Der Wilde Mann ist nur zur Hälfte wild - die Westseite bricht mit hohen Fels- und Schrofenwänden ins Wieslekar und zum Bacherloch hin ab. Im Osten reichen dagegen Geröllhänge bis in den Gipfelbereich. Dieser Aufbau mit Steilwänden auf der Oberstdorfer Seite und flachen Hängen bis in größere Höhe zum Lechtal hin ist typisch für diesen Abschnitt des zentralen Hauptkamms. Die Geröllflanke unter dem Gipfel macht sich auch der Heilbronner Weg zunutze, der hier den Gipfelaufbau des Wilden Manns passiert, ohne aber den höchsten Punkt selbst zu berühren.
Der Wilde Mann stellt einen wichtigen Geländepunkt dar, da hier der von der Mädelegabel her kommende Hauptkamm nach Westen umbiegt, während der weiter nach SSW verlaufende Seitenast einige weitere bedeutende Gipfel trägt, darunter mit dem Hohen Licht auch den zweithöchsten Berg der Allgäuer Alpen.
Zur zerborstenen Westseite des Wilden Manns gehörte früher auch der elegante Felsturm "Wildes Männle", der an prominenter Stelle im Westgrat knapp oberhalb der Scharte vor der Rotgundspitze stand. Seit dem Einsturz des Turms bei einem Unwetter im Jahr 1962 findet man an dieser Stelle allerdings nur noch den Turmsockel und die verbliebenen Felstrümmer vor. Das Bacherloch hat damit ein besonders interessantes Detail seiner Umrahmung verloren.