Estergebirge


Die acht höchsten Gipfel im Estergebirge

Eschenlohe - Rechtlerhütte - Hohe Kisten (1922m) - Archtalkopf (1927m) - Schindlerskopf (1940m) - Oberer Rißkopf (2049m) - Kareck (2046m) - Bischof (2033m) - Hoher Fricken (1940m) - Weilheimer Hütte - Krottenkopf (2086m) - Weilheimer Hütte - Rechtlerhütte - Eschenlohe




Den ersten Abschnitt der Tour bis zur Rechtlerhütte sollte man unbedingt mit dem Radl zurücklegen, da die insgesamt zu bewältigen Höhenmeter so zumindest im Abstieg deutlich von ca. 2500 auf ca. 1400 reduziert werden. Dazu startet man von einem Wanderparkplatz im Südosten von Eschenlohe am Beginn des Schotterfahrwegs zur Rechtlerhütte. Auch das letzte Stück zum Parkplatz nach dem Ortsende führt bereits über eine unbefestigte Straße. Kurz hinter dem Parkplatz beginnt bei einer Linkskehre dann ein konstanter mittelsteiler Anstieg über dem Tal der Eschenlaine. Der richtige Weg ist eigentlich nicht zu verfehlen; man folgt immer der Beschilderung zum Krottenkopf ("über Forststraße") und zur Kuhalm (diese liegt nahe der Rechtlerhütte). Nach Passieren des letzten Ausläufers der untergeordneten Erhebungen nördlich der hohen Kisten schwenkt der Weg in ein Seitental der Eschenlaine ein und quert zunächst das Pustertal, wobei er zwischenzeitlich etwa 50 Meter an Höhe wieder verliert. Beim folgenden Anstieg zum Sattel zwischen Hoher Kisten und Simetsberg - erst mit Überquerung weiterer kleiner Bäche, dann auch in Kehren - wechseln kurze sehr steile Abschnitte mit angenehmeren Passagen. Nach dem Sattel wird die Steilheit im Durchschnitt geringer und es sind auch nur noch 200 Höhenmeter bis zur Rechtlerhütte. Von der Hütte führt zwar kurzzeitig noch ein Traktorweg weiter, dieser ist aber zum Radeln kaum noch geeignet. Daher geht es ab hier nun zu Fuß weiter, zuerst auf dem Ziehweg, bald aber auf einem Steig, der ziemlich direkt mäßig ansteigend auf das erste Gipfelziel, die Hohe Kisten, zuführt. Dabei folgt man den Wegweisern zum Krottenkopf bzw. zur Hohen Kisten selbst. Auf dem Steig wird noch der gesamte Gipfelaufbau der Hohen Kisten südlich gequert, bis ein beschilderter Pfad zum Gipfel abzweigt. Er führt ohne Schwierigkeit zwischen Latschen zum höchsten Punkt mit Gipfelkreuz. Die Hohe Kisten bietet einen guten Überblick über das Alpenvorland südlich und südwestlich von München, aber auch über die Hochfläche des Estergebirges zwischen den Ausläufern des Krottenkopfs und dem Gebiet der Rechtlerhütte.
Karwendel und Wettersteingebirge über der interessanten Hochfläche
 
Karwendel und Wettersteingebirge über der interessanten Hochfläche
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Der weitere Kammverlauf über Archtalkopf und Schindlerskopf zum Oberen Rißkopf, wo nach links der Grat zum Krottenkopf abzweigt
 
Der weitere Kammverlauf über Archtalkopf und Schindlerskopf zum Oberen Rißkopf, wo nach links der Grat zum Krottenkopf abzweigt
Detailansicht: Krottenkopf mit Weilheimer Hütte

 
In der Bergumrahmung dieser Hochfläche folgen als nächstes zwei nicht durch Wanderwege erschlossene, größtenteils latschenbewachsene Erhebungen: der Archtalkopf und der etwas höhere Schindlerskopf. Vom Weg in Richtung Weilheimer Hütte / Krottenkopf können beide aber in relativ kurzer Zeit erreicht werden. Um zum Archtalkopf zu gelangen, steigt man von der Hohen Kisten zunächst wieder zum Verbindungsweg Rechtlerhütte - Weilheimer Hütte ab. Dieser erreicht schon bald darauf erstmals den Verbindungsgrat von Hoher Kisten und Archtalkopf und quert dann eine unbedeutende Zwischenerhebung auf der Südseite. Dahinter führt bis unmittebar an die letzte Grateinsenkung vor der Ostschulter des Archtalkopfs heran und beginnt dann konstant leicht zu fallen. Kurz nach der Grateinsenkung beginnt eine nur mäßig ansteigende, quer zum Hang in Richtung auf den Gipfel zu verlaufende Latschengasse, die sich für den Aufstieg zum Archtalkopf anbietet. Entweder versucht man schon vom Beginn der Gasse aus weiter zum Grat aufzusteigen oder folgt der Gasse, z.T. auf einer Pfadspur, bis zu einer freien Grasfläche, die den latschenfreien Anstieg zum Grat ermöglicht. Dort trifft man auf einen Pfad, der zwischen den Latschen bis zum höchsten Punkt leitet.
Blick zurück zur Hohen Kisten
 
Blick zurück zur Hohen Kisten
Weiteres Foto: Oberer Rißkopf, Kareck und Schindlerskopf vom Archtalkopf-Ostrücken aus gesehen

 
Einen direkten Gratübergang zum Schindlerskopf verhindern leider die über lange Gratstrecken dichten Latschen. Daher muss man nun zunächst wieder zum Wanderweg absteigen. Die Fortsetzung des beim Aufstieg zuletzt benutzten Pfads führt noch ganz kurz über den Grat und nach links absteigend weiter. So erreicht man wieder einen freien Hang oberhalb des Wanderwegs. Der weitere Abstieg zu diesem ist zwar ebenfalls nicht schwierig, erfordert wegen des teilweise gerölldurchsetzten Grasgeländes aber etwas Trittsicherheit.
Hohe Kisten mit ihrem Ostausläufer (Platteneck), unter dem die Rechtlerhütte liegt
 
Hohe Kisten mit ihrem Ostausläufer (Platteneck), unter dem die Rechtlerhütte liegt
 
Für den Aufstieg zum Schindlerskopf besteht die Hauptschwierigkeit darin, die richtige Stelle unterhalb des Gipfels zu finden, wo der Wanderweg verlassen werden muss. Vom Weg aus ist nur schwer zu erkennen, wo sich genau der Gipfel befindet, und bei einem Aufstieg an der falschen Stelle verhindern letztlich mit großer Wahrscheinlichkeit die Latschen das Erreichen des Gipfels. Als Richtpunkt für den Aufstieg dient die Abzweigung einer beschilderten Abstiegsmöglichkeit vom Weg Rechtlerhütte - Weilheimer Hütte nach Krün. In diesem Bereich reicht eine schmale Latschenzone vom Grat bis knapp über den Weg herab. Links und rechts der Latschen ermöglichen dagegen Grashänge, die auch einzelne Schrofen enthalten, den Aufstieg zur Grathöhe. Wählt man den linken (westlichen) als Anstiegsroute, kommt man am Grat im unmittelbaren Gipfelbereich aus. Das weglose Gelände ist vom Charakter her ähnlich wie beim Abstieg vom Archtalkopf.
Auf dem Schindlerskopf: Einblick in die Nordwestflanken von Oberem Rißkopf und Kareck
 
Auf dem Schindlerskopf: Einblick in die Nordwestflanken von Oberem Rißkopf und Kareck
 
Für den Abstieg wählt man wieder die gleiche Route, da der Grat selbst weiterhin unbegehbar bleibt. Nach der Hälfte des Hangs besteht dabei die Möglichkeit, nach rechts zu queren und so einige Höhenmeter Abstieg zu sparen, da der Wanderweg in diesem Bereich wieder zu steigen beginnt. Schneller dürfte trotzdem der direkte Abstieg zum Weg sein.
Der weitere Verlauf des Wegs zur Weilheimer Hütte führt nun zunächst bis unmittelbar unter die tiefste Grateinsenkung zwischen dem Schindlerskopf und dem nächsten Gipfelziel, dem Oberen Rißkopf, um dann die Ostflanke des Oberen Rißkopfs zur nahen Hütte hin zu queren.
Oberer Rißkopf und Kareck über der Einsattelung nach dem Schindlerskopf
 
Oberer Rißkopf und Kareck über der Einsattelung nach dem Schindlerskopf
 
Der Schindlerskopf-Südwestgrat ist bereits unmittelbar über dem Sattel dicht mit Latschen bewachsen
 
Der Schindlerskopf-Südwestgrat ist bereits unmittelbar über dem Sattel dicht mit Latschen bewachsen; in Bildmitte die Hohe Kisten
 
Für den Aufstieg zum Oberen Rißkopf ist es am günstigsten, im ersten Teil der Querung, spätestens vor Beginn der größeren Latschenzone, den Weg wieder zu verlassen und über Gras zum Nordostrücken des Gipfels aufzusteigen. Auf dem Rücken oder etwas links von diesem kann der Obere Rißkopf so zwar weglos, aber ohne Schwierigkeit über Gras erreicht werden.
Auf dem Oberen Rißkopf: Die nahe Weilheimer Hütte vor dem Krottenkopf
 
Auf dem Oberen Rißkopf: Die nahe Weilheimer Hütte vor dem Krottenkopf
 
Rückblick auf den bisherigen Kammverlauf und den Aufstiegsrücken zum Oberen Rißkopf
 
Rückblick auf den bisherigen Kammverlauf und den Aufstiegsrücken zum Oberen Rißkopf
Detailansicht: Schindlers- und Archtalkopf

 
Die am weitesten vom Ausgangspunkt entfernten Gipfelziele der Tour: Bischof und Hoher Fricken
 
Die am weitesten vom Ausgangspunkt entfernten Gipfelziele der Tour: Bischof und Hoher Fricken
 
Blick in die Ammergauer Alpen und zum nahen Kareck
 
Blick in die Ammergauer Alpen und zum nahen Kareck
 
Im Südosten steht nun ziemlich nah der Krottenkopf, der in einem Seitengrat des bisher verfolgten Hauptkamms liegt. Der Hauptkamm selbst führt in ungefähr gleichbleibender Richtung weiter zum nur wenig niedrigeren Kareck. Der Übergang dorthin ist zunächst weglos. Direkt am Grat gibt es beim Abstieg zur trennenden Scharte kurze Felsstufen, die entweder in unmittelbarer Gratnähe abgeklettert werden können (stellenweise I) oder unschwierig nach links ausholend umgangen werden (Foto im Rückblick). Es folgt ein grasiger Rücken, der direkt vor der tiefsten Grateinsattelung mit einigen Latschen bewachsen ist. Diese können links oder - etwas kürzer, aber direkt am Rand eines kleinen Felsabbruchs - auch rechts umgangen werden. Im Sattel trifft man dann auf einen kleinen Pfad, der den kurzen Wiederanstieg bis zum Gipfel des Karecks erleichtert.
Auch beim Abstieg vom Kareck zum unterhalb verlaufenden, von der Weilheimer Hütte kommenden Weg, hilft zumindest im ersten Abschnitt die Fortsetzung des kleinen Pfads. Dieser verläuft erst noch kurz im Gratbereich, einmal auch knapp rechts vom Grat, verlässt dann aber den zum Henneneck weiterführenden Rücken nach links, da die Latschen zu dicht werden. Nach einigen Abstiegsmetern kommt man zu einem freien Grashang, der bis zum Wanderweg herreunter reicht. Hier im Grasgelände ist der weitere Verlauf des Pfads nur noch zu erahnen, der Abstieg aber auch weglos ganz gut möglich. Dabei hält man sich am besten immer etwas rechts und steigt schräg zum Wanderweg ab, der dann schnell in den Grassattel zwischen dem Kareck (bzw. dem Henneneck als dessen Südwestschulter) und dem Bischof herabführt.
Am Sattel vor dem Bischof
 
Am Sattel vor dem Bischof
 
Krottenkopf vom Sattel aus gesehen
 
Krottenkopf vom Sattel aus gesehen
 
Als nächstes steht nun die Überschreitung des Bischofs von Norden nach Südwesten an. Ein Steig führt vom Sattel im Bereich des Nordrückens zum Gipfel hinauf. Dabei weicht er den kurz über dem Sattel beginnenden Schrofenstufen über eine Schutthalde nach rechts aus (Steinmänner) und verläuft dann durch die Latschenzone rechts des Rückens. Hier ist z.T. der ursprüngliche Wegverlauf abgerutscht und eine neue Route durch die Latschen angelegt worden. Im Anschluss an die Latschen folgt bis zum Gipfel wieder größtenteils gerölliges Gelände. Der Anstieg bereitet insgesamt keine Schwierigkeiten, nur ist der Pfad manchmal etwas undeutlich und die Fortsetzung daher nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Am Gipfel lohnt es sich, auch noch die etwa eine Minute weiter östlich gelegene grasige Erhebung zu besuchen, die einen besseren Blick auf das Isartal bietet.
Im Gipfelbereich des Bischof: Karwendelpanorama über dem Isartal
 
Im Gipfelbereich des Bischof: Karwendelpanorama über dem Isartal
 
Der Hohe Fricken, das nächste Gipfelziel, beim Abstieg vom Bischof nach Südwesten
 
Der Hohe Fricken, das nächste Gipfelziel, beim Abstieg vom Bischof nach Südwesten
 
Der Abstieg im Bereich des sich nach unten hin stark verbreiternden Südwestrückens verläuft auf einem Weg durch Latschengelände, der nicht zu verfehlen ist. Nach dem grasigen Sattel vor dem Hohen Fricken setzt sich der Weg ganz ähnlich fort, so dass der gesamte Übergang vom Bischof zum Hohen Fricken als leicht einzustufen ist. Nach dem Erreichen einer Schulter im Nordostrücken wird der Aufstieg flacher und es ist nicht mehr weit bis zum Gipfel. Das Gipfelkreuz steht allerdings nicht auf dem höchsten Punkt, sondern erst auf der folgenden kleinen Graterhebung. Hier, gegenüber von Wank und Wettersteinmassiv, ist nun sozusagen der Umkehrpunkt der Tour erreicht, an dem man sich schon relativ weit von der Rechtlerhütte entfernt befindet. Dennoch dauert der Rückweg dorthin nicht übermäßig lange, da auf den für die Rückkehr benutzten Wanderwegen angesichts der geringen Höhendifferenzen ein schnelles Vorankommen möglich ist.
Vom Gipfelkreuz blickt man zurück zum höchsten Punkt des Hohen Frickens und zum Bischof
 
Vom Gipfelkreuz blickt man zurück zum höchsten Punkt des Hohen Frickens und zum Bischof, der den Krottenkopf z.T. verdeckt; in der Bildmitte sind zudem noch Kareck und Oberer Rißkopf zu sehen
Detailansicht: Bischof mit dem deutlich zu erkennenden Abstiegsweg

 
Zugspitze hinter dem Fricken
 
Zugspitze hinter dem Fricken
 
Der Rückweg zur Rechtlerhütte ist in Teilen identisch mit der bereits bekannten Route, weicht in manchen Abschnitten aber auch von dieser ab. Insbesondere soll zum Abschluss ja noch der Krottenkopf als höchster Gipfel des Estergebirges bestiegen werden. Dazu wählt man zunächst den schnellsten Weg zur Weilheimer Hütte (Krottenkopfhütte), der immer gut beschildert ist: Nach der Rückkehr auf der Anstiegsroute zum Sattel vor dem Bischof geht es erst nach links hinab und an der folgenden Wegverzweigung nach rechts. So kann mit nur relativ geringem zwischenzeitlichen Höhenverlust der Bischof umgangen werden. Im Sattel zwischen Bischof und Kareck trifft man wieder auf ein kurzes Stück der am Hinweg benutzten Route. Jetzt geht es aber nicht mehr zum Kareck hinauf, sondern unter diesem und dem Oberen Rißkopf hindurch zur Weilheimer Hütte am Fuß des Krottenkopfs. Der meist in kurzen Kehren angelegte Aufstiegsweg zum Krottenkopf-Gipfel bereitet keinerlei Schwierigkeiten und dauert nicht lange. Bei klarem Wetter bietet der Krottenkopf einen sehr guten Überblick über die benachbarten Berggruppen, jetzt zu späterer Tageszeit sind die Lichtverhältnisse auch für den Blick ins Karwendel günstiger als am Vormittag.
Rückblick vom Krottenkopf zu Bischof und Hohem Fricken
 
Rückblick vom Krottenkopf zu Bischof und Hohem Fricken
 
Der benachbarte Obere Rißkopf
 
Der benachbarte Obere Rißkopf
Weiteres Foto: Tiefblick vom Krottenkopf-Anstieg auf die Weilheimer Hütte

 
 
Archtalkopf und Hohe Kisten
Weiteres Foto: Schindlerskopf mit der Anstiegsseite

 
Nach dem Abstieg vom Krottenkopf zur Weilheimer Hütte geht es in Richtung Eschenlohe quer durch die Ostflanke des Oberen Rißkopfs und dann auf dem schon vom Hinweg bekannten Wegabschnitt unter Schindlerskopf, Archtalkopf und Hoher Kisten hindurch zurück zur Rechtlerhütte. Mit dem Radl ist die verbleibende Strecke nach Eschenlohe dann bis auf die kurze Gegensteigung nach dem Pustertal sehr angenehm.
Kurz vor Erreichen der Rechtlerhütte geht es noch einmal knapp unter dem Gipfel der Hohen Kisten hindurch
 
Kurz vor Erreichen der Rechtlerhütte geht es noch einmal knapp unter dem Gipfel der Hohen Kisten hindurch
 
 
Karwendelblick über den lichten Wald am Rand der Hochfläche hinweg
Fortsetzung des Panoramas nach links: Wörner und Karwendel-Hauptkamm / Soiernspitze

 




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