Vom Hermannskarsee auf die Faulewandspitzen Östliche: 2473m, Westliche: 2480m |
| Nach dem Abstieg zur Scharte geht es wieder durch die Geröllrinne herunter bis zu ihrem Ende, das wie schon beschrieben den Ausgangspunkt für die Besteigung der Westlichen Faulewandspitze über die Südostplatte darstellt. Zur besseren Orientierung hier noch einmal ein am Anfang der Tour beim Weg ins Hermannskar aufgenommenes Foto dieses Bereichs: |
![]() | ||
| Die Zwischenerhebung im Ostgrat der Westlichen Faulewandspitze und der Bereich unterhalb der Scharte zwischen den beiden Spitzen | ||
| Der große Gratturm im Ostgrat stellt den Gipfelpunkt einer Plattentafel dar, die mit einem senkrechten Abbruch auf die linke Fortsetzung des Ostgrats und die - wiederum von einer Platte gebildeten - Südostflanke des Gipfels abfällt. Eigentlich handelt es sich also weniger um einen Gratturm als um eine Erhebung im Gratverlauf, die nur in Richtung des Gipfels steil abbricht. Während man auf dem Foto genau auf den Abbruch der Plattentafel schaut, sind die Platten selbst aus dieser Perspektive nur schlecht zu sehen. Genau am unteren rechten Ende der vom Gratturm herabkommenden Platten-Abbruchkante endet die Geröllrinne und mündet wieder in den breiteren Geröllhang. An dieser Stelle sind dem Abbruch aber noch Felsen vorgelagert, die in etwa so hoch sind der unter ihnen liegende Geröllhang breit ist. Vom Ende der Geröllrinne aus erreicht man nun ohne Probleme über ein paar geröllbedeckte Schrofen (kaum I) einen kleinen Absatz direkt am höchsten Punkt dieser vorgelagerten Felsen. Dabei darf man sich wirklich erst ganz am Ende der Geröllrinne nach rechts wenden, ein ähnlicher und aus der Rinne ebenso leicht erreichbarer Absatz wenige Meter weiter oben ist eine Sackgasse. Hier ein Blick auf den ganz kurzen Aufstieg zum richtigen Absatz im Vordergrund und einen Teil der zum Gipfel ansteigende Südostplatte links hinten. Wie auf dem Foto oben zu erkennen ist, befindet man sich auf dem Absatz am höchsten Punkt der vorgelagerten Felsen bereits auf der Höhe vom rechten unteren Ende eines flacheren und etwas begrünten Abschnitts der Südostflanke. Rechts wird dieser Abschnitt von dem großen Plattenabbruch begrenzt, der an dieser Stelle unten leicht überhängt und deshalb auf dem Foto teilweise im Schatten liegt. Vom Absatz aus ist nur eine Querung von wenigen Metern nötig, um diese geröllige und grasige Unterbrechung der großen Südostplatte zu erreichen (unterhalb auf dem Foto ein auffallender Felsblock in Form eines Dreiecks mit der Spitze nach unten). Dabei handelt es sich um die schwierigste Stelle des Aufstiegs. Die Querung liegt zwar gerade noch nicht über dem ersten Schwierigkeitsgrad, durch die geröllbedeckten, relativ brüchigen Schrofen in Verbindung mit dem direkt unterhalb befindlichen 10 bis 15 Meter hohen Abbruch ist sie aber anspruchsvoller als viele klettertechnisch ähnlich schwierige Passagen. Für mich kam noch dazu, daß ich keine Ahnung von der Schwierigkeit des weiteren Aufstiegs hatte. Zunächst sieht es überhaupt nicht so aus, als ob er leichter werden würde als die Querung. Besonders im oberen Teil schien mir ein halbwegs leichter Anstieg eher nicht möglich zu sein; gerade wenn man die Südostplatte und den Ostgrat zuvor von der Östlichen Faulewandspitze angeschaut hat, wird man wohl kaum auf die Idee kommen, daß der Anstieg nicht noch deutlich schwieriger wird. Trotzdem entschied ich mich zumindest für einen Anstiegsversuch. Die Querung verläuft über ein kaum ausgeprägtes Band mit Gerölltritten, das zu Beginn (schwierigste Stelle) von einer ganz kurzen schrofigen Kletterstelle unterbrochen ist. Nach insgesamt nur etwa zehn Metern ist dann die Fallinie der Scharte zwischen dem Gratturm und dem Gipfelgrat und damit die Südostplatte erreicht. An dieser Stelle ist genau über dem untersten steilen Abbruch der Platte (bei diesem schönen Blick hinunter zum Hermannskarsee ist gut zu erkennen, wie der linke Teil der Platte nach unten hin deutlich steiler wird) etwas Geröll eingelagert, das den rechten Teil vom schon genannten Geröll- und Grasabsatz bildet. Dieses angesichts des unterhalb gelegenen Abbruchs unangenehm rutschende Geröll muß nun noch überquert werden, um auch die ersten grasigen Stellen des Absatzes zu erreichen. Durch das Gras rutscht das Geröll dort nicht mehr und damit wird das Gelände wieder angenehmer zu begehen. |
![]() | ||
| Blick über die große Platte zur Scharte hinter dem großen Gratturm, rechts der Abbruch seiner Südostplatte auf die des Gipfels | ||
| Vor der Tour hätte ich vermutet, daß der leichteste Anstieg jetzt direkt zur Scharte hinter dem Gratturm und weiter über den Ostgrat verlaufen würde. Wie das Bild oben zeigt, wäre diese Route in Wirklichkeit aber alles andere als einfach. Auch wenn die Steilheit der Platte auf dem Foto natürlich schlecht einzuschätzen ist, kann man doch erkennen, daß die Plattentafel hier besonders im oberen Teil sehr glatt und noch dazu die Schichtung der wenigen kleinen Leisten alles andere als günstig ist. Anders sieht es allerdings weiter links, also in direkter Gipfelrichtung aus: |
![]() | ||
| Blick auf den Geröll- und Grasabsatz (vom Beginn der Querung aus) und über die Platte in Richtung Gipfel | ||
| Im Gipfelbereich scheint die Platte ziemlich kompakt zu sein, einige Meter über dem großen Absatz fällt aber ein schmales Grasband auf, das mäßig ansteigend schräg nach links oben gegen die Begrenzungskante der Plattentafel führt. Dieses Band bildet nun die weitere Aufstiegsroute. Auf den ersten Metern ist es noch wenig ausgreprägt, im weiteren Verlauf wird es aber breiter und deutlicher als die anderen (kürzeren) Grasleisten, die am Absatz weiter links beginnen und dann einige Meter unterhalb verlaufen. Um zum Beginn des Bands, das auf dem Foto die linke Plattenkante etwa auf der halben sichtbaren Höhe zu erreichen scheint, zu gelangen, geht man also nicht auf dem großen Absatz weiter nach links, sondern hält sich zunächst eher an seiner rechten Begrenzung (gebildet von steilerem Geröll und darüber den Platten in der Fallinie der Scharte zwischen Turm und Gipfel). Wo das Band noch weniger ausgeprägt ist, muß man noch einmal die Hände zu Hilfe nehmen. Es ist auch möglich, erst etwas später - also weiter links - vom Absatz aus über einen etwas nach rechts durch die Platte führenden Einschnitt (kein Gras) zum dann leichter zu begehenden Band aufzusteigen. Beide Varianten bieten eine kurze Kletterpassage im ersten Schwierigkeitsgrad. Im weiteren Verlauf ist das Grasbüschelband dann zwar immer noch relativ schmal, man kann aber sehr schön mitten durch die glatte Plattenflanke ansteigen, wobei man nicht einmal die Hände benutzen muß. Dadurch ist ein Aufstieg fast ohne Kletterei durch die Südostplatte möglich, die wegen ihrer Glätte sonst deutlich schwieriger zu überwinden wäre, selbst wenn ihre Neigung in diesem Bereich noch unter 45° liegt (weiter rechts unterhalb der Turmscharte ist sie etwas steiler). |
![]() | ||
| Aufstieg über das Grasbüschelband (links am Bildrand) | ||
| Zu Beginn handelt es sich bei dem Band eher um einen Riß in der Plattentafel, in dem Graspolster wachsen. Schon bald wird diese Unterbrechungsstelle der Platten aber breiter und es gibt auf dem Band zwischen den Graspolstern auch immer mehr Geröll. Nach einiger Zeit zweigt ein ähnliches Band nach rechts ab und führt waagerecht zur Scharte hinter dem Gratturm. Genauer endet es als Geröllband einige Meter unterhalb der Scharte. |
![]() | ||
| Gras- und Geröllband in Richtung Turmscharte (der geröllige Schlußteil ist zwischen den Platten nur schlecht zu erkennen) | ||
![]() | ||
| Blick vom Beginn des Bands (aufgenommen beim Abstieg) zur Scharte hinter dem Gratturm und die Fortsetzung des Ostgrats in Richtung Gipfel (links) | ||
| Die Scharte hinter dem Turm scheint über das Band leicht erreichbar zu sein, während der weitere Verlauf des Ostgrats aus dieser Perspektive eher schwierig aussieht. Deshalb entschied ich mich dafür, im linken Teil der Platte zu bleiben. Das ist auch tatsächlich die deutlich leichtere Route, wie ich dann beim Abstieg über den Ostgrat festgestellt habe. Allerdings täuscht das Bild oben auch etwas, zum Beispiel stellt der kleine Abbruch, der sich auf dem Foto links oben befindet, in Wirklichkeit kein besonderes Hindernis dar. Im linken Bereich der Platte setzt sich die Durchstiegsmöglichkeit über grasige und geröllige Unterbrechungsstellen weiter fort. Hier ein Rückblick auf die Aufstiegsroute von dem Bereich aus, wo das Band zur Scharte abzweigt (auch die Querung zum großen Absatz hin ist am Ende der gelb-schwarzen Felsen des Plattenabbruchs zu erkennen), und hier noch ein ähnlicher Rückblick von etwas weiter oben. |
![]() | ||
| Blick durch die Scharte unter dem Gratturm auf die Gipfel der östlichen Hornbachkette | ||
| Auch im weiteren Verlauf bereiten die nach links oben ansteigenden Gras- und Gerölleisten bei einem dem Gelände angepaßten Gehtempo keine besonderen Schwierigkeiten. Sie nähern sich nun immer mehr der Abbruchkante an der linken Plattenbegrenzung. Hier sieht es so aus, als ob es im Gipfelbereich keine Unterbrechungsbänder mehr geben würde und die Platte wieder kompakter wäre. Allerdings wird das Gelände nun insgesamt etwas flacher, so daß ein direkter Anstieg zum Gipfel wahrscheinlich ganz gut zu schaffen wäre. Es bietet sich aber noch eine andere Variante fast ohne jede Schwierigkeit an: Wo der durch die Bänder und Leisten vorgegebene Anstieg endgültig an den linken Rand der Platte stößt, ergibt sich ziemlich überraschend die Möglichkeit, auf einem bequemen Band mit Gras und Geröll zum obersten Ostgrat zu gelangen. |
![]() | ||
| Rückblick über das leicht ansteigende, zum Ostgrat führende Band, das genau aus dem Hermannskarsee zu kommen scheint | ||
| Das Band erreicht den Grat bei einer minimalen Einschartung, von der es schon nicht mehr weit bis zum Gipfel ist (hier der Blick von der Einschartung in Gipfelrichtung). Beim Erreichen des Ostgrats wird nun deutlich, daß er bis zur Scharte am Fuß des Gratturms hinunter weit weniger steil und schwierig ist, als es bisher den Anschein hatte. |
![]() | ||
| Blick über den unteren Teil des Ostgrats auf den Gratturm und die Gratfortsetzung zur Östlichen Faulewandspitze | ||
| Beim restlichen Weg zum Gipfel ist nur auf den ersten zwei Metern nach der kleinen Einschartung noch einmal etwas leichte Kletterei (I) über eine flache Platte nötig, danach folgt bis zum Gipfel nur noch Gehgelände. Zunächst kann man dabei wieder Grasbänder direkt links vom Grat benutzen, ansonsten kommt man ohne Abweichung vom Grat über Geröll schnell zum Gipfel. Kurz unter diesem endet auch die steile Nordostwand, die bis hierher für einen fast senkrechten Abbruch des Ostgrats auf der rechten Seite gesorgt hat, und geht in das flache geröllbedeckte Gipfeldach über. Dieser letzte Teil des Anstiegs ist gut auf dem am Gipfel der Östlichen Faulewandspitze aufgenommenen Foto der Krottenspitze im Vordergrund zu verfolgen (hier noch einmal verlinkt). Einen guten Überblick über den gesamten Gipfelanstieg liefert wie schon erwähnt die Aussicht von der Östlichen Faulewandspitze auf die Südostplatte. In das entsprechende Foto ist hier nun die Anstiegsroute eingezeichnet: |
![]() | ||
| Anstiegsroute zur Westlichen Faulewandspitze Hier zum Vergleich noch einmal das Originalfoto, auf dem die Grasbänder und -leisten nicht durch die Routeneinzeichnung verdeckt sind | ||
| Die Routeneinzeichnung beginnt beim großen Geröll- und Grasabsatz der Plattentafel; die Querung dorthin ist dagegen nicht zu sehen. Der rechte Teil des Absatzes ist von der Südostplatte des Gratturms verdeckt, die sich leider kaum von der Südostplatte des Gipfels abhebt. (Auf diesem Bild, einer Art Fortsetzung des obigen Fotos nach unten, ist die Lage des Absatzes etwas besser einzuordnen. Am unteren Ende der Turm-Platte kann man außerdem den kleinen Absatz sehen, an dem die Querung zur Plattentafel beginnt. Links unterhalb von ihm folgt dann der breite Geröllhang über dem Hermannskar.) Vom großen Absatz aus sind zunächst beide genannten Varianten, um zum Beginn des ausgeprägten Teils vom ersten Grasband zu kommen, eingezeichnet. Im später folgenden gepunkteten Teil sind mehrere Varianten möglich, weil hier viel Geröll und Gras in die Platten eingelagert ist. An dieser Stelle zweigt nach rechts das Band zur Scharte hinter dem Gratturm ab, die spätere Abstiegsroute. Sein rechter Teil ist ebenso wie die Scharte selbst und der untere Teil des Gipfelgrats vom Gratturm und seiner Südostplatte verdeckt. Die Aufstiegsroute ist dann noch bis zum Erreichen des Ostgrats eingezeichnet, der weitere Verlauf ist genauso wie die Abstiegsroute über den Ostgrat bis zur Scharte am Fuß des Turms klar. |
![]() | ||
| Tiefblick vom Gipfelbereich der Westlichen Faulewandspitze zum Hermannskarsee | ||
| Die Aussicht von der Westlichen Faulewandspitze entspricht natürlich weitgehend der von der Östlichen aus, abgesehen vom Blick auf den jeweils anderen Gipfel: |
![]() | ||
| Östliche Faulewandspitze vor der Marchspitze Dazu noch ein vergrößerter Ausschnitt mit der Östlichen Faulewandspitze, auf dem der Gratanstieg zum Gipfel gut zu sehen ist | ||
| Interessant ist noch die gegenüberliegende Seite der Westlichen Faulewandspitze, also ihr Westgrat und die Nordwestflanke. Beide sehen im Gipfelbereich zunächst einfacher zu begehen aus als ihre Pendants auf der Aufstiegsseite. Da noch genügend Zeit übrig war, konnte ich mir den Westgrat noch etwas genauer anschauen. Der Gipfelgrat ist zunächst geröllig, später folgen zwei felsige Graterhebungen. Die Nordwestseite des Gipfels und die daran anschließende Nordflanke des Westgrats werden größtenteils von Geröllhalden gebildet. An verschiedenen Stellen gibt es allerdings auch felsige Abbrüche, die von oben her nur zu erahnen, aber nicht direkt sichtbar sind. Besonders unmittelbar vor dem Übergang der Flanke in die Geröllflächen auf der March scheint es einen durchgehenden Felsabbruch zu geben, während die obersten 200 Höhenmeter bei einer guten Routenwahl nur über Geröll und ohne Steilstufen ziemlich problemlos zu begehen wären. |
![]() | ||
| Am Westgrat vor den beiden felsigen Graterhebungen Hier der Blick von dieser Stelle aus auf die Nordflanke des Grats bis hinunter zur March-Hochfläche | ||
| Am Westgrat gelangt man über den anfangs flachen Gipfelgrat zur Scharte vor dem ersten Gratturm. Dieser ist sehr schmal, dafür aber ziemlich langgezogen und hat daher die Form einer felsigen Mauer, die an der Scharte zunächst mit einem großen Überhang beginnt. Beim Rückblick zum Gipfel erscheint der bisherige Abstieg über den Westgrat schwerer als er in Wirklichkeit ist, weil man im Gipfelbereich die geröllige Nordseite nicht sieht. |
![]() | ||
| Blick aus der Scharte vor dem überhängenden Gratturm zum Kreuzeck | ||
| Den überhängenden Gratturm kann man, wie auf dem Foto vom Westgrat oben gut zu sehen ist, auf einem Geröllabsatz der Nordseite problemlos umgehen. Zur Gratfortsetzung hinter dem Turm gelangt man dann über etwas steileres Geröll. Hier ein Rückblick auf die Querung mit dem Hochvogel im Hintergrund. An dieser Stelle kehrte ich dann wieder um zum Gipfel, denn ein tatsächlicher Abstieg nach Norden oder Westen wäre sowieso nicht in Frage gekommen. Nachdem ich die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Aufstieg über die Südostplatte zuerst als eher gering eingeschätzt hatte, hatte ich meinen Rucksack am Beginn des Aufstiegs gelassen, um mir nur kurz die Querung zum großen Absatz und die Grasleisten genauer anzuschauen. Als dann klar war, daß der Anstieg doch nicht so schwierig ist wie es zu Beginn aussieht, hätte es sich kaum mehr gelohnt, den Rucksack noch zu holen. Ein Weiterweg nach Westen wäre zunächst wohl nicht allzu schwierig, beim folgenden Aufschwung zu zweiten Graterhebung allerdings doch sicher anspruchsvoller als bisher. Dem Steilaufschwung (hier ein Foto von ihm) könnte man nach links ausweichen, um dann wieder zum Grat zu gelangen. Direkt nach der Scharte müßte allerdings eine geröllbedeckte Platte (Foto) gequert werden, was nicht gerade angenehm aussieht. Außerdem bricht die Graterhebung in die folgende Scharte wieder mit einer kleinen Felsstufe ab. In der Nordflanke würde man dagegen zunächst über Geröll leicht vorankommen, die Frage ist hier, wie man wieder zum Grat zurückkommt. Von der Hornbachspitze aus, wo man einen guten Einblick in diesen Gratabschnitt von der anderen Seite her hat, sieht es zumindest nicht unmöglich aus, den Grat über ein Geröllband zu erreichen. Der Weiterweg über den Westgrat wäre wahrscheinlich aber sowieso nur bei einem anschließenden Aufstieg zur Hornbachspitze interessant, der dann in jedem Fall noch deutlich schwieriger wird. Als reine Abstiegsroute von der Westlichen Faulewandspitze kann man nach Norden hin auch schon vor dem ersten Gratturm mit dem Abstieg beginnen, und nach Süden ins Hermannskar dürfte ein Abstieg überall nicht ganz einfach sein. Auf dem zuletzt verlinkten Foto sieht es zwar so aus, als ob aus der im Bild zu sehenden Scharte vor der zweiten Graterhebung eine schottrige Steilrinne nach links herabführt. Abgesehen davon, daß schon die obersten Meter sehr unangenehm aussehen, scheint es aber eher keine durchgehende Abstiegsmöglichkeit ohne felsige Steilpassagen vom Westgrat nach Süden zu geben, wenn man sich das Gelände von der Hornbachspitze oder vom Großen Krottenkopf aus anschaut. Deshalb geht es jetzt zurück zum Gipfel und über die Südostseite zurück ins Hermannskar, wobei als Variante zum Aufstieg immerhin noch die Route über den Ostgrat bis zur Scharte vor dem großen Gratturm zur Verfügung steht. Nach dem obersten leichten Teil, der schon vom Aufstieg her bekannt ist, bleibt der Grat zunächst noch relativ breit und es gibt viele geröllige Stellen zwischen den Felsen. Schon bald wird er aber immer schmaler und besteht nur noch aus kompaktem Fels, der die Abbruchkante der großen Südostplatte nach Norden bildet. Dadurch kommt noch hinzu, daß die Gratkante auf der linken Seite durchgehend fast senkrecht abfällt. Der Grat ist aber weit weniger steil als es von der Östlichen Faulewandspitze her ausgesehen hat. Ansonsten wäre der Abstieg sehr schwierig, so ist es dagegen nur die Bewertung. Es handelt sich schießlich nicht um eine übliche Kletterei an Griffen und Tritten, weil es davon auf der ziemlich glatten Plattenkante kaum welche gibt. Da sich die Steilheit aber wie gesagt in Grenzen hält, ist der Ostgrat nach meinem Empfinden mit anderen Ier-Stellen vergleichbar, einer Bewertung mit (knapp) II würde ich zumindest für den untersten Abschnitt aber auch nicht unbedingt widersprechen. Die Steilheit ist auf Fotos leider schlecht einzuschätzen, beim Blick in Richtung Scharte sieht der Grat fast eben aus, im Rückblick erscheint er dagegen eher zu steil. Deshalb hier jeweils ein Foto des mittleren Gratabschnitts von oben und von unten aus: |
![]() | ||
| Blick über den Mittelteil des Ostgrats zur Scharte am Fuß des Gratturms | ||
![]() | ||
| Rückblick von der unteren Hälfte des Abstiegs am Ostgrats zum Gipfelbereich | ||
| Von der Scharte aus gilt es nun, über das beim Aufstieg schon erwähnte Band, das wenige Meter unterhalb der Scharte endet, wieder den Anschluß an die Aufstiegsroute herzustellen und zum südwestlichen Bereich der Platte zu queren. Hier der Blick von der Scharte aus auf dieses gut zu begehenden Absatz in der Platte, der nach einer kurzen Geröllpassage meist begrünt ist. Direkt unterhalb der Scharte befindet sich allerdings ziemlich steiles, schottriges Geröll, über das ein Abstieg zum Band sicher nicht besonders angenehm wäre. Es scheint eine nur dünne Schicht auf dem darunterliegenden plattigen Fels zu bilden. Deshalb ist es besser, vom Grat unmittelbar vor der Scharte über felsiges Gelände zwischen dem Geröll und einer glatten Platte zum Bandbeginn abzusteigen. Im Aufstieg wäre das wahrscheinlich nicht besonders schwer, im Abstieg war es für mich aber die schwierigste Stelle der Abstiegsvariante über den Ostgrat. Auch der bisherige Abstieg am Ostgrat dürfte in Aufstiegsrichtung wie so oft leichter und schneller zu begehen sein, jedenfalls habe ich am (südwestlichen) Gipfelgrat der Peischelspitze, wo das Gelände ganz ähnlich ist, diese Erfahrung gemacht. |
![]() | ||
| Der Ostgrat von der Scharte aus gesehen Dazu noch eine Detailansicht vom oberen Teil der Nordostwand | ||
![]() | ||
| Rückblick vom Beginn des Geröll- und Grasbands auf den Abstieg dorthin vom Schartenbereich aus | ||
| Daß ein direkter Abstieg in Fallinie der Scharte deutlich schwieriger wäre als die Querung zurück zur Anstiegsroute, ist auf diesem Bild ganz gut zu erkennen. Allerdings sieht man beim Blick nach unten nur einen Teil der ziemlich steilen und sehr glatten Platte, die hier eine Art Verschneidung mit dem vom Gratturm herabziehenden Steilabbruch bildet. Auch diese Begrenzungswand der Platte würde wohl kaum gute Griffe bieten, denn der Fels sieht eher brüchig aus. |
![]() | ||
| Quergang auf dem Grasband direkt auf den Großen Krottenkopf zu | ||
![]() | ||
| Der Blick vom Band nach oben zeigt, wie sehr die Grasbänder den Auf- und Abstieg über die sonst meist glatte Südostplatte erleichtern | ||
| Die beim Aufstieg benutzte Route über den oberen Teil der Platte ist deutlich einfacher als die Ostgrat-Variante, die insgesamt vielleicht am besten mit I-II zu bewerten ist. Trotzdem lohnt es sich bestimmt, auch beim Aufstieg den Ostgrat-Weg zu wählen, weil diese Route dann wie schon erwähnt eher leichter und schöner als in Abstiegsrichtung ist. Dafür stellt die von mir gewählte Anstiegsroute wohl den leichtesten Zugang zur Westlichen Faulewandspitze dar. |
![]() | ||
| Blick zurück über das Band zur Scharte und auf den zwar nicht extrem steilen, aber stark zerrissenen Abbruch des Gratturms | ||
| Am Ende des Grasbands geht es genau wie beim Hinweg wieder zurück zum Absatz im unteren Teil der Platte. Schon beim Aufstieg sollte man hier darauf achten, daß man die Route auch in Abstiegsrichtung schnell wieder findet. Von oben her sieht man nämlich mehr Absätze und Leisten in der Platte als von unten, wo die Route eigentlich klar vorgegeben ist. Wichtiger wird das sicher noch, wenn man wieder über die gesamte Anstiegsroute im südwestlichen Plattenteil absteigt. Mit dem Erreichen des großen Absatzes ist die Umgehung der steilen Platten im Bereich unter der Scharte (hier noch einmal ein Blick über diese Platten in Richtung der Scharte) geschafft und als letzte etwas schwerere Stelle der Tour liegt nun noch die Querung zurück zu dem kleinen Absatz über dem Beginn der Rinne zur Scharte zwischen den Faulewandspitzen vor einem. Diese Querung ist ungefähr in Bildmitte dieses vom obersten Ostgrat aus aufgenommenen Fotos noch einmal gut zu sehen. Der weitere Abstieg verlief zumindest für mich genau auf der Aufstiegsroute vorbei am Hermannskarsee und durch das Bernhardstal nach Elbigenalp. Wie schon erwähnt wäre ein Abstieg durch das Ilfental aber eine Alternative mit etwas mehr Abwechslung. Dank meiner Karte hatte ich aber gelaubt, daß eine Abstieg vom Enzensperger Weg erst bei der Hermann-von-Barth-Hütte möglich wäre, und für diesen Umweg war es schon zu spät, wie die folgenden beiden Bilder zum Abschluß zeigen: |
![]() | ||
| Marchspitze mit der Südwestwand über dem Hermannskar | ||
![]() | ||
| Letzter Blick von Süden zur Westlichen Faulewandspitze | ||