Von der Scharte aus sind zwei verschiedene Anstiege zur Öfnerspitze denkbar: Entweder bleibt man im Bereich des Südwestgrats oder man nutzt die Geröllbänder in der Westflanke als Aufstieg. Da ich vor meiner Tour nicht wußte, daß (zumindest) die erste Variante nicht nur durch Steinmänner, sondern auch durch rote Punkte markiert ist, war ich erst einmal ziemlich überrascht, auf der Südwestgrat-Route nach kurzer Zeit einen Markierungspunkt vorzufinden. Über den Sinn solcher Markierungen von eigentlich weglosen und auch nicht ganz einfachen Routen kann man sicher streiten, schließlich ist ja auch das Finden der günstigsten Route ein interessanter Bestandteil beim weglosen Bergsteigen. In diesem Fall ist die Markierung aber denke ich sinnvoll, denn die Westflanke ist bestimmt nicht ganz ungefährlich, wenn man nicht die beste Route erwischt. Dies ist wahrscheinlich schnell passiert, da die Flanke größtenteils aus schrofendurchsetztem Geröll besteht und dadurch fast überall gangbar ist. In den steileren Abschnitten der Flanke sollte man sich dann besser keinen Fehler erlauben. Ich würde aus diesem Grund auf jeden Fall den Aufstieg über den Grat empfehlen. Mit Hilfe der Markierung sind hier nun die leichtesten Durchstiegsmöglichkeiten immer problemlos zu finden. Dadurch ist der Gratanstieg von der bergsteigerischen Gesamtanforderung her sicher nicht schwieriger als das Ausweichen in die Westflanke. Klettertechnisch gilt wahrscheinlich dasselbe, weil der Gipfelbereich ohnehin auf allen Seiten felsig ist und man hier auch durch die Flanke keine Route ohne zumindest etwas Kletterei im ersten Schwierigkeitsgrad finden wird. Schwerer ist es auch am Südwestgrat an keiner Stelle.
Für den Grataufstieg weicht man auf den ersten Metern zunächst ebenfalls ein wenig nach Westen aus, um die ersten Gratfelsen zu umgehen. Die dafür notwendige kurze Querung, die direkt in der Scharte beginnt, ist auf dem Foto zu sehen. Die Geröllflanke ist hier nicht sehr steil, so daß ein schmales ebenes Band ausreicht, um problemlos die weniger als eine Minute entfernte Stelle zu erreichen, wo der Wiederaufstieg zum Grat über einen Geröllhang mit einigen Graspolstern ohne jede Schwierigkeit möglich ist. Dieser Aufstieg erfolgt noch vor den kompakten Felsen, die im Bild rechts oben zu sehen sind, und ist mit Hilfe eines Steinmanns nicht zu verfehlen.