Lechtaler Alpen


Bitterichkopf und Gebäudspitze

Gramais - Branntweinböden - Bitterichsee - Bitterscharte - Bitterichkopf (2698m) - Gebäudspitze (2703m) - Roßkarspitze (2660m) - Hinterer Roßkopf (2591m) - Bitterichsee - Gramais




Die Tour beginnt in Gramais, wo nach dem Ende der Parkverbotszone direkt am Platzbach Parkmöglichkeit besteht. Jenseits der Brücke über den Bach beginnt nach dem Gemeindehaus der Weg zu den Branntweinböden, erst ein Fahrweg, dann nur noch ein Fußsteig entlang des Otterbachs. Im Landschaftswald zweigt nach rechts der Weg ins Landschaftskar ab (Schild "Landschaft"), hier geht es aber weiter geradeaus in den Talschluß unter dem Bitterich- und Gufelgebiet (Branntweinböden). Ab hier folgt man immer den Wegweisern in Richtung Württemberger Haus, da diese Route ebenfalls über die Bitterscharte führt, die der Ausgangspunkt für den ersten Gipfel des Tages, den Bitterichkopf, ist. Vom Talschluß erreicht man nach mehreren hundert Höhenmetern Aufstieg in östlicher Richtung den Höhenweg, der Alblittjöchl und Gufelgrasjoch miteinander verbindet. Auf ihm geht es mit 50 Metern Höhenverlust unter der Gufelhütte vorbei zur Abzweigung des Wegs ins Bitterich. Aufgrund mehrerer Wegverzweigungen ist die Route hier etwas verwickelt, an allen Kreuzungen finden sich aber Wegweiser. Im Bitterich kommt man zunächst an dem sehr schönen Bitterichsee vorbei, der durch einen Bach mit kleinem Wasserfall mit einer 50m höher gelegenen Einsenkung des Kars verbunden ist. Die Hoffnung, hier einen weiteren schönen See zu finden (wie in der AV-Karte eingezeichnet) wird aber enttäuscht, da der ehemalige obere See vollständig verlandet ist. Auch von dem oberhalb unter der Ostwand der Leiterspitze liegenden Leiterferner sind nur noch minimale Reste im obersten Kargrund vorhanden.
Am Bitterichsee
 
Am Bitterichsee
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Der Felsgrat der Schafhimmelköpfe
 
Auffallend in der Bitterich-Umrahmung: Der Felsgrat der Schafhimmelköpfe
 
Der obere, verlandete See vor den Ausläufern von Roßkarspitze und Hinterer Gufelspitze
 
Der obere, verlandete See vor den Ausläufern von Roßkarspitze und Hinterer Gufelspitze
 
Nach der ebenen Fläche mit dem verlandeten See wendet sich der Weg in einem weiten Bogen nach Südosten und zieht, zunächst in kurzen Kehren, über sehr steiles Geröll in Richtung Bitterscharte empor. Der letzte Abschnitt unter der Scharte führt dann durch Schrofengelände, der Steig hält sich dabei meist an eine felsige Rinne und es steht nach den untersten Metern ein durchgehendes Drahtseil zur Verfügung.
Kogelseespitze über dem Bitterich
 
Kogelseespitze über dem Bitterich; dazwischen die kleine Hochfläche mit der Gufelhütte, unter der der Anstieg vorbeiführt
 
Gratverlauf von der Bitterscharte zum Gipfel des Bitterichkopfs
 
Gratverlauf von der Bitterscharte zum Gipfel des Bitterichkopfs (ganz rechts)
 
Östliche Spießrutenspitze (ganz rechts) mit der unzugänglichen Plankenspitze und dem Bürschlsee, darüber Wannenkopf und Blankahorn
 
Auf der anderen Seite des Hauptkamms fällt der Blick auf die Östliche Spießrutenspitze (ganz rechts) mit der unzugänglichen Plankenspitze und dem Bürschlsee, darüber Wannenkopf und Blankahorn
 
An der Scharte verläßt man den Weg zum Württemberger Haus und folgt einem oft nur schwer erkennbaren Steig, der zunächst über den Kamm, dann über das Geröll der rechten Flanke in Richtung Bitterichkopf führt. Obwohl der Weg nur sehr undeutlich ist, gibt es weder in diesem Geröllabschnitt noch an einigen später folgenden schrofendurchsetzten Passagen technische Schwierigkeiten. An einem gerölligen Gratabschnitt unterhalb des etwas nach Süden vorspringenden Gipfelaufbaus erreicht die Anstiegsroute wieder den Hauptgrat (Foto vom Gipfelaufbau). Hier bestünde die Möglichkeit, zum Verbindungsgrat Bitterichkopf - Roßkarspitze herüberzuqueren (Trittspur im Geröll). Über den weiterhin rechts von der Grathöhe geführten Steig ist es nun nicht mehr weit bis zum Gipfel.
Aussicht vom Bitterichkopf über die Roßkarspitze ins Parzinngebiet
 
Aussicht vom Bitterichkopf über die Roßkarspitze ins Parzinngebiet
 
Das nächste Gipfelziel, die Gebäudspitze
 
Das nächste Gipfelziel, die Gebäudspitze
 
Der Übergang zur Gebäudspitze, die oft auch als Gebäudespitze bezeichnet wird, ist der schwierigste Teil der Tour (gerade noch I). Nach kurzem Abstieg am Verbindungsgrat gelangt man zu einer steileren Gratstufe. Auf der rechten Seite sieht man einige Meter tiefer einen Geröllabsatz, zu dem man über eine geröllige Rampe / Rinne leicht absteigen kann. Der mäßig geneigte Absatz leitet dann zum Grat zurück, der im folgenden Stück einen Geröllrücken bildet. Hier besteht erneut die Möglichkeit, über Geröll unter den Gipfelfelsen hindurch zum Verbindungsgrat Bitterichkopf - Roßkarspitze zu gelangen. Dies ist die spätere Route beim Rückweg von der Gebäudspitze. Beim weiteren Abstieg geht es über zwei 1-2 Meter hohe senkrechte Stufen abwärts, die beide auch links umgangen werden können. Direkt nach der zweiten Stufe wird der Grat wieder schwieriger und daher auf der linken Seite im steilen Geröll- und Schottergelände umgangen. Direkt vor der Scharte am Fuß des Grats ist es dann auf der rechten Seite wieder leichter. Nach der Scharte folgt eine nicht zu überkletternde, felsige Zwischenerhebung, die rechts umgangen werden muss. Hier beginnt nach wenigen Schritten eine zwischen zwei Felswänden eingeschnittene schwarze Erdrinne, die zu den ausgedehnten Geröllflächen in der Flanke rechts des folgenden Gratabschnitts hinabführt. Bis auf die ersten Meter geht der Abstieg durch die Rinne trotz des erdigen Untergrunds ganz gut, da es gute Griffe an den Begrenzungswänden gibt.
Am Beginn der erdigen Rinne, die den Weiterweg ermöglicht
 
Am Beginn der erdigen Rinne, die den Weiterweg ermöglicht
 
Die später breitere und geröllgefüllte Rinne bricht leider kurz vor Erreichen der Geröllfläche mit einer steilen Stufe ab. Hier darf man nicht zu früh versuchen, durch die Felsen links zum Geröllfeld zu queren, sondern steigt bis direkt über den Abbruch ab (eingeklemmte, unzuverlässig aussehende Platten in der Rinne) und erreicht erst hier - technisch meiner Einschätzung nach zwar gerade noch I, aber etwas unangenehm, in umgekehrter Richtung leichter - ein nach links zur großen Geröllfläche führendes Band.
Rückblick von der Geröllfläche auf den unteren Teil der Rinne und das folgende Band
 
Rückblick von der Geröllfläche auf den unteren Teil der Rinne und das folgende Band
Weiteres Foto: Detailansicht von Rinne und Band mit Routeneinzeichnung

 
Auf gleicher Höhe quert man dann das anfangs erdige, aber gut begehbare Geröll und steigt anschließend schräg über die Geröllzone in Richtung auf den Gipfel an. Rechts vom eigentlichen Grat kommt man so mit nur vereinzelten schrofigen Stellen bis weit an den Gipfel heran. Wo in schon nur noch geringer Entfernung zum höchsten Punkt der schrofige Gipfelaufbau ansetzt, folgt man am einfachsten einem direkt am Rand der felsigen Zone verlaufenden Geröllband zum Grat und steigt nun über einfache Schrofen im Gratbereich die letzten Meter an. Der Blick vom Gipfel auf die andere Seite mit dem Verbindungsgrat zum südlichen Vorgipfel zeigt, dass das Gelände dort eher unangenehmer sein dürfte und der Anstieg von Norden her wohl der einfachste ist.
Rückblick vom Grat knapp unter dem Gipfel auf den Schartenbereich und die Gratumgehung
 
Rückblick vom Grat knapp unter dem Gipfel auf den Schartenbereich und die Gratumgehung
Weiteres Bild: Routeneinzeichnung vom Geröllbereich bis zum Gipfel der Gebäudspitze

 
Blick von der Gebäudspitze zum Bitterichkopf
 
Blick von der Gebäudspitze zum Bitterichkopf
 
Der südliche Vorgipfel mit der Gratfortsetzung über die Schönpleisköpfe zu Vileid- und Kreuzjochspitze
 
Der südliche Vorgipfel mit der Gratfortsetzung über die Schönpleisköpfe zu Vileid- und Kreuzjochspitze
 
Schneekarlespitze vor Dremelspitze und Schlenkerspitzen
 
Schneekarlespitze vor Dremelspitze und Schlenkerspitzen
Weiteres Foto: Blick über Schieferspitze-Nordgipfel und Medriolkopf zu Freispitze und Wetterspitze

 
Zurück geht es auf der gleichen Route bis zur schon erwähnten Querungsmöglichkeit vom Bitterichkopf-Südrücken zu dessen Verbindungsgrat mit der Roßkarspitze. Die Querung erfordert wie auf der weitere Anstieg zur Roßkarspitze etwas Trittsicherheit im Geröllgelände, ist aber trotz nur minimaler Pfadspuren nicht schwierig (Fotos: Querung mit der Roßkarspitze im Hintergrund / Rückblick auf die Querung mit der Gebäudspitze im Hintergrund).
Blick über das Starkenbachtal hinweg zum Bergwerkskopf
 
Blick über das Starkenbachtal hinweg zum Bergwerkskopf
 
Gipfelketten des Parzinn- und Hahntennjochgebiets
 
Gipfelketten des Parzinn- und Hahntennjochgebiets
 
 Gramais über dem langen Tal des Otterbachs
 
Zurück am Lechtaler Hauptkamm - Blick auf den Ausgangspunkt der Tour, Gramais über dem langen Tal des Otterbachs
Weiteres Foto: Leiterspitze mit den Überresten des Leiterferners

 
Anschließend folgt man ein Stück dem Lechtaler Hauptkamm über den nur noch wenig eingesenkten Grat zum felsigen Gipfelgrat der Roßkarspitze. Die rechte Flanke (teils begrüntes Geröll und einzelne Schrofen) ist deutlich leichter begehbar als der Grat selbst. Eine schwache Pfadspur führt hier schräg durch durch die Flanke ansteigend zum hinteren (nordöstlichen) Teil des langgezogenen Gipfelbereichs. Etwas leichter als die Benutzung dieser Trittspur dürfte es sein, erst ein paar Meter abzusteigen und dann etwas tiefer durch die dort weniger schrofige Flanke aufzusteigen. Von den zahlreichen kleinen Erhebungen am flachen Gipfelgrat ist ausgerechnet diejenige am höchsten, die am schlechtesten zugägnglich ist, nämlich ein ganz schmaler Felsturm, der ziemlich labil aussieht. Der Höhenunterschied zu den anderen Gipfelkuppen bewegt sich allerdings nur im Zentimeterbereich, so dass man auf die Besteigung dieses Turms auch gut verzichten kann. Am einfachsten ist der Nordostteil des Gipfelgrats zu erreichen, zu dem auch die Trittspur hinaufführt. Dem Grat nach Südwesten folgend, kann man nun den kleinen Turm erklettern (gerade noch I, aber sehr schmaler Grat) oder links unter ihm hindurchqueren und über ein paar Felsen zur südwestlichen Gipfelerhebung aufsteigen (I).
Am Gipfelkamm der Roßkarspitze, darüber Gebäudspitze und Bitterichkopf
 
Am Gipfelkamm der Roßkarspitze, darüber Gebäudspitze und Bitterichkopf
Weiteres Bild: Größere Ansicht der Gebäudspitze

 
Der bei der Roßkarspitze vom Hauptkamm abzweigende Roßkopfgrat, vorne der Hintere Roßkopf
 
Der bei der Roßkarspitze vom Hauptkamm abzweigende Roßkopfgrat, vorne der Hintere Roßkopf
Einzeichnung der Aufstiegsroute zum Hinteren Roßkopf

 
Als Zugabe zur Roßkarspitze bietet sich noch die kurze Kletterei auf den Hinteren Roßkopf an. Das Massiv der Roßköpfe teilt das Roßkar im Osten der Roßkarspitze vom Obergebäud ab. Von der Roßkarspitze steigt man dazu direkt über den gerölligen Hang zum Sattel zwischen dem Roßkar und dem südlich der Verbindungslinie Roßkarspitze - Hinterer Roßkopf eingelagerten Geröllkessel ab. Schon von der Roßkarspitze erkennt man eine rampenartige Rinne in den Gipfelfelsen des Hinteren Roßkopfs, durch die der einfachste Aufstieg führt. Vom Sattel aus geht es über den Geröllrücken kurz bis zum Beginn der Felsen, hier am einfachsten ein paar Meter schräg nach links aufwärts zu einer Kante und auf einem gerölligen Band auf gleicher Höhe zurück nach rechts, womit der Anfangspunkt der Rinne erreicht ist. Diese führt in leichter Kletterei (I) bis zur gerölligen Gipfelfläche.
Roßkarspitze vom Hinteren Roßkopf aus gesehen
 
Roßkarspitze vom Hinteren Roßkopf aus gesehen
 
Hintere Gufelspitze
 
Hintere Gufelspitze
Weiteres Foto: Blick über das abgelegene Obergebäud zur Vileidspitze

 
Der Grat zum Mittleren Roßkopf sieht deutlich schwerer aus und auch auf den anderen Seiten des Hinteren Roßkopfs ist keine ähnlich leichte Route zu entdecken, so dass sich der Abstieg wieder auf demselben Weg vollzieht. Aus dem Geröllkessel steigt man nun an der am wenigsten steilen Stelle ziemlich weit links über Geröll wieder zum Grat zwischen Roßkarspitze und Bitterichkopf an.
Rückblick zum Hinteren Roßkopf
 
Rückblick zum Hinteren Roßkopf
 
Roßkarspitze mit dem Aufstiegshang rechts vom Grat
 
Roßkarspitze mit dem Aufstiegshang rechts vom Grat
 
Dem Grat folgt man ein kurzes Stück, bis auf der anderen Seite ein Abstieg über Geröll bis zum Bitterichsee möglich ist. Ein durchgehenden Geröllhang gibt es zwar nur im Bereich kurz vor dem Bitterichkopf, aber auch schon wesentlich früher gibt es eine Stelle, an der man, anfangs schräg nach links absteigend, die weiten Geröllhänge über dem Bitterich problemlos erreichen kann. Man kommt so genau beim Bitterichsee aus, wo man wieder auf die Anstiegsroute trifft, die nach Gramais zurückführt.
Beim Rückweg unter dem Nordgrat der Hinteren Gufelspitze, rechts die Roßkarspitze
 
Beim Rückweg unter dem Nordgrat der Hinteren Gufelspitze, rechts die Roßkarspitze
 




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