| Der Gipfel ist meistens natürlich sehr voll, was schon daran zu erkennen ist, das auf der Gipfelfläche kein Grashalm mehr wächst. Die nun folgende Fortsetzung der Gratwanderung zum Söllereck ist ebenfalls eine beliebte Unternehmung. Am anfangs vergleichsweise schmalen und seitlich steil abfallenden Nordgrat geht es auf gutem Weg über eine ganz kleine Zwischenerhebung, wo der Grat nach Nordosten umbiegt, in die 100 Meter tiefer gelegene Einsattelung vor dem Schlappolt hinab, stets mit Blick auf den in der Karmulde rechts liegenden Schlappoltsee. |
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| Rückblick zum Fellhorn | ||
| Es folgt die Doppelkuppe des Schlappolt, unter der der Weg nur 2-3 Höhenmeter tiefer links vorbeiführt. Der Rücken ist hier aber sehr breit, und so ist der Gipfel (als Schlappolt wird in den Karten die erste der beiden Erhebungen bezeichnet, obwohl die zweite Kuppe wohl etwas höher ist) problemlos erreichbar. Ansonsten sollte man allerdings nicht vom Weg abweichen, da die inzwischen ganz gut fortgeschrittene Wiederbegrünung des in früheren Zeiten durch zahlreiche nebeneinander verlaufende Wegspuren zerstörten Gratbereichs sonst gefährdet ist. |
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| Am Schlappolt; hinten der Söllerkopfgrat | ||
| Nach einem weiteren Abstieg steigt der breite Rücken noch einmal kurz an zum Punkt 1925m, wo nach rechts der kurze Seitengrat mit dem Söllerkopf abzweigt. Hier besteht außerdem eine Abstiegsmöglichkeit zur Schlappoltalpe. Am grasigen Grat zum Söllerkopf ist ein Warnschild aufgestellt, das für Ungeübte unbedingt ernst zu nehmen ist. Nur für Trittsichere mit guten Bergschuhen ist der Abstecher auf den Gipfel zu empfehlen, wobei der Boden außerdem nicht naß sein sollte. |
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| Grat zum Söllerkopf | ||
| Die Trittspur zum höchsten Punkt führt über den zunächst noch bequemen Rücken auf eine erste Erhebung. In der Folge wird der Grat stellenweise ziemlich schmal, wobei die Gras- und Schrofenhänge insbesondere auf der linken Seite sehr steil abfallen. Auf den mitunter recht steilen Erdtritten, die über den letzten Gratkopf zum höchsten Punkt des Söllerkopfs führen, darf man sich daher keine Unkonzentriertheit erlauben, selbst wenn der Anstieg keine klettertechnischen Schwierigkeiten aufweist. |
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| Auf dem Weg zum Gipfel | ||
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| Die letzten Meter zum höchsten Punkt | ||
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| Rückblick vom Gipfel über den Aufstiegsgrat | ||
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| Blick vom Söllerkopf zum Söllereck, das den Abschluß der Grattour bildet | ||
| Zum Hauptgrat des Fellhornzugs zurückgekehrt, folgt man weiter dem Gratrücken nach Norden, der nach einem steileren Abschnitt ziemlich flach zum Söllereck hin ausläuft. Kurz vor diesem Gipfel, der nur die letzte minimale Erhebung dieses flachen Gratrückens vor seinem weiteren Absinken in Richtung Oberstdorf darstellt, zweigt der beschilderte Weg über die Sölleralpe zur Bergstation der Söllereckbahn nach rechts ab. Dies ist der bequemere und schnellere Weg, um dorthin zu gelangen. Wenn man das Söllereck besteigen möchte, bietet es sich allerdings an, dem weiter über den Gratrücken führenden Pfad zu folgen. |
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| Am flachen Rücken beim Söllereck, hinten der Söllerkopf | ||
| Der Weg führt nach der Überschreitung des Söllerecks (hier biegt die Staatsgrenze nach Nordwesten ab) bald in die steilen, mit Erlengebüsch bewachsenen Hänge knapp rechts des Kamms. Er ist nicht beschildert, oft etwas verwachsen und wird seit dem Bau des breiten Wegs über die Sölleralpe wohl nicht mehr instand gehalten. Er wendet sich später, wo der Kamm endgültig steil abfällt, nach links direkt in Richtung auf die Söllereckbahn zu und führt nach einigen Kehren im steilen Gelände nach rechts abknickend zurück auf die rechte Seite des nun kaum noch ausgeprägten Steilrückens. Hier trifft er wenig später auf den breiten, von der Sölleralpe kommenden Weg, der identisch mit der vorher erwähnten bequemeren Abstiegsmöglichkeit ist. Nach wenigen Minuten kommt man auf ihm zum Berghaus am Söller, das ein wenig oberhalb der Bergstation der Söllereckbahn steht. Ein Fahrweg führt von hier quer durch die Nordosthänge des Fellhornzugs zurück nach Riezlern: Nach kurzem Anstieg zur Alpe Schrattenwang verläuft er über Alpweiden und durch Wald immer leicht fallend an mehreren Alphütten (Walser Älpele, Amans-Alpe, Mittelalpe) vorbei, immer mit schönem Blick auf das Kleine Walsertal. An den Wegverzweigungen folgt man immer den Wegweisern in Richtung Riezlern. Kurz nach der Querung des Schmiedebachs sind die ersten Häuser des Orts erreicht. Noch etwas absteigend geht es zur Bundesstraße und an ihr entlang noch einige Minuten weiter zurück zur Talstation der Kanzelwandbahn. |