Kratzer (2424m)

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Besonders von Norden, also dem Illertal aus gesehen, hat der Kratzer eine ganz charakteristische Form mit drei Gipfelzacken in einem langgezogenen, zerborstenen Felskamm. Von seinen Nachbargipfeln ist er durch die ausgedehnten Einsattelungen von Kratzer- und Mädelejoch getrennt und daher an die zwei Kilometer entfernt. Deshalb erscheint er trotz seiner relativ geringen Höhe zwischen den Bergen um Mädelegabel einerseits und Öfnerspitze andererseits als ausgeprägter Gipfel. Es spricht einiges dafür, daß die mittlere der drei Erhebungen am höchsten ist und nicht die westliche, auf der sich schon seit längerer Zeit ein Gipfelkreuz befindet. Deshalb wird sie hier als eigentlicher Gipfel bezeichnet, die anderen dagegen nur als westlicher bzw. östlicher Vorgipfel. Zu beachten ist dabei, daß in der Alpenvereinskarte (zumindest) bis zur 7. Ausgabe von 1999 die Höhe des westlichen Vorgipfels mit 2322m falsch angegeben ist. Möglicherweise handelt es sich um einen Schreibfehler und soll eigentlich 2422m heißen, dann würde die Angabe jedenfalls wieder mit den Höhenlinien übereinstimmen. Außerdem ist in der Karte das Gipfelkreuz fälschlicherweise nicht an diesem Punkt, sondern am Hauptgipfel eingezeichnet.

Gipfeldaten

 • Interessant besonders für: Bergsteiger
 • Charakter: Felsgipfel
 • Nachbargipfel: Mädelegabel (im Westen gegenüber vom Kratzerjoch)
Muttlerkopf (im Nordosten gegenüber vom Mädelejoch)
 • Vorgipfel: im Westen (2422m, mit Gipfelkreuz) und im Osten (2401m), Mädelekopf (1909m) unter dem Nordgrat des westlichen Vorgipfels
 • Übersichtskarte: • Mädelegabelgruppe
• Lage des Gipfels auf der Gesamtübersichtskarte
 • Platz in der Höhenrangliste der Allgäuer Alpen: 48

Anstiege & Tourenbeschreibungen

 •  Anstieg von Süden zum Gipfelkreuz auf dem westlichen Vorgipfel:
Ausgangspunkt für die Besteigung ist der vielbegangene Höhenweg, der die Fortsetzung des Heilbronner Wegs ab der Bockkarscharte in Richtung Kemptner Hütte darstellt. Er quert die gesamte Südflanke des Kratzers etwa 200 Höhenmeter unterhalb vom Gipfelgrat. Man verläßt den Weg im Bereich zwischen dem Hauptgipfel und dem westlichen Vorgipfel. Von der Kemptner Hütte kommend befindet sich diese Stelle nach der Durchquerung einer flachen, mit großen Blöcken gefüllten Mulde, die unterhalb vom Hauptgipfel liegt. In der Gegenrichtung hat man als Orientierungshilfe eine kleine, aber auffallende helle Platte mitten im Grasgelände, an deren unterem Ende der Weg direkt entlangführt. Kurze Zeit später sollte man dann den Weg vor dem Beginn der erwähnten Mulde verlassen und über den grasigen, aber auch mit vielen Steinen bedeckten Hang in Richtung Grat ansteigen. Hier gibt es an mehreren Stellen Steigspuren, die allerdings erst beim späteren Absteig von oben her gut zu erkennen sind. Obwohl sich die Steilheit des Hangs in Grenzen hält, ist eine gewisse Trittsicherheit im weglosen Gelände nötig, um den unterhalb verlaufenden Höhenweg nicht durch losgetretene Steine zu gefährden. Gerade im obersten Teil nimmt das Gras immer mehr ab und die Geröllhänge werden steiler. Am bequemsten dürfte es sein, zu der relativ breiten tiefsten Einschartung zwischen Haupt- und Kreuzgipfel aufzusteigen und nicht durch die Geröllrinne weiter links zu einer eigentlich näher am Ziel gelegenen Gratscharte. Da sich auf der anderen Seite des Grats in diesem Bereich eine flache Geröll- und Schneemulde befindet, bereitet es kein Problem, dort knapp unter der Grathöhe von der einen in die andere Scharte zu gelangen. Nach dem Erreichen des Grats wird halblinks das Gipfelkreuz bereits ganz in der Nähe sichtbar, und von der erwähnten letzten Gratscharte vor dem Gipfel ist es nur noch ein kurzes Stück über Steigspuren in gerölligem Gelände und ein paar leichte Schrofen (kaum I) bis zum felsigen Gipfelpunkt.

Fotos


Kratzer vom Hinteren Wildgundkopf, vorne die zur Trettachrinne abfallenden Steilhänge Kratzer vom Hinteren Wildgundkopf, vorne die zur Trettachrinne abfallenden Steilhänge
Kratzer im Gegenlicht vor Hochfrottspitze, Mädelegabel und Trettachspitze; in der Mitte der Hauptgipfel Kratzer im Gegenlicht vor Hochfrottspitze, Mädelegabel und Trettachspitze; in der Mitte der Hauptgipfel
Blick über das Öfnerkar auf den Kratzer mit der Ostseite (Bildmitte) und die übrigen Gipfel der Schochenalptal-Umrahmung Blick über das Öfnerkar auf den Kratzer mit der Ostseite (Bildmitte) und die übrigen Gipfel der Schochenalptal-Umrahmung
Blick von der Hornbachspitze nach WSW auf den Kratzer vor Hochfrottspitze, Mädelegabel und Trettachspitze Blick von der Hornbachspitze nach WSW auf den Kratzer vor Hochfrottspitze, Mädelegabel und Trettachspitze
Gipfelbereich von ONO, hinten rechts das Kreuz auf dem westlichen Vorgipfel Gipfelbereich von ONO, hinten rechts das Kreuz auf dem westlichen Vorgipfel
Kratzer von ONO Kratzer von ONO
Die Kratzer-Südhänge, die die leichteste Anstiegsmöglichkeit zu den Gipfelfelsen bilden (in der Mitte der Hauptgipfel) Die Kratzer-Südhänge, die die leichteste Anstiegsmöglichkeit zu den Gipfelfelsen bilden (in der Mitte der Hauptgipfel)
Blick von der Wildmahdspitze über das Schochenalptal zum Kratzer Blick von der Wildmahdspitze über das Schochenalptal zum Kratzer
Weitere Fotos zu diesem Gipfel gibt es möglicherweise noch auf der alten Fotoseite für die gesamte Mädelegabelgruppe. Die Bilder auf dieser Seite werden nicht mehr auf die Fotoseiten der einzelnen Gipfel einsortiert, da sie keine Digital-Qualität haben. Einige könnten aber trotzdem interessant sein. Am schnellsten findet man die passenden Fotos auf der nicht geordneten Seite mit der Suchfunktion des Browsers.
Fotos von den Nachbargipfeln: Mädelegabel  /  Muttlerkopf


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