| Fürschießer (2271m) |
Der im oberen Trettachtal gelegene Fürschießer trennt mit seinen mehrfach verzweigten Gratverläufen das Traufbachtal vom Gebiet des Sperrbachtobels, durch den der Aufstieg aus dem Trettachtal zur Kemptner Hütte führt. Er bildet von Oberstdorf her gesehen mit seinen langen, gleichförmigen Grasgraten einen starken Kontrast zu den felsigen Zacken der benachbarten Krottenspitze. Den vielen Graten entsprechend gibt es zahlreiche interessante Anstiegsvarianten aus den umliegenden Tälern, die aber alle über wegloses Gebiet mit teilweise steilen Grashängen führen. Problemlos und schnell ist der 2271m hohe Hauptgipfel dagegen vom Fürschießersattel, über den der von der Kemptner Hütte kommende Höhenweg in Richtung Kreuzeck führt, über flache Wiesenhänge zu erreichen. |
| Gipfeldaten |
| | Interessant besonders für: | Bergwanderer, Bergsteiger |
| | Charakter: | Grasgipfel |
| | Andere Namen / Schreibweisen: |
Fürschiesser Fürschüsser Fürschüßer |
| | Nachbargipfel: | Krottenspitze (im Südosten gegenüber vom Fürschießersattel) |
| | Vorgipfel: | im Süden (2264m), hier zweigt der kurze Seitengrat mit dem höchsten Punkt des Fürschießers vom Hauptgrat, der von der Krottenspitze in Richtung Spielmannsau absinkt, ab; in diesem Hauptgrat befindet sich eine weitere vorgipfelartige Erhebung (2070m, manchmal anstelle des darunterliegenden Felsriegels als Krummenstein bezeichnet); der Grat endet dann schließlich mit dem Traufberg (1604m) |
| | Übersichtskarte: |
Krottenspitzgruppe Lage des Gipfels auf der Gesamtübersichtskarte |
| | Platz in der Höhenrangliste der Allgäuer Alpen: | 87 |
| Anstiege & Tourenbeschreibungen |
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Aufstieg von Nordwesten über den Krummenstein: Zunächst durchs Trettachtal bis zum Abzweig des Fußwegs zur Traufbergalpe bei Spielmannsau (bis hier evtl. per Rad) und auf diesem entlang des Traufbachs bis zum Zusammentreffen mit dem Fahrweg. Theoretisch könnte man mit dem Mountainbike nicht nur bis Spielmannsau fahren, sondern noch weiter über diesen Fahrweg, der kurz nach der Alpe Oberau von der Trettachtalstraße abzweigt. Dies lohnt sich aber wegen des zwischenzeitlichen Höhenverlusts von über 100Hm kaum. Durch das Traufbachtal geht es nun weiter bis ca. 200m vor der Hinteren Traufbergalpe. Dort quert man kurz nach der Einmündung des aus dem Kessel der Hirenalpe herabkommenden Bachs den Traufbach an der Stelle, wo der ehemalige Pfad zur verfallenen Hirenalp abzweigt. Beispielsweise in der AV-Karte "Allgäuer-Lechtaler Alpen Westblatt" ist der genaue Verlauf dieses Pfads eingezeichnet, der vorbei an der "Käserstatt" und der Hirenalp durch einen Krautgürtel zum Beginn des Nordwestgrats des Fürschießer-Vorgipfels südöstlich vom Traufberg führt. Leider ist der kaum noch benutzte Pfad in weiten Abschnitten völlig überwachsen, so dass man sich gerade zu Beginn und im oberen Teil der Flanke auch auf einen weglosen Aufstieg durch die unangenehme Krautzone mit zahlreichen Brennesseln (lange Hose empfehlenswert!) einstellen muss. Dennoch sollte man sich auch dann ungefähr an den Verlauf der in der Karte eingezeichneten Trittspuren halten, da diese Route die günstigste Aufstiegsmöglichkeit zum Gratrücken darstellt. Auf dem meist breiten Grasrücken erreicht man dann teilweise über Trittspuren ohne Probleme den Krummenstein, wo ein von rechts her kommender Felsriegel den bisher leicht zu begehenden Gratrücken unterbricht. Am leichtesten (I) überwindet man dieses Hindernis, indem man ungefähr 10Hm in steilem Grasgelände ziemlich ausgesetzt in der linken Flanke hochklettert, bevor es wieder flacher wird und kurz danach der höchste Punkt des Krummensteins erreicht ist. Je nachdem, ob man Gras oder Fels bevorzugt, kann man alternativ auch direkt über den felsigen Grat aufsteigen (evtl. etwas schwieriger). Nach einer kleinen Einschartung wird der Grat wieder breit und führt über einen ersten kleineren Vorgipfel bei Punkt 2087, wo von rechts her der Warmatsrücken einmündet, zum eigentlichen Endpunkt des Grats, dem 2264m hohen Fürschießer-Vorgipfel. Mit nur wenig Höhenverlust erreicht man von hier über flache Grashänge den nördlich gelegenen Hauptgipfel. Die Tour ist nur bei trockenen Bedingungen zu empfehlen und nicht geeignet als Abstiegsvariante für weniger geübte Bergwanderer von der Kemptner Hütte oder vom Weg über den Fürschießersattel aus (die Schwierigkeit liegt an der oberen Grenze des I. Grads und die Route ist über weite Strecken weglos). Für Bergsteiger mit entsprechender Erfahrung kommt die Krummenstein-Route aber als Aufstiegsalternative zur Kemptner Hütte in Betracht, da sie interessanter ist als der übliche Weg durch den Sperrbachtobel. (Stand der Beschreibung: 1992; 2003 überarbeitet nach aktuellen Hinweisen von Boris Stephan - Webmaster von www.gipfelsuechtig.de, vielen Dank dafür!) |
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Aufstieg vom Fürschießersattel: Vom Fürschießersattel aus, über den der Verbindungsweg Kemptner Hütte - Prinz-Luitpold-Haus führt, ist der Fürschießer ohne jede Schwierigkeit und mit nur knapp 100Hm Anstieg zu erreichen. Es gibt zwar auch hier keinen Weg, aber der Aufstieg verläuft nur über ausgedehnte und nicht gerade steile Grashänge. Vom Sattel aus kann man über den Gratrücken zum Vorgipfel ansteigen und dann wie oben den Hauptgipfel erreichen. Wenn man über den Krummenstein aufgestiegen ist, ist diese Variante für den Abstieg empfehlenswert, da dann die Erweiterung der Route zu einer Rundtour möglich ist. Nach dem Abstieg zum Fürschießersattel kann man entweder den Weg zur Kemptner Hütte benutzen und von dort durch den Sperrbachtobel ins Trettachtal zurückkehren, oder den Weg in die andere Richtung verfolgen, um noch das Kreuzeck und eventuell das Rauheck zu besteigen. In diesem Fall sind allerdings noch etwa 250 bzw. (mit Rauheck) 375Hm zusätzlich anzusteigen. Wenn man auf das Rauheck verzichtet, benutzt man den im Kreuzeckgipfel abzweigenden Bettlerrücken und kehrt über ihn zur Traufbergalpe zurück (der Abstieg über den Bettlerrücken ist bei trockenen Verhältnissen relativ problemlos, besonders im Vergleich zum Aufstieg über den Krummenstein). Falls noch genügend Zeit ist, lohnt sich in jedem Fall aber der Übergang vom Kreuzeck zum Rauheck, von dem es dann über den Älpelesattel und durchs Dietersbachtal nach Gerstruben und zurück zum Ausgangspunkt geht. |
| Fotos |
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