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Überschreitung von Süden nach Norden: Ausgangspunkt für die Überschreitung ist die Hintere Schafwanne, also der Sattel zwischen Rauhhorn und Kugelhorn, über den der Jubiläumsweg führt. Am Ende der Überschreitung wird dieser Höhenweg bei der Vorderen Schafwanne wieder erreicht, so daß die Rauhhornüberschreitung eine interessante Alternative zu diesem Abschnitt des Jubiläumswegs darstellt. Allerdings liegt die Schwierigkeit sowohl beim Aufstieg über den Südgrat als auch beim Abstieg nach Norden im ersten Schwierigkeitsgrad, so daß reine Bergwanderer lieber bei der Umgehung des Gipfels auf der Originalroute des Jubiläumswegs bleiben sollten. Beim Südgrat-Aufstieg sind in dem schrofigen Gelände einige teils fast senkrechte, aber nur sehr kurze (etwa 2m hohe) Felspassagen zu überwinden. Da diese nicht gesichert sind, fallen sie trotz des markieten Anstiegs in den Schwierigkeitsgrad I. Viele kleinere Felsabbrüche am Grat werden aber auch auf dem deutlichen Steig geschickt umgangen, oft durch kurze Schichtrinnen. Gerade die Gipfelkrone mit ihrem höchsten Punkt ganz im Norden ist stark zerrissen, so daß es erstaunlich ist, wie es überall doch noch eine relativ leichte Durchstiegsmöglichkeit gibt. Nach einer ganzen Reihe von Graterhebungen und kleinen Scharten, in die links jeweils Äste des großen Rinnensystems der Westflanke einmünden, erreicht man schließlich den Hauptgipfel. Die schwierigste Stelle beim Abstieg über den Nordgrat befindet sich bereits wenige Meter nach dem Gipfel: Der Grat bricht hier mit einer fast fünf Meter hohen Stufe senkrecht ab. Ohne das dort angebrachte Drahtseil wäre die Rauhhorn-Überschreitung entscheidend schwieriger und der Gipfel sicher weit weniger häufig besucht, aufgrund der ungewöhnlichen Steilheit liegt die Schwierigkeit aber trotz der Sicherung noch bei I. Zunächst quert man auf einem Band oberhalb des Abbruchs (bereits gesichert) zu einem rinnenartigen Einriß in der Felsstufe. Mit Hilfe des Drahtseil ist diese Stelle dann zumindest in Abstiegsrichtung (in Aufstiegsrichtung ist wegen der Steilheit und den fehlenden guten Haltemöglichkeiten außer dem Drahtseil etwas Kraftaufwand erforderlich) sogar eher etwas leichter als der Aufstieg am Südgrat. Beim weiteren Abstieg folgt nur noch eine weitere etwas schwerere Stelle, nämlich eine sehr steile Schichtrinne, die nicht gesichert ist und etwa den Kletterpassagen am Südgrat entspricht. Im unteren Teil verläuft der Weg, der im Vergleich zum Südgrat-Anstieg breiter und ausgeprägter ist, über Grashänge zur Vorderen Schafwanne. Bei der Route über den Nordgrat ist die Gesamtlänge der etwas anspruchsvolleren Stellen also wesentlich kürzer als beim Südanstieg, wo durch das oft schrofige und geröllige Gelände über längere Strecken hinweg besondere Vorsicht notwendig ist.
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